(c) Pester Lloyd / 16 – 2011 WIRTSCHAFT 21.04.2011
KOMMENTARE
Sachdienliche Hinweise erbeten
Wieder große Ankündigungen über Bürokratieabbau in Ungarn
So ambitioniert die Zahlen, so unkonkret bleiben seit einem Jahr die Pläne. Nun sollen „im Sommer“ konkrete Vorlagen geliefert werden, wie Milliarden in der bürokratie gespart werden können – für Staat und Unternehmen. Das erklärt zumindest einmal mehr der Nationalwirtschaftsminister. Wir wollen ihm helfen und bitten unsere Leser um Beispiele und Vorschläge.
Wirtschafts-, Finanz- und “Ankündigungs”-Minister, György Matolcsy. Der ungarische Minister für Nationalwirtschaft, György Matolcsy, hat zum x-ten Male ein „drastisches Programm“ zur Reduzierung der Kosten für Bürokratie und Administration zwischen Staat und Unternehmen angekündigt, die sowohl dem Staat als auch den Unternehmen erhebliche Summen ersparen sollen. Man arbeite derzeit an den Details, „die Unternehmer sollten ab 2012 beginnen, die Effekte davon zu spüren“, so der Minister vor der Presse. Für den Staatshaushalt erhofft sich Matolcsy gigantische Einsparungen von über 500 Milliarden Forint (1,9 Mrd. EUR).
Die Einsparungen für die Unternehmen sollen sogar doppelt so hoch werden, wenn „die Maßnahmen voll greifen“. Derzeit, so der Minister betragen die jährlichen Aufwendungen der Unternehmen für die „Kommunikation“ mit Ämtern und Behörden rund 3.000 Milliarden Forint, was mehr als 10% des BIP ausmacht. Zum Ende der Legislaturperiode soll der Effekt für das BIP bis zu 1,3% betragen.
So ambitioniert die Zahlen, so unkonkret bleiben seit einem Jahr die Pläne. Nun sollen „im Sommer“ konkrete Vorlagen geliefert werden. Vor allem die Bereiche Firmenregistrierungskosten, gewerbliches und bauliches Genehmigungswesen, Ausschreibungen, aber auch das Universum Steuerabschluss und Lohnabrechnung bergen das größte Potential, die Gründung einer Firma ist in Ungarn heute immernoch teurer als in den USA oder Großbritannien.
Auch die Zusammenlegung von Behörden in Form von einem behördlichen Ansprechpartner für Unternehmensbelange, eine Straffung der Zahl und des Umfangs „erforderlicher“ Dokumente könnte den Unternehmen viel Geld, vor allem Zeit, also wieder Geld sparen. Dazu bräuchte es aber endlich mehr als der Wiederholung von Zielgrößen. Wir bitten unsere Leserschaft hier im Forum um sachdienliche, praxisnahe Hinweise und Ideen, die wir in einigen Wochen gebündelt und übersetzt an die zuständigen Regierungsstellen weiterleiten werden.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





