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Uruguay legalisiert als erstes Land weltweit Marihuana

(c) Pester Lloyd / 51 – 2013 LIFESTYLE 16.12.2013

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Uruguay legalisiert als erstes Land weltweit Marihuana In Uruguay wurde kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das weltweit für ein Umdenken in der Drogenpolitik der Länder sorgen könnte. Als erster Staat der Welt wird Uruguay die Produktion, den Handel und den Konsum von Marihuana in einem bestimmten Rahmen und unter staatlicher Kontrolle legalisieren . Damit soll dem organisierten Verbrechen der Markt entzogen und eine Tendenz zum Konsum von härteren Drogen verhindert werden. Die Entscheidung war im Senat mit 16 zu 13 Stimmen denkbar knapp, wird aber vom linksgerichteten Präsidenten des Landes, José Mujica, begrüßt. Dieser wünscht sich, dass der kontrollierte Anbau und Verkauf schon im kommenden Jahr beginnen kann. Bis Mitte April hat die nationale Drogenkontrollbehörde nun Zeit, alle Bestimmungen, die den Anbau bis zum finalen Konsum regeln, festzulegen.

Demo für die Legalisierung von Cannabisprodukten in Deutschland / Berlin. Marihuana-Produktion und -Handel unter staatlicher Kontrolle

Das Gesetzt sieht vor, den Konsum von bis zu 40g Marihuana pro Monat zu genehmigen. Dieses darf in vom Staat lizensierten Apotheken zu Festpreisen, die sich im Bereich eines US-Dollars bewegen, erworben werden. Auch der Eigenanbau von maximal sechs Pflanzen wird genehmigt, man muss sich dafür jedoch registrieren lassen und eine Lizenz erwerben. In sogenannten Marihuana Clubs, die zwischen 15 und 45 Mitglieder führen dürfen, ist sogar der Anbau von bis zu 99 Pflanzen erlaubt. Minderjährigen und Ausländern bleibt der Konsum weiterhin verboten. Überwacht werden die neuen Regelungen vom IRCCA, dem Institut zur Regulierung und Kontrolle von Cannabis, das dem Gesundheitsministerium anhängt. Die IRCCA stellt zukünftig Lizenzen aus und kontrolliert Anbau und Verkauf. Auch die gewerbliche Produktion wird behördlich geregelt. Rund 25 Tonnen Marihuana pro Jahr sollen zunächst hergestellt werden, dies entspricht der bisherigen Menge auf dem Schwarzmarkt.

In Ungarn engagiert sich die junge Partei 4K! (“Vierte Republik”) stark für die Legalisierung von Marihuana für den privaten Gebrauch, auch bei ihnen steht die Entkriminalisierung normaler Bürger und das Aufbrechen der Dealer-Szene im Mittelpunkt der Argumente. Von Uruguay in die ganze Welt

Auch von europäischen Staaten wird dieser Modellversuch gespannt erwartet, könnte er doch einen ganz neuen Umgang mit weichen Drogen wie Cannabis bedeuten. Bisher sind die Niederlande mit ihrer gelockerten Drogenpolitik, die den Verkauf von Marihuana im Rahmen der sogenannten Coffeeshops duldet, europäischer Vorreiter. Auch online gibt es einen Markt, der mit Shops wie Sensi Seeds , welcher verschiedene Cannabis-Samen und Tipps zum heimischen Anbau in Haus und Garten anbietet, stark floriert.

Eine allgemeine Legalisierung unter staatlicher Kontrolle ist bisher jedoch noch nicht denkbar. Alle Augen sind nun auf Uruguay gerichtet. Sollte die Initiative der Regierung fruchten und den illegalen Drogenhandel eindämmen, könnte dies auch für andere Staaten mit ähnlichen Problemen zu einer neuen Debatte um die Legalisierung von Cannabis und zu einer Novellierung der Drogenpolitik führen.

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