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22. Szigetfestival in Budapest ist eröffnet

(c) Pester Lloyd / 33 – 2014 KULTUR 11.08.2014

„Sziget Festival – Insel der Freiheit“ So lautet der offizielle Name eines der größten Open Air Festivals Europas, das am Montag begann. Insel der Freiheit. In einem Meer der Unterdrückung? Die Veranstalter halten hohe Stücke auf die Weltoffenheit des Events und inszenieren mit dem Slogan ganz bewusst eine (durchaus durchkommerzialisierte) Gegenwelt europäischer Normalität und Entspanntheit zum angestrengten und abgeschmackten Nationalismus Orbánscher Prägung. Um Kompromisse mit den Regierenden kommen aber auch sie nicht herum.

So gab es vor einigen Jahren Versuche der Fidesz-Stadtregierung, das Festival an die Leine zu legen, in dem man zunächst exorbitante Mietforderungen für die Benutzung der „Insel der Jugend“ einforderte und die Gebühren für Müllbeseitigung und Renaturierung anhob. Damit einher ging eine Kampagne, die von Zuständen wie in Soddom und Ghomorra sprach, wild kopulierende Jugendliche, Sauf- und Drogengelage allerorten, stinkende Öffis und wildes Zelten mit Müllbergen.

Auch wirtschaftlich waren die Veranstalter rund um den Gastronomen und Impresario Gerendai zwischenzeitlich in schweres Wasser geraten, konnten sich aber wieder freischwimmen. Schließlich einigte sich auch der Staat und die Stadt mit den Betreibern, die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfungskette im Auge, wozu aber auch gehörte, dass die Regierung in Zelten und an diversen Ständen Werbung für ihre „nationale Sache“ machen kann. Und auch in diesem Jahr wurden „Akustikproben“ angesetzt, um sicherzustellen, dass die Lärmbelästigung nicht ausartet. Heute beruhigte die Behörde, OB Tarlós wird ruhig schlafen können.

Den überwiegend schlaflosen Besuchern ist das Drumherum im Wesentlichen egal, sie rennen dem Festival jedes Jahr die Türen ein, auch wenn die Preise stetig steigen und sich viele ungarische Jugendliche das Festival kaum oder nur tagesdosiert leisten können. Schon vor einer Woche waren alle 44.000 Wochentickets ausverkauft, 1000 Stück davon hält der Veranstalter für den Verkauf an den Tageskassen zurück, vor allem, um den Schwarzmarkt im Zaum zu halten. Interessenten können sich nun um die je 25. Tagestickets bemühen, zusammen mit den VIP-Tickets können täglich 85.000 Besucher abfeiern, rund 400.000 werden es insgesamt.

Alle Infos zum Line-up, Anreise, Unterkunft, Ticketkauf etc. sind – auch in deutscher Sprache – auf der offiziellen Webseite der Veranstaltung zu finden. www.szigetfest.de/ red

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