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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 14/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 14 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Staatsgarantie für Ganz-Rock zugesagt

09.04.2010 · Nachrichten

Staatsgarantie für Ganz-Rock zugesagt

Am Mittwoch dieser Woche entschied die ungarische Regierung die Übernahme von Garantien auf Bankkredite des traditionsreichen Unternehmens Ganz-Rock, einem Entwickler und Hersteller von Kraftwerkskomponenten, Tochter der in Schieflage geratenen Firma Transelektro. Voraussetzung für die Staatsgarantie sei jedoch die Genehmigung des Testrukturierungsplanes durch die Europäische Kommission, merkte Regierungssprecher Domokos Szollár an. Es geht dabei um eine Summe von 2 Milliarden Forint (ca. 7,5 Mio EUR), die zur finanziellen Absicherung der Umstrukturierung gedacht sind. Verläuft alles nach Plan, bleibt das Geld jedoch dem Staat erhalten. Es geht bei Ganz-Rock um rund 500 Arbeitspätze an zwei Standorten, einem im Budapest und einem weiteren in Kiskunfélegyháza.

ITD erhält Strafe wegen Verstößen bei Ausschreibungen

09.04.2010 · Nachrichten

ITD Hungary erhält Strafe wegen Verstößen bei Ausschreibungen

Die Schiedskommission für das öffentliche Beschaffungswesen hat eine andere staatliche Behörde, nämlich die beim Wirtschaftsministerium angesiedelte Investitions- und Handelsförderungsagentur ITD mit einer Strafe von 5 Mio Forint (ca. 18.600 EUR) belegt, weil diese ungültige Gebote für Ausschreibungen angenommen und zudem Verträge mit solchen nicht berechtigten Bietern geschlossen habe. Hintergrund ist eine Ausschreibungsserie vom November 2008. Die ITD suchte damals Partner für Werbeveranstaltungen zur Geschäfts- und Investitionsförderung in fünf Regionen, darunter an der Ost- wie Westküste der Vereinigten Staaten, im Baltikum, Österreich und Frankreich. Wie eine spätere Recherche einer Regierungstaskforce ergab, wurden in zuimindest drei Fällen von Gewinnern der Ausschreibung die verlangten Qualifikationen nicht erbracht. Vor wenigen Monaten wurde der Chef der ITD fristlos entlassen.

Chef von ITD Hungary fristlos entlassen (Jan 2010)

Legendär ohne Meer (Jan 2010)

„Von Budapest aus sind alle Himmelsrichtungen sehr gut zu erreichen“ – Wie sich Ungarn über die ITD als Wirtschaftsstandort präsentiert

Mittelalterburg in Kőszeg wird renoviert

09.04.2010 · Tourismus

Mittelalterburg in Kőszeg wird renoviert

Die mittelalterliche Burg im westungarischen Kőszeg wird im Rahmen des Ungarischen Entwicklungsplans und mit Hilfe von EU-Geldern restauriert. Das teilte die Nationale Entwicklungsagentur beim Wirtschaftsministerium mit. Insgesamt stehen für die Instandsetzung der Jurisics Burg aus dem 13. Jahrhundert 950 Mio Forint (ca. 3,54 Mio EUR) zur Verfügung, der größte Teil davon, 800 Mio Ft., kommen aus Mitteln der EU. Das letzte größere Facelifting erhielt die Burg in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhundert. Im Zentrum der Arbeiten wird u.a. der Rittersaal stehen, der für öffentliche wie private Veranstaltungen mietbar gemacht werden soll und in dem Festmale mit Musik steigen sollen. Das leerstehende Hostel wird zu Sitzungsräumen und Kulturbüros umgebaut. Auch die Beleuchtung und die Heizung werden erneuert. Die Stadt Kőszeg hat bisher für 34 Projekte im Rahmen des Nationalen Entwicklungsplanes Finanzierungen erhalten, die Gesamtsumme beläuft sich auf 1,7 Mrd. Forint, ca. 6,3 Mio EUR.

Makrodaten Ungarn: Leichte Hoffnung auf Besserung

09.04.2010 · Wirtschaft

Makrodaten Ungarn: Leichte Hoffnung auf Besserung

Die Industrieproduktion in Ungarn hat sich im Februar deutlich besser entwickelt als es die Vorhersagen der führenden Volkswirtschaftler vermuten ließen. Um 8,4% stieg der industrielle Produktionsaabsatz wertmäßig gegenüber dem Februar 2009, der allerdings schon ein ausgewachsener Krisenmonat war, weshalb die Steigerungsrate nicht zu Euphorieausbrüchen taugt, zumal der Februar im Vergleich mit dem Januar um 1,7% schlechter abschnitt (allerdings noch nicht um kalendarische und saisonnale Effekte bereinigt).

Zeitgleich zogen die Importe wieder deutlicher an und darunter auch die von Investitionsgütern, im Februar verbuchte Ungarn wiederum einen Außenhandelsüberschuss von ca. 350 Mio EUR, was zwar gut für die Zahlungsbilanz und die Stabiliät des Forint ist, aber immer noch ein Zeugnis schwachen Konsums darstellt. Die Devisenreserven Ungarns liegen derzeit bei recht guten 33,85 Mrd. EUR und erreichen damit den höchsten Stand seit vier Jahren, allein im März wuchsen sie um 992 Mio. EUR. Was die Wachstumsprognosen für 2010 betrifft, so schwanken die Prognosen der Experten zwischen 0 und mittlerweile seriösen 0,5%. Regierungschef Bajnai mahnte die kommende Regierung nochmals, „ein Haushaltsdefizit von um die 4% zum BIP“ einzuhalten, die Stabilisierungsbemühungen des letzten Jahres könnten sonst nutzlos gewesen sein.

Szentkirályi Mineralwasser mit Gewinnplus

09.04.2010 · Wirtschaft

Szentkirályi Mineralwasser mit Gewinnplus

Der bekannteste und größte ungarische Hersteller von Mineralwasser, Szentkirályi Ásványvíz, konnte seine Umsätze 2009 stabil halten. Man erreichte Einnahmen in Höhe von 5,7 Mrd. Forint (ca. 21,2 Mio EUR), also fast ebenso viel wie 2008 und erhöhte das verkaufte Volumen um rund 3%. Den Vorsteuergewinn konnte man aufgrund strikter Sparmaßnahmen verdoppeln. Beim Marktanteil legte man um ein bescheidenes Prozentpünktchen zu, die Marken Szentkirályi and Emese halten somit 10,6% des ungarischen Mineralwassermarktes nach Volumen, nach Wert sogar 16,4%. Die Marktforscher von ACNielsen schätzen den Gesamtmarkt für Sprudelwasser in Ungarn für 2009 auf 47,5 Mrd. Forint, was heute rund 177 Mio EUR wären.

Wieder Strafe für Tesco in Ungarn wegen unfairen Wettbewerbs

09.04.2010 · Nachrichten

Die ungarische Wettbewerbsaufsicht GVH hat, einmal mehr, eine der in Ungarn aktiven großen Lebensmittelketten mit einer Wettbewerbsstrafe belegt. Die ungarische Tochter des britischen Konzerns Tesco muss 8 Millionen Forint (knapp 30.000 EUR) wegen „unfairer Geschäftspraktiken“ zahlen. Dabei geht es um das alte Spiel der Ketten, dass in großangelegten Kampagnen Sonderangebote beworben werden, die dann nicht oder nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Einziges Ziel dieser Aktionen ist es, möglichst viele Kunden von der Konkurrenz weg in die eigenen Läden zu locken, irgendetwas werden diese dann schon kaufen. Außerdem stimmten einige Details der Beschreibungen nicht mit denen der angebotenen Produkte überein, wenn sie denn verfügbar waren. Das Wettbewerbsamt wies daraufhin, dass Tesco bereits mehrfach für den gleichen Vorgang bestraft worden sei. Das Unternehmen mochte die Angelegenheit lieber nicht kommentieren. Weitere Beiträge über die Wettbewerbsaufsicht GVH im Pester Lloyd

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