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5 Milliarden extra: Ungarns Regierung plant nukleares Endlager

(c) Pester Lloyd / 16 – 2015 NACHRICHTEN 13.04.2015

Eine Initiative der Regierungspartei sieht die Errichtung eines nuklearen Zwischen- bzw. möglicherweise eines Endlagers für Atommüll in Ungarn vor. Dies sei, so die Begründung der Einbringer, hinter denen jedoch das Amt des Ministerpräsidenten vermutet wird, ein Gebot der Energieunabhängigkeit. Denn wohin mit den abgebrannten Brennstäben, wenn die russische Seite (dorthin gelangt der Atommüll aus Paks bisher) dafür irgendwann zu viel Geld verlangt oder aus anderen Gründen eine Verbringung nicht möglich ist.

Die Erkundung und Errichtung eines solchen Lagers würde die geplanten Kosten für den Ausbau von Paks um zwei weitere Reaktoren, von derzeit projektierten 12 Milliarden um bis zu weitere 5,6 Milliarden Euro erhöhen, heißt es in einer Einschätzung des Kernforschungsinstituts der Akademie der Wissenschaften. Genau darin könnte die eigentliche Motivation der Einbringer liegen. Die Sache ist jedoch so heikel, dass die Regierung selbst sich dazu noch nicht positionierte und daher „Fachleute“ als Testballons vorschickte.

Die Wissenschaftler weisen daraufhin, dass weltweit praktisch kein Endlager existiert, das diesen Namen verdient, eine landeseigene Lösung also immer noch einen provisorischen Charakter tragen würde. Auch das staatliche Unternehmen, das bisher die radioaktiven Abfälle von Paks managt (RHK), zeigt sich über solche Bestrebungen mit Verweis auf internationale Erfahrungen skeptisch. Es sei schon eine schwere Bürde, die Kapazitätserweiterung von Paks unter dem alten Handling sicher zu stellen, denn der Mehraufwand betrage dafür mindestens 3 Mrd. EUR, – auch ohne eigene Lageramitionen.

Mehr zum AKW Paks II Projekt und dem russischen 10 Mrd. EUR-Kredit

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