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Ungarn bleibt Weltspitze beim Selbstmord

(c) Pester Lloyd / 35 – 2010 NACHRICHTEN 01.09.2010

Ungarn bleibt Weltspitze beim Selbstmord

Ungarn gehört weiterhin weltweit zu den Ländern mit der höchsten Selbstmordrate, jährlich setzen rund 2.400 bis 2.500 Einwohner ihrem Leben selbst ein Ende, immerhin rund sieben Personen pro Tag. Trotz eines rückläufigen Trends seit 1987, konnte man die Grundtendenz bisher nicht ändern, man bleibt in der Weltrangliste weiter auf Platz 5, meldet das Staitstische Zentralamt in Budapest. 2006 wiederum endete der Rückgang der Selbstmorde im Land und stieg seitdem wieder leicht an, der Rekordwert stammt indes aus dem Jahr 1983 mit fast 5.000 Freitoden.

Der Psychater Tamás Zonda, Spezialist für die Ursachenforschung von Suizidien, verbindet die Trendwende von 1987/88 mit den positiven Zukunftsaussichten in der Gesellschaft, die sich seitdem jedoch in vielen Belangen zerschlagen oder minimiert haben. Ein Anstieg der Selbstmorde ist für Ungarn wieder zu befürchten, meint auch Attila Németh, Direktor des Nationalen Institutes für Psychatrie in der Zeitung Népszabadság. Er ergänzt, dass „wir mehr Krankenhauseinweisungen wegen Selbstmordversuchen und -gefährdung registrieren“, was meistens mit einem Anstieg der Suizidrate einhergeht. Auch zwischen Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol, der in Ungarn sehr hoch ist und dem Auftreten von klinischen Depressionen, stellt Németh einen Zusammenhang her. Immerhin ist festzustellen, dass der Trend ein wenig weg von harten Sachen, hin zu Bier und Wein geht.

Besonders auffällig sei Ungarn hinsichtlich der hohen Suizidrate bei älteren Menschen, wofür er neben dem Sozialsystem mit teils beschämend niedrigen Renten, auch die soziale Isolation verantwortlich macht. Auffallend seien auch die Häufungen von Familientragödien, immerhin wurden in den letzten vier Monaten zwei komplette Familien von ihren Vätern ausgelöscht.

Auf den Plätzen 1-4 liegen nach dem aktuellsten Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Litauen, Weißrussland, Russland und Slowenien, dann folgt Ungarn, danach Kasachstan, Lettland und Südkorea.

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