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Wahl- und Meinungsumfrage: das ungarische Volk folgt

(c) Pester Lloyd / 07 – 2011 POLITIK 17.02.2011

Die Zwei-Drittel-Mehrheit der Mandate im Parlament würde die Regierungspartei Fidesz auch nach aktuellen Umfragen wieder erringen. Allerdings wurde die Umfrage des Nezöpont Institutes von der Wochenzeitung Heti Válasz beauftragt, einer regierungstreuen Zeitung, die sich im Besitz einer Firmengruppe befindet, die vor kurzem noch vom heutigen Minister für Nationalentwicklung kontrolliert wurde.

Dennoch ein Blick auf die Zahlen: bei den zur Wahl Entschlossen entschieden sich 56% für Fidesz-KDNP, mehr als bei der Wahl vor knapp einem Jahr, 22% würden die MSZP wählen, 11% Jobbik und 8% LMP, was ziemlich genau dem Wahlergebnis entspräche. Während andere Umfragen leichte Verluste für die Regiereungspartei erkennen und Stagnation bei der größten Oppositions“kraft“ MSZP, ist es bei Nezöpont andersherum, Fidesz bleibt bezogen auf alle Wahlberechtigten bei hohen 46% (-1), während die Sozialisten nochmals von 16 auf 12 abstürzen, LMP und Jobbik stehen hier unverändert bei je 7%, anderswo wird LMP schon unter 5 gesehen.

Überraschenderweise führt Premier Orbán die Beliebtheitslise an, danach kommt eine ganze Weile nichts, dann folgen Vizepremier und Justizminister Navracsics sowie unser Ankündigungsweltmeister, Wirtschaftsminister Matolcsy. Die Umfrage wurde auf die nächsten politischen Schritte der Regierung geradezu maßgeschneidert, so erklärten 92%, dass im Gesundheitssystem dringend etwas zu tun sei (das meinten vorher sicher auch schon so viele, aber das hat sie da niemand gefragt), 77% sind zudem unzufrieden mit dem System des Arbeitslosengeldes und befürworten außerdem eine Rentenreform. 73% sehen Handlungsbedarf im Bildungsbereich und 70% im öffentlichen Dienst.

Hintergründe:

Selbstentsorgung – Zum Zustand der Opposition in Ungarn

Zeitschiene der Hoffnung Pathetische Pflichtübung: Orbáns Rede zur Lage der Nation

Schuldendienst hemmt Aufschwung Kommen Orbáns radikale Reformen in Ungarn ins Stocken?

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