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Der zweischwänzige Hund schlägt wieder zu: Orbáns Heimatort soll Weltraumbahnhof bekommen

(c) Pester Lloyd / 19 – 2017 BOULEVARD 10.05.2017

Weil der Weltuntergang kurz bevorsteht, wollen die Aktivisten die Besten der Besten des Ungarntums ins Weltall schießen, vor allem Klempner und Strohmänner, auf dass sie später ewiges – ungarisches – Leben auf den Planeten zurück bringen – und Freibier.

Die für ihre satirischen Demontagen von Regierungspropaganda bekannt gewordene „Partei des zweischwänzigen Hundes“, die gerade erst einen „alternativen Friedensmarsch“ abgehalten hatte, plant den Bau eines Weltraumbahnhofs. Und zwar im Heimatort des Ministerpräsidenten Orbán, Felcsút.

Hintergrund: Orbán hat Felcsút in den vergangenen Jahren praktisch zu seinem eigenen kleinen Disneyland umgestaltet: vom steuerfinanzierten Bau eines überdimensionierten Fußballstadions , inkl. Fußballschule und Erstligaklub, über eine Schmalspureisenbahn , Hotels und Gästehäuser, Restaurants, seinem Eigenheim, bis hin zum Rathaus oder der Dorfpizzeria, den Ländereien bis weit hinein in die Puszta – alles ist in Händen der Orbán-Familie oder denen seines Gutsverwalters und Bürgermeisters und “Self”made Milliardär Mészáros .

Für Belustigung sorgte, dass sich die 1.350-Einwohner-Gemeinde neulich vom zuständigen Ministerium die Genehmigung für den Bau eines internationalen Flughafens erteilen ließ. Den Größenwahn und Irrwitz hinter dem System Orbán will die „Spaßpartei“ nun eben mit einer Abschussrampe samt Trainingszentrum für Raumschiffe demaskieren. Ebenfalls inspiriert wurde das Projekt durch die staatliche Finanzierung für ein Raumfahrtmuseum am äußersten östlichen Rand des Landes, im Geburtsort des bis dato einzigen ungarischen Kosmonauten.

Im Video-Aufruf (siehe eingebettetes Video) zu dem Projekt heißt es erklärend: „Hallo. Wir werden nach Felcsút kommen, um ein Gelände zu mieten, auf dem wir einen lokalen Weltraumbahnhof errichten. … Der Grund dafür: wir werden diese Station brauchen, denn es haben die 40 Tage des Sonnenscheins begonnen, nach denen die Erde ein für alle mal zerstört werden wird. … Daher möchten wir gerne verschiedene Ungarn aus wichtigen Gruppen der Gesellschaft in den Weltraum schießen, damit sie später die Erde wiederbesiedeln könnnen. Unter ihnen sollten ein paar Kommunalbeschäftigte sein, ein Sportlerpaar, ein Klempnerehepaar (Anspielung auf Mészáros eigentlichen Beruf), ein Strohmann-Ehepaar (Anspielung auf Mészáros jetzigen „Beruf“) sowie natürlich ein Hunde-Ehepaar. … Ziel sei es, dass die Wiederansiedler ewiges Leben nach Ungarn bringen – und natürlich Freibier!

Das Projekt wird – wie alle vorherigen – durch Crowdfunding finanziert, also kein Forint der staatlichen Parteienförderung dafür verwendet. Die Partei benötigt für die Raumstation 10 Millionen Forint, also knapp 30.000 EUR.

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