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Weniger Arbeit, mehr Beschäftigung schönen Statistik in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 44 – 2012 NACHRICHTEN 31.10.2012

Die Arbeitslosenrate ist in Ungarn im Zeitraum von Juli bis September unverändert bei 10.4% geblieben, meldet das Statistische Zentralamt, KSH, in Budapest und liegt damit um 0,3 Punkte unter dem Wert vor einem Jahr. Die Beschäftigtenquote lag bei 57,4% (im Arbeitsmarkt "Aktive" von 15-74) und erreicht damit den höchsten Wert seit 2008. Das KSH schränkt ein, dass ein Teil der Zunahme saisonale Gründe hat, vermeidet es aber erstmals, durch Zahlen zu beziffern, wie der Großteil des Anstiegs auf die kommunalen Beschäftigungsprogramme zurückgeht, die man seriöserweise nicht als Arbeitsplätze bezeichnen kann. Beim KSH heißt es dazu neuerdings nurmehr: "möglicherweise könnten kommunale Beschäftigungsprogramme und veränderte Regeln beim Zugang zu Sozialleistungen auch als Faktoren hinter dem Anstieg stehen." Dabei ging die Zahl der Arbeitsplätze in der freien Wirtschaft (einschl. Staatsbetriebe) binnen eines Jahres netto um 54.000 zurück, während die "Közmunka" außerhalb des gesetzlichen Mindestlohnes mittlerweile bei über 130.000 Betroffenen betrieben wird

Die Zahl der offiziell als arbeitslos anerkannten Menschen betrug im Juli-September durchschnittlich 457.700, 5.000 weniger als im Jahr zuvor. Zu den Hochzeiten der Krise, Anfang 2010 lag sie bei über 500.000, vor dem Ausbruch der Lehmankrise bei 320.000. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 29,4% und damit 2,7 Punkte über dem Vorjahr sowie 5 Punkte über dem Vor-Orbán-Level. 47% der registrierten Arbeitslosen suchen schon länger als ein Jahr über das Arbeitsamt AFSZ nach einem Job, die durchschnittliche Zeit der amtlichen Arbeitslosigkeit betrug 17,3%. Die Zahl der als „arbeitssuchend“ beim Amt Registrierten übersteigt mit 527.000 die der Arbeitslosen um 80.000. Die Meldung „beste Arbeitsmarktdaten seit Beginn der Krise“ seitens der Regierung ließ nicht lange auf sich warten, mittlerweile schon ein Ritual, auch wenn die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Ungarn nur auf dem Papier zurückgeht.

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