(c) Pester Lloyd / 25 – 2013 NACHRICHTEN 20.06.2013
Das ungarische Parlament hat am Montag drei Resolutionen verabschiedet, wonach die Schulen des Landes angewiesen werden, dass jeder Pflichtschüler wenigstens einmal eine Stätte des totalitären Terrors aufsuchen sollte wie die Holocaust Gedenkstätte in Budapest bzw. ein Konzentrations- und Vernichtungslager wie jenes in Auschwitz. Laut dem Antrag der oppositionellen Sozialisten (MSZP) soll diese Anordnung in den nationalen Schullehrplan aufgenommen werden, jenes Dokument, in das auch die antisemitischen Schriftsteller Wass und Nyirö als Pflichtstoff befördert wurden (nach neuester Volte eines Fidesz-Kaders, nicht um sie zu ehren, sondern, um ihren Antisemitismus bloßzustellen…). Der Antrag der MSZP wurde von den Regierungsparteien Fidesz-KDNP unterstützt, Jobbik war dagegen
Ein weiterführender Antrag, dass die Kosten für diese Klassenausflüge in Gänze von den Schulen bzw. ihren Trägereinrichtungen getragen werden, wurde indes abgeschmettert. Das ist insofern nicht ganz unbedeutend, da – quasi-obligatorische – Schul-„Wallfahrten“ an „heilige Stätten des Ungarntums in Siebenbürgen“ (O-Ton Regierungserlass) durch einen Sondernfonds der Regierung finanziert werden, der gerade erst wieder aufgestockt worden war. In Antwort auf den Vorstoß der MSZP verlangten die „Christdemokraten“, eine Fidesz-Anhängselgruppe, dass auch das Budapester „Haus des Terrors“ verpflichtend besucht werden sollte, wo der Schwerpunkt der historischen Bearbeitung eher auf den Verbrechen stalinistischer und poststalinistischer Systeme liegt, Relativierungen und Verzerrungen eingeschlossen. Zwei Kleinparteien (DK, Dialog für Ungarn) blieben der Abstimmung darüber fern, alle anderen stimmten dafür. Jobbik beantragte zudem noch einen verpflichtenden Besuch des ehemaligen stalinistischen Arbeitslagers in Recsk in Nordungarn, auch dieser Antrag wurde angenommen bei Enthaltung einiger Parlamentariergruppen. red.
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