(c) Pester Lloyd / 32 – 2009 WIRTSCHAFT 07.08.2009
Die Einzelhändler in Ungarn beklagen Umsatzrückgänge wegen der Mehrwertsteuererhöung, Billigmarken legen zu
Die stärksten Einbrüche melden die Händler für langlebige Konsumgüter, hier wurde in den ersten Wochen seit der Anhebung der Mehrwertsteuer in Ungarn von 20 auf 25% im Regelsatz, ein Minus von 15% bei den Umsätzen vermeldet. Im gesamten Einzelhandel schätzt man die Einbussen auf ca. 7-8%, sie liegen damit also deutlich höher als die Steuererhöhung.
Und auch bei Lebensmitteln, die den ermässigten Steuersatz von 18% geniessen, ist ein Rückgang spürbar. Die Kunden verschieben nicht nur Anschaffungen, sondern steigen auch vermehrt auf billigere Marken um, sagt Attila Fodor, Sprecher der Lebensmittelhandelskette CBA, die 3.500 Supermärkte betreibt. Das hat bei seinem Unternehmen in einigen Filialen zu 10%igen Umsatzrückgängen geführt. Bei den kleineren Geschäften seiner Kette sei die Lage „dramatisch“. Hier fielen die EInnahmen gegenüber dem Vorjahr bereits um ein Fünftel.
Verkaufen um jeden Preis, CBA versucht es mit Gewinnspielen György Vámos, Generalsekretär des Nationalen Einzelhandelsverbandes warnte schon seit längerem vor einem befürchteten Zusammenhang zwischen Mehrwertsteuererhöhung und weiterer Konsumflaute. Bisher sank die Kauflust der Ungarn, im Verhältnis zur Schwere der Wirtschaftskrise nur moderat. Im Mai, also noch vor der Steuerreform, sanken die Verkäufe zum Vormonat schon um 0,5% zum April, im April waren es 0,3% zum März, kommende Wochen werden die Junizahlen erwartet, 0,6% Rückgang zum Mai werden befürchtet, der grosse Schock steht jedoch für den Juli noch bevor. Zum Vorjahr liegen die Verluste des EInzelhandels bei den Umsätzen derzeit bei ca. 4,6%, im Vergleich: die Industrieproduktion ging wertmässig im gleichen Zeitraum um über 20% zurück.
Da die Geschäfte versuchen, durch weitere Aktionen und Sonderangebote die Verkäufe zu stimulieren, leiden zwangsläufig die Lieferanten, was wiederum Arbeitsplätze gefährdet. Auch der Handel kann Geschäftsschliessungen in grösserem Umfang nicht ausschliessen, nicht alle haben das Polster, durch die Flaute durchtauchen zu können.
Interessanterweise stieg, laut GfK, der Umsatz von sog. Billigmarken und weniger beworbenen Produkten im Jahresvergleich um 2,8% gegen den Trend, während die klassischen und in der Werbung dauerpräsenten Markenhersteller ein Minus von 9% hinnehmen mussten.
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