(c) Pester Lloyd / 21 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Drei neue Ausstellungen im Haus der Fotografie Budapest
23.05.2011 · Kultur
Das Mai Manó-Haus ist seit dem 13. Mai gleich mit drei neuen Ausstellungen ausgestattet. In der George Eastman Hall präsentiert Zoltán Molnár seine mit "Brazil Diary 2008" betitelte Arbeit. "Eine farbenreiche und hektische Welt eingefangen auf schwarz-weiß Fotografien", um die Kuratorin Gabriella Csizek zu zitieren
Bálint Szombathys Arbeit „Motion Pictures“ wird in der André Kertész Hall ausgestellt. Als Fotoeditor bei der Zeitschrift „Magyar Szó“ im serbischen Novi Sad sammelte er in den 1980er Jahren zahllose Fotos aus dem journalistischen Tagesbetrieb. Fotos, die mit abnehmender Aktualität ihren Nutzen verloren, rettete Szombathy in die Sphären der Kunst. Die neue Qualität der Fotos und Collagen ist eine ästhetische -neben den Anklängen von Provokation und politischen Statements. Kostenfrei zu besichtigen ist die Werkschau in der kleinen Mai Manó Gallerie. Der in Rumänien geborene Tamás Páczai, der Gewinner des Photoport Grand Prize im letzten Jahr, hat die Ehre seine Arbeit im Mai Manó House im Rahmen einer Solo-Ausstellung zu präsentieren.
Wann: bis zum 26. Juni 2011,
täglich von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende bereits am 11 Uhr Wo: Hungarian House of Photography, Mai Manó House http://www.maimano.hu/
Nach Bränden legt Budapest erste Metro-Züge still
23.05.2011 · Nachrichten
Budapest mustert Metros nach Bränden aus Auf Anweisung des Budapester Oberbürgermeisters István Tarlós werden 43 Metrowagen aus dem Verkehr gezogen. Dies ist eine Folge von mehreren Bränden in der letzten Zeit. Nach Konsultationen mit dem russischen Hersteller der rumpeligen U-Bahn-Waggons wurde entschieden, die abgewirtschaftesten Waggons herauszunehmen, der Hersteller hatte eingeräumt, dass Garnituren, die länger als dreißig Jahre im Einsatz sind, Sicherheitsrisiken bergen könnten. Insgesamt sind 391 Waggons der alten russischen Bauart auf den drei Linien der BKV sowie bei den Nahverkehrszügen der HÉV im Einsatz. Zunächst werden Züge in Pension geschickt, die 41 bis 43 Dienstjahre auf dem Buckel haben, was eine längere Taktung der Zugfrequenz zur Folge haben wird. Tarlós machte die Vorgängerregierung für die schlechte Wartung und das Sicherheitsrisiko verantwortlich. Allein in den letzten zwei Monaten waren fünf kleinere Brände in solchen Zügen entstanden, eine leerer Waggon brannte sogar völlig aus, es gab bisher keine Verletzten. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Linie 4 wird Budapest bald eine neue Ausschreibung für neue Metrogarnituren starten, nachdem man sich von Alstom im Streit getrennt hat. Mit dem französischen Konzern streitet man sich in Paris vor Gericht um 150 Mio. EUR. Mehr dazu .
Großes Strassen-Theaterfestival in Rumänien
23.05.2011 · Rumänien
Vom 27. Mai bis 5. Juni findet in Rumänien, in Sibiu, dt. Hermannstadt, ung. Nagyzeben, das 18. Internationale Theaterfestival und damit das wichtigste Kulturevent der multikulturellen Stadt in Siebenbürgen statt. 90 Aufführungen, viele davon auf Plätzen und Straßen verwandeln die Stadt in eine einzige Theaterbühne, 40.000 Zuschauer werden dann täglich erwartet
Das Theater kommt zu den Leuten, das war schon immer die Idee des Hermannstädter Festivals. Umzüge, Tanzeinlagen, Feuerwerke, Musikanten, Gaukler, Installationen und Sponatnaktionen werden in allen Ecken der Stadt Theaterzauber verbreiten, riesige Technik, Sound- und Beleuchtungssysteme werden derzeit dafür installiert. Die Ehre der Eröffnungsperformance fällt dabei in diesm Jahr dem Aktionsthater Pan.Optikum zu, einer ziemlich wilden und bunten Truppe aus Freiburg. Der Titel der Show könnte für die Region kaum passender sein: „TRANSITion“ (Foto) ist eine wuchtige und farbenreiche Erzählung, die mit mythischen und menschlichen Urkräften hantiert. Sie basiert auf einer Version eines Stückes namens “Der Sonne und dem Tod kann man nicht ins Auge sehen“ des zeitgenössischen libanesischen Autoren Wajdi Mouawad. Ebenfalls ein Highlight wird sicher der Auftritt der Gruppe Malabar, einer traditionsreichen und berühmten französischen Starßentheatergruppe (29. Mai). Weiterhin sehen wir eine argentinisch-spanische Koproduktion, die Voala Projekt Company mit „Muare“, die mit Live-Musik und einem Dutzend Künstlern arbeitet, die mit der Unterstützung von Kränen 40 Meter in der Höhe arbeiten.
Alle Details zum Festival gibts unter: www.sibfest.ro
Ungarischer Ex-Präsident Ferenc Mádl verstorben
29.05.2011 · Nachrichten
Am Sonntagmittag, wenige Minuten nach 13 Uhr verstarb der ehemalige ungarische Präsident Ferenc Mádl. Er konnte im Januar seinen 80. Geburtstag feiern und war bis vor kurzem noch regelmäßig in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der 1931 geborene Mádl hatte ungarndeutsche Vorfahren und arbeitete jahrzehntelang als Professor für Recht an der ELTE-Universität und als Gastprofessor im Ausland, er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Von 1990 diente er als Minister ohne Geschäftsbereich in der ersten Nachwenderegierung unter József Antall und stellte wichtige Weichen in der Transformation der Wissenschafts- und Hochschulpolitik. Bei seiner ersten Kandidatur 1995 scheiterte er noch an Árpad Göncz, 2000 gelang seine Wahl im Parlament im dritten Wahlgang. Der konservative Politiker repräsentierte als Präsident eine – besonders im Vergleich zu seinen Nachfolgern – besonnene Linie nach innen und außen und genoss in der Bevölkerung wie im Ausland gleichermaßen hohe Achtung. Auf eine zweite Amtszeit verzichtete er und widmete sich ab 2005 weiter seiner Dozententätigkeit sowie karitativen Projekten. Er schuf zahlreiche Werke über die Transformation der Region, fAchbücher zu staatsrechtlichen Themen sowie über die europäische Einheit (Quo vadis Europa?, 2004) Er hinterläßt eine Ehefrau, einen Sohn und drei Enkelkinder. Unsere Zeitung gedenkt mit Ferenc Mádl auch einem aufmerksamen und langjährigen Leser, der die Redaktion zum 150. Geburtstag des Pester Lloyd im Jahre 2004 mit einem sehr persönlichen Grußwort bedachte.
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