(c) Pester Lloyd / 33 – 2009 WIRTSCHAFT 11.08.2009
15.000 Zwangsräumungen in Ungarn – Banken schuld?
Die Zivilorganisation Otthonvédők (Schützer des Zu Hause) verlangt eine Dringlichkeitssitzung des Parlamentes und die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Rolle und das Verhalten der Banken bei der Delogierung / Zwangsräumung von bis zu 15.000 Wohnungen und Häusern in Ungarn in den letzten Monaten.
Die Kritik – nicht nur dieser – Organisation geht dahin, dass Zigtausende Menschen ihr Zu Hause verloren haben, obwohl die Banken in Absprache mit der Regierung zugesagt haben, Zahlungsfristen zu verlängern, keine einseitigen Konditionsveränderungen vorzunehmen und bei Härtefällen – zumindest eine Zeit lang – auf Zwangsmassnahmen zu verzichten. Die Regierung hatte zudem einen Notfonds eingerichtet, der Leuten helfen soll, die von Zwangsräumungen bedroht sind.
Im Gegensatz zu den blumigen Ankündigungen hätten die Banken einseitig die Konditionen von Krediten geändert, Gebühren erhöht und weitere Kosten, wie gestiegene Risiken auf die Kunden umgelegt. Vor allem aber habe man nicht, wie zugesagt, den Einzelfall individuell geprüft, sondern sei pauschal nach Schema F vorgegangen. Rund 750.000 Menschen in Ungarn haben derzeit noch Fremdwährungskredite laufen, die meisten lauteten auf Schweizer Franken, der in der Krise zwischenzeitlich um 30% gegenüber dem Forint gestiegen ist. Rund 712.000 Ungarn sind mit ihren Ratenzahlungen gegenüber Banken im Rückstand. Die Kreditausfallquote schnellte von 2-3 auf 5-7% innerhalb eines Jahres. Bis zu 10-12% werden möglich.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




