(c) Pester Lloyd / 4 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ausschreibungen über 400 Mio EUR bis März in Ungarn
24.01.2011 · Politik
Schon bis Ende März werden über den „Neuen Széchenyi Plan“, unter dem die Regierung die dem Land zustehenden EU-Fonds nebst der staatlichen Selbstbeteiligung neu zusammengefasst hat, knapp 100 Ausschreibungen im Wert von bis zu 1.100 Milliarden Forint (fast 400 Mio EUR) vergeben werden, weitere 900 Mrd. HUF (rund 320 Mio. EUR) folgen dann bis zum Jahresende. Das verkündete der Minister für Nationale Entwicklung, Tamás Fellegi, oberster Wächter über die EU-Millionen. Die Ausschreibungen werden in einem „neuen, vereinfachten und transparenten“ System abgehalten, sagte Fellegi vor Unternehmern, in Anspielung an die mehr als fragwürdige Vergabepraxis der Vorgängerregierungen. Dabei komme den Investitionen in das Transportwesen eine Schlüsselrolle zu, für die etwa 563 Milliarden HUF (ca. 203 Millionen Euro) bereit stehen. Der Großteil dessen soll in die Modernisierung des Schienennetzes investiert werden. Etwa 173 Milliarden HUF (ca. 62 Millionen Euro) sind für die Unternehmensförderung gemäß der Prroritätenliste unter dem Széchenyi-Plan vorgesehen. S.R.
Széchenyi 2.0: Ein nationales Förder-Programm, gespeist aus EU-Mitteln, soll den Mittelstand in Ungarn beleben http://www.pesterlloyd.net/2010_30/30szechenyi2/30szechenyi2.html
Präsentation des neuen Széchenyi-Plans und Hintergründe zur Wirtschaftspolititk
Offizelle Webseite: www.ujszechenyiterv.gov.hu
Bischof von Pécs nahm seinen Hut
24.01.2011 · Politik
Seit Ende Oktober 2010 werden gegen den Bischof von Pécs, Mihály Mayer, schwerwiegende Vorwürfe des Amtsmissbrauchs, Mobbings, der Verleumdung, bis hin zur sexuellen Belästigung laut. Jetzt haben der Bischof und der Vatikan daraus die Konsequenzen gezogen, am Mittwoch bestätigte Papst Benedikt XVI. bestätigte das Rücktrittsgesuch des Bischofs. Der 70-jährige hatte die Diözese Pécs seit 1989 geleitet. Übergangsweise wird Andras Veres, Diözesanbischof von Szombathely, als Apostolischer Administrator die Leitung der Diözese Pecs übernehmen. Ein Zusammenhang mit den zahlreichen Vorwürfen vom Oktober wollten weder der Vatikan, noch der Bischof herstellen. S.R.
Schwere Vorwürfe gegen Bischof von Pécs http://www.pesterlloyd.net/2010_43/43bischofpecs/43bischofpecs.html
Gesundheitsamt rügt Lidl Ungarn wegen Bleifiguren
24.01.2011 · Wirtschaft
Die ungarische Lidl-Tochter, Lidl Magyarország Bt., hat sich einen Ordnungsruf durch das ungarische Gesundheitsamt eingehandelt. Bereits seit Dezember wird dort ein Set zum traditionellen Bleigießen (O-Ton Lidl: der Partyhit) angeboten. Jetzt kam die Gesundheitsaufsicht darauf, dass Bleifiguren möglicherweise aus Blei bestehen, was bekanntermaßen gesundheitsgefährdend ist. Eine Analyse des Päckchens, das Gußformen und die Bleirohlinge nebst einem Schmelztigel anbietet, ergab einen Bleigehalt von 87% Blei und 13% Antimonium. Das Gesundheitsamt wertete vor allem die spielzeugähnliche Aufmachung als gefährlich, beim Verschlucken von Teilen könne es zu Vergiftungen kommen. Lidl warb zudem mit einem „besonders niedrigen Schmelzpunkt“, was schnell zu gefährlichen Dämpfen führen kann. Abb.: Lidl Deutschland
1.314 solcher Sets sind in den ungarischen Filialen verkauft worden, 1.368 liegen noch in den Regalen. Der Verkauf wurde nun untersagt, die Bevölkerung zudem aufgefordert, die Bleireste nicht im normalen Abfall zu entsorgen. Das Gesundheitsamt stufte das Produkt als „die Gesundheit der Bevölkerung gefährdend ein“ und sagte, dass bleihaltige Produkte im normalen Handel in der EU nichts zu suchen hätten, teilte die Budapester Stadtregierung am Sonntag fest. Über die Höhe einer Geldbuße wurde vorerst noch nichts bekannt.
Merlin auf seiner eigenen Bühne
24.01.2011 · Kultur
3- in Budapest
Mike Kelly und Matt Devere, zusammen seit den 1990ern die „Madhouse Theatre Company“, führen am 24. und 31. Januar im Merlin International Theatre ihr Drama „Arthur, Part One – The Legend Begins“ auf. Während HistorikerInnen bezweifeln, dass Arthur jemals gelebt hat, zählen die Legenden seit den ersten größeren Adaptionen im 15. Jahrhundert zu den weltweit beliebtesten Stoffen. Mit ihrem Zwei-Personen-Stück in englischer Sprache setzen Kelly und Devere einen Schwerpunkt auf die fantastischen und magischen Aspekte der Legenden. Sieerzählen von den Plänen des Zauberers Merlin, einen gerechten König für Britannien zu erziehen und seinen Reisen mit dem jungen Arthur; Reisen voller seltsamer Begegnungen und Einladungen an das Publikum, sich dem Spiel zwischen Kindheitsfantasien und den Möglichkeiten des modernen Theaters zu öffnen. 24. und 31. Januar (Montag) Tickets: 2000 Ft. (ca. 8 Euro), für Studierende 1500 Ft.
Merlin International Theatre Gerlóczy u. 4, 1052 Budapest Tel. (1) 317 9338, Weitere Informationen: http://www.madhousetheatre.hu/
Neuer Chef der Romaselbstverwaltung in Ungarn
24.01.2011 · Politik
Der Abgeordnte des Fidesz, gleichzeitig Regierungskommissar für Romaangelegenheiten, Flórián Farkas, wurde am Donnerstag auch zum Vorsitzenden der Minderheitenselbstverwaltung der Roma (OCO) gewählt. Farkas hatte das Amt als Romaverantwortlicher erst im Juli übernommen und ist Gründer des Organisation Lungo Drom zum Schutz der Romainteressen, die dem Fidesz nahesteht. Bei der Wahl zum Vorstand der Minderheitenselbstverwaltung wurde er als einziger Kandidat aufgestellt und so einstimmig von insgesamt 52 Mitgliedern des 53-köpfigen Gremiums gewählt. Er ersetzt damit Orbán Kolompár, dessen Romabewegung die kürlich abgehaltenen Minderheitenwahlen verloren hat, nichtzuletzt wegen der gerichtsanhängigen Korruptions- und Fälschungsvorwürfe ihre Vorsitzenden. Farkas, der den Vorsitz bereits in zwei früheren Amtsperioden zwischen 1995 und 2002 übernommen hatte, erklärte, dass nun das Ende des sogenannten „Roma-Business“ eingeleitet worden sei. Kritiker bemängeln die Doppelfunktion als Regierungs- und Romavertreter in einer Person, die so die Interessen der größten ethnischen Minderheit kaum unparteiisch und vehemnt vertreten kann. Ungarn fehlt es bis heute an einer nationalen Strategie für eine grundlegende Verbesserung der Lebenssituation der, geschätzt, 600.000 ungarischen Roma. L.S. Themenseite Roma
Superlaser wird von ungarischer Regierung unterstützt
24.01.2011 · Forschung
Vor mehr als einem Jahr wurde mit Hilfe einer EU-Ausschreibung der Plan eines Entwicklungsclusters für ein europäisches „Superlaser“-Projekt auf den Weg gebracht. Eine Fakultät der Universität Szeged erhielt den Zuschlag für die Hauptstruktur dieses Euro-Milliardenprojektes, Kollegen in Rumänien und Tschechien sind mit Zuarbeiten beauftragt. Die neue ungarische Regierung hat sich ausdrücklich zu dem Projekt bekannt und bekannt gegeben, dass im Rahmen des Neuen Széchenyi Planes dazu finanzielle Unterstützung bereit steht. Das Projekt mit dem Namen „Extrem Light Infrastructure“ (ELI), im Bild der Entwurf für das Zentrum in Szeged, solle einen Leser entwicklen der im Ultrananobereich operiert und mit Stärken weit über den heutigen Werten arbeitet. ELI gehört zu den 44 von der EU besonders geförderten EU-Forschungsprojekten. Ungarn werde dafür 64 Milliarden Forint (mehr als 230 Mio) aus dem EU-Strukturfonds bereitstellen, was einen ziemlichen Etikettenschwindel darstellt, denn diese EU-Gelder waren ohnehin für das Projekt zweckgebunden. Dennoch kann die grundsätzliche Unterstützungserklärung nichts schaden, bei anderen Projekten denkt die Regierung nämlich über die Umwidmung von EU-Geldern für KUM-Projekte nach. Das Projekt befindet sich noch in der Vorbereitungsphase, der Bau der Anlage beginnt im zweiten Halbjahr 2011, die heiße Phase startet ab 2015.
Projektwebseite: www.extreme-light-infrastructure.eu
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