(c) Pester Lloyd / 43 – 2009 WIRTSCHAFT 22.10.2009
Ungarischer Zentralbankchef belehrt Gewerkschaften
Der wegen seiner privaten Geldtransaktionen ins steuerfreundliche Zypern umstrittene und ungeliebte Chef der ungarischen Nationalbank, András Simor, hat am Dienstag Arbeitgebervertreter und Gewerkschafter über die makroökonomischen Spielräume für Gehaltserhöhungen vor den anstehenden Verhandlungen informiert.
Im Rahmen des Koordinationsrates für nationale Interessen, eine Art sozialpartnerschaftlicher Rundtisch, ging es in erster Linie um die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohnes, der auch Maßstab für viele Sozialleistungen ist. Dieses Treffen kam auf Initiative der Arbeitgeber zu Stande, Simor informierte denn auch vor allem über den Einfluss von Lohnerhöhungen auf die Inflationsentwicklung des Landes. Außerdem referierte er darüber, dass das Verhältnis zwischen Mindestlohn und Durchschnittslohn im Mittelfeld der EU liege.
Eine Information, die für die Empfänger der derzeitigen 71.500 Forint im Monat (270.- EUR, brutto) oder der daraus berechneten Sozialhilfen bestimmt sehr tröstlich ist. Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung dieser Summe auf zumindest 80.000 Forint im nächsten Jahr (300.- EUR). Die Arbeitgeber schrien bereits auf, dass dies ja über 11% seien, auch wenn sich das alles bei einer Jahresinflation von durchschnittlich (!) rund 5-6% ohnehin bald relativiert. Die Realeinkommen der Ungarn, die noch Arbeit hatten, sind in diesem Jahr im Schnitt um 2,5% gesunken, was vor allem auf Kürzungen von Zulagen im öffentlichen Dienst zurückzuführen ist.
Löhne, Lügen und Leben in Ungarn
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