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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 14/2010

(c) Pester Lloyd / 14 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Büroleerstand in Ungarn erreicht 22%

06.04.2010 · Wirtschaft

Büroleerstand in Ungarn erreicht 22%

Ende 2009 lag der Leerstand bei Büros in Ungarn bei fast 22%. 2008 betrug dieser Wert nur 13%. Das meldet der lokale Makler ABLON in einer Studie. Damit sticht Ungarn auch auf Vergleichsmärkten negativ heraus. In Tschechien liegt der Leerstand bei Büros lediglich bei 11,6%, in Rumänien bei 16 und in Polen sogar nur bei 7,3%. Die durschnittlichen Monatsmieten sind binnen eines Jahres in Ungarn um 17% gefallen und betragen jetzt noch je nach Kategorie und Lage zwischen 10 und 14 EUR, für vergleichbare Flächen in Polen bezahlt man 21-22 EUR, ein Rückgang allerdings um 26%. In Rumänien beträgt die Einbuße bei den Mieteinnahmen für die Vermieter durchschnittlich 24% auf 18-20 EUR, in Tschechien ca. -9% bei um die 20 EUR. Vor 2012, so ABLON, ist in Ungarn auch kaum mit einer spürbaren Erholung zu rechnen. Noch in Krisenzeiten wurden etliche Projekte angefangen, die weiterhin den Markt überschwemmen.

Jahresergebnisse 2009 der CIB-Bank Ungarn

06.04.2010 · Wirtschaft

Jahresergebnisse 2009 der CIB-Bank Ungarn

Die ungarische CIB – Bank, Tochter der italienischen Intesa Sanpaolo, kann für 2009 nur noch einen kleinen Gewinn ausweisen. Der Gewinn nach Steuern sank um 23,5 Milliarden Forint auf noch 4,7 Mrd. (ca. 17,7 Mio EUR). Der operative Gewinn der CIB lag gegenüber dem Vorjahr jedoch mit 80,8 Mrd. Forint sogar um 8,3% über dem Ergebnis von 2008, wurde aber vor allem von den erhöhten Risikorücklagen für faulende Kredite (letztlich also deren Abrschreibung) aufgefressen. 2009 wurden 71,3 Mrd. Forint (fast 270 Mio EUR) auf die hohe Kante gelegt, um die Sünden der Vergangenheit, also die fahrlässige Kreditvergabe an Privatkunden, auszugleichen. 2008 lagen die Rückstellungen nur bei 34,3 Mrd. Gleichzeitig fährt auch die CIB, so wie alle Banken der Region, ihr Kreditportfolio zurück, im letzten Jahr um 8% auf 2.446 Mrd. Forint (9,23 Mrd. EUR). Dagegen konnte (und musste) man die Einlagen erhöhen, dies geschah, auch befördert durch ein höheres Sicherheitsbedürfnis der Sparer in der Krise um 179 Mrd. Forint auf 1.623 Forint (6,1 Mrd. EUR). Das Kredit-Einlage-Verhältnis ist bei der CIB im Vergleich zu anderen Banken in Ungarn als deutlich schlechter zu bewerten. Eine Rendite wird auch in diesem Jahr nicht gezahlt, der Nachsteuergewinn wird in eine Gewinnreserve veranlagt. Die Muttergesellschaft hatte 2009 eine Kapitalerhöhung um 150 Mio EUR vorgenommen, um die Eigenkapitalausstattung an die Zeiterfordernisse anzupassen.

Korruptionsvorwürfe gegen Daimler in Ungarn

06.04.2010 · Wirtschaft

Korruptionsvorwürfe gegen Daimler in Ungarn

Im Zuge des Korruptionsverfahrens gegen die Damiler AG als Rechtsnachfolger der DaimlerChrysler AG vor einem US-amerikanischen Gericht, wies der ungarische Ministerpräsident das Nationale Vermögensamt an, eine Untersuchung über einen Deal von 2005 einzuleiten. Darin geht es um die Belieferung der staatlichen Regionalbuslinie Volánbusz mit neuen Fahrzeugen. In den Unterlagen zur Klage in den USA heißt es u.a., dass Daimler in Ungarn mehr als 300.000 EUR an „Offizielle“ gezalht habe, um den Deal mit Volán zu bekommen, teilte das Amt des Ministerpräsidenten auf Anfrage mit. Gegen die Zahlung von rund 130 Mio EUR wurde das Verfahren in den USA eingestellt, bis Ende April soll in Ungarn ein Bericht über den Vorwurf an Daimler vorliegen. Die Klageeinstellung in den USA ist für Ungarn natürlich nicht bindend. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Alma Mahler-Salons in Budapest

06.04.2010 · Nachrichten

Alma Mahler-Salons in Budapest

Das österreichische Kulturinstitut in Ungarn eröffnet mit einem Alma Mahler Salon im Petöfi Literaturmuseum in Budapest das Mahler-Gedenkjahr 2010. Alma Mahler, die Gattin des Komponisten rückt dabei in den Mittelpunkt dieser fünfteiligen „Salon“-Reihe. Der erste Salon stand am 29. März unter dem Motto „Wien um die Jahrhundertwende“ und setzte sich mit den Umbrüchen der Zeit auseinander, die in Mahlers Kompositionen reflektiert werden und aufeinander treffen. Gestaltet wurde die Reihe vom ehem. Kulturminister und Kunsthistoriker Zoltán Rockenbauer, der neben Harald Haslmayr (Kultur- und Musikhistoriker, Universität Graz) und István Fried (Literaturwissenschaftler, Universität Szeged) diskutierte. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Musikjournalisten László Györi. Historische Musikaufnahmen von Kompositionen Alma Mahlers sowie eine Darbietung Gustav Mahlers Kindertotenlieder von Erika Gál , begleitet von Irena Saveljeva rundete die Veranstaltung ab. Die „Alma Mahler Salon“ Reihe wird im Herbst fortgesetzt. Gustav Mahler war vor seiner Tätigkeit in Wien 2 Jahre Generalmusikdirektor an der Königlichen Hofoper in Budapest.

Neuwagenmarkt in Ungarn ohne Erholungszeichen

06.04.2010 · Wirtschaft

Neuwagenmarkt in Ungarn ohne Erholungszeichen

Der Jahresanfang hielt den ungarischen Neuwagenmarkt am krisenbehafteten Boden der Talsohle. 10.210 neu zugelassene Fahrzeuge im ersten Quartal des Jahres bedeutet ein Minus von 55% gegenüber dem dersten Quartal 2009, das ja bereits schon ein Krisenquartal war. Dennoch, so der Verband der ungarischen Autoimporteure fielen die Zahlen jetzt so schlimm aus, weil vor einem Jahr die „Basis so hoch war“, was daran lag, dass Händler und Finanziers durch ruinöse Sonderaktionen alles an den Mann brachte, was vier Räder hatte. Für Mitte des Jahres hofft man auf eine reale Erholung, andere Marktbeobachter sehen das aber völlig anders.

Auch in den weiteren Segmenten sind die Zahlen schlecht, bei leichten Gewerbefahrzeugen betrug der Rückgang 56% und es wurden noch 1.689 zugelassen, 40% auf gerade noch 488 betrug der Rückgang bei Motorrädern und schwere Nutzfahrzeuge fielen nochmals um 45% auf lediglich 133 zurück. Ob es da unbedingt zukunftsweisend vom Verband ist, die Verschärfung der Kreditgesetze für Privatpersonen als geschäftsschädigend anzusehen? Immerhin war die sorglose Vergabe von Finanzierungen ein Grund, warum die ungarischen Privathaushalte derart hart von der Krise getroffen wurden.

Monumentalpark Ópusztaszer wiedereröffnet

06.04.2010 · Tourismus

Ungarischer

Der historisierende Gedenkpark Ópusztaszer wurde nach aufwendigen Renovierungsarbeiten mit Hilfe von EU-Geldern vergangenen Donnerstag wiedereröffnet. Die monumentale Anlage in Südungarn widmet sich auf 55 ha der frühen ungarischen Geschichte, verherrlicht die Landnahme und die Stammesgeschichten bis zur Staatsgründung des Landes. Aufgrund eines Dachschadens wurde ein ausladendes Panoramabild der Landnahme im Karpatenbecken im 9. Jahrhundert beschädigt, sozusagen verwässert. Der Leiter der Gedenkstätte, Tamás Tokovics, freut sich, dass durch die Verglasung den Besuchern nun ein näherer Blick auf das Gemälde von Árpád Feszty von 1894 möglich wird. Das Werk hing bis Kriegsende in einem seziell dafür errichteten Pavillion im Budapester Stadtwäldchen. www.opusztaszer.hu

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