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(c) Pester Lloyd / 51 - 2009  WIRTSCHAFT 16.12.2009

 

Sterne, die vom Himmel fallen

Sieben Länder, darunter Ungarn, Tschechien, Österreich, einigten sich auf gleiche Kriterien für die Vergabe von Hotel-Sternen

Auf dem Weg zu einem einheitlichen System für die Verleihung von Hotelsternen in Europa wurde am Montag in Prag, nach Angaben der Beteiligten, ein wichtiger Grundstein gelegt. Die Hotelverbände aus Österreich, Deutschland, der Niederlande, Schweden, der Schweiz, Tschechien und Ungarn gründeten die "Hotelstars Union", die nationale Mauscheleien und Blendwesen gegen Transparenz und Verlässlichkeit eintauschen will.

Unter der Schirmherrschaft von HOTREC - Hotels, Restaurants & Cafés in Europa - werden die Mitglieder ab 2010 ein gemeinsames Klassifikationssystem in ihren Ländern einführen, um damit ihren Hotelgästen  Transparenz und ein vergleichbares System zu bieten. Noch bis vor Kurzem waren einheitliche Hotelsterne am europäischen Firmament eine ferne Vision und ungeeignet ein vernünftiges Marketing aufzubauen.

Die Sterne werden bisher von den nationalen Hotelverbänden vergeben, was Mauschelei, Korruption und Schönfärberei Tür und Tor öffnete. So ärgern sich viele Reisende immer wieder z.B. über Fünf-Stern-Hotels in Ungarn, die z.B. in Österreich sogar um ihren vierten Stern bangen müssten. Deren Sterne scheinen oft einfach vom himmel gefallen zu sein. Andererseits leiden auch in den östlichen Ländern diejenigen gut geführten Häuser unter dem Vertrauensverlust, der durch solche schwarzen Schafe geschaffen wurde. Das Fundament der jetzt erzielten Einigung bilden die 21 Prinzipien von HOTREC, der europäischen Vermarktungsplattform für insgesamt 1,6 Millionen Hotel-, Pensions-, Restaurant- und Kaffeehausbetriebe für 39 europäische Länder. Vorerst sieben haben sich nun auf die Übernahme einer gemeinsamen Checkliste für die Sternvergabe einigen können.

Die Präsidenten und Geschäftsführer der Mitglieder der "Hotelstars Union" luden ebenso wie HOTREC-Präsident Kent Nyström weitere HOTREC-Mitgliedsländer zu der gemeinsamen Klassifizierungsinitiative ein: "Diese Initiative steht ausdrücklich weiteren Ländern in Europa offen, die ebenfalls weitere Anreize zur Steigerung der Qualität und zur Förderung der Vermarktung ihrer Hotellerie setzen wollen." Bereits ab Januar 2010 werden Österreich, Deutschland, Schweden und Tschechien die gemeinsamen Kriterien umsetzen. Ungarn setzt nach Schaffung der gesetzlichen Grundlagen auf einen Startschuss noch im Laufe des Jahres 2010, wobei hier der Vorbehalt der Wahlen im Frühjahr beachtet werden muss, der für Monate die Gesetzgebungsverfahren verzögern kann. Die Schweiz wird ihrem fünfjährigen Klassifikationsrhythmus folgend im Jahr 2011 gleichziehen. In den Niederlanden gilt ein ähnlicher Zeitplan.

Die gemeinsame Hotelklassifizierung basiert auf insgesamt 270 einzelnen Kriterien - einer Kombination von Mindestkriterien je Kategorie und fakultativen Kriterien, mit denen notwendige Punktwerte gesammelt werden können. Durch repräsentative Gästebefragungen werden diese Kriterien weiterentwickelt und dementsprechend auf die Erwartungen und Ansprüche der Gäste abgestimmt. So lautet der Plan. Den Erkenntnissen folgend, wurden im ab 2010 gültigen Kriterienkatalog Schwerpunkte in den Bereichen Qualitätsmanagement, Wellness und Schlafkomfort gesetzt. Die Hotelsterne der in Prag begründeten Partnerschaft werden zunehmend auch eine Brückenfunktion zwischen dem realen Hotelprodukt und seinem virtuellen Abbild im Internet übernehmen. Erste Akzente in diese Richtung wurden etwa mit Kriterien zur Aussagekraft der Hotel-Homepages und zur Einbindung von Hotel-Bewertungsportalen gesetzt. Ob die gemeinsame Initiative zu einer erhöhten Anstrengung bisher kritischer Betriebe führt oder ein großes Sternensterben einsetzt?

Weitere Informationen und die Kriterienkataloge sind auf der Website
www.hotelstars.eu verfügbar. Eine Übersicht über alle
Klassifizierungssysteme in Europa ist auf der HOTREC-Homepage
www.hotelstars.org abrufbar.

Quelle: Hotrec / -red.
 

 

 

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