(c) Pester Lloyd / 45 – 2009 POLITIK 06.11.2009
Gyurcsány-Berater wird ungarischer EU-Kommissar
Ungarns Regierungschef Gordon Bajnai benannte heute László Andor zum Kandidaten für den ungarischen EU-Kommissar in Brüssel. Andor ist einer der Direktoren der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung EBRD. Bajnai habe „keine Zweifel an seiner Eignung und Integrität“, sagte der Premier auf einer Pressekonferenz. Andor bedankte sich für das Vertrauen und nannte die Kandidatur eine „große Verantwortung“, denn die Tätigkeit des EU-Kommissars habe immer auch Einfluss auf die Reputation des Landes, aus dem dieser stammt. Nach jetzigem Stand könnte Andor Kommissar für „Regionales“ werden, sein Vorgänger László Kovács war bzw. ist immer noch Kommissar für Zoll- und Steuerfragen, seine Leistung wird aber international als zu defensiv und teilweise inkompetent kritisiert.
László Andor ist 43 Jahre alt. Seit 2005 ist er als gemeinsamer Repräsentant von Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Kroatien Mitglied des Direktorengremiums der EBRD. Seine Tätigkeit als wirtschaftlicher Berater des ungeliebten früheren Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány macht ihn angreifbar, für die Opposition disqualifiziert sie ihn. Da diese ihn aber selbst bei ihrer Machtübernahme im Frühjahr nicht mehr aus Brüssel abberufen kann, da er vom EU-Parlament bestätigt ist, dürfte Ungarn einen innenpolitischen einflusslosen EU-Kommissar bekommen, sich letztlich also wieder selbst schaden. Zum Thema:
Der Kommissar geht um (02.10.2009)
Ungarn bekommt einen EU-Kommissar ohne Rückhalt im Land
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