Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 47/2016

(c) Pester Lloyd / 47 – 2016 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Flüge gestrichen: Streik bei Lufthansa betrifft auch Airport Budapest

23.11.2016 · Nachrichten

Der erneute Streik der Gewerkschaft Cockpit bei Deutschlands größter Airline Lufthansa betrifft auch Flüge von und nach Budapest. Am Mittwoch und Donnerstag fielen bzw. fallen je acht Flüge aus, vier mit Destination München, vier von bzw. nach Frankfurt am Main.

Insgesamt musste Lufthansa für Freitag 870 Flüge streichen, am Donnerstag sind es 900. Ausgenommen sind die Tochtergesellschaften Austrian Airlines, Swiss, Eurowings, Germanwings, Air Dolomiti und Brussels Airlines. Das Unternehmen hatte noch versucht, den Streik gerichtlich untersagen zu lassen, scheiterte damit aber.

Die Pilotenvereinigung Cockpit verlangt eine jährliche Lohnerhöhung von 3,66% für die 5.400 Piloten, das Unternehmen bietet 2,5% und spricht von einem „immensen Schaden für das Unternehmen und speziell unsere Kunden.“ Die Gewerkschaft will lediglich einen fairen Anteil an den Profiten des Unternehmens.

Lufthansa bewegte in den ersten 9 Monaten 2016 nach eigenen Angaben 1,36 Millionen Passagiere von, nach und über Budapest, rund 1% mehr als im Vorjahr, wobei Multi-Stopp und Codesharing-Flüge dabei mitgezählt sind.

"Geht uns nichts an": Fidesz-Bürgermeister deckt betrügerische Ausschreibung

25.11.2016 · Nachrichten

Es geht „nur“ um 3 Millionen Euro. Doch der Vorgang ist exemplarisch und findet mehrfach tagtäglich in Ungarn statt. Dank hartnäckiger Recherchen mehrerer NGO´s und investigativer Journalisten kommt diesmal selbst die ungarische Polizei und Staatsanwaltschaft nicht umhin, einen Deal zur Renovierung eines Krankenhauses juristisch zu prüfen.

Das OCCRP (Organized Crime and Corruption Reporting Network) hatte gemeinsam mit dem Portal Direkt36 aufgedeckt, dass bei der Renovierung des Krankenhauses im VIII. Budapester Bezirk, Józsefvárós, eine Firma zum Zuge kam, die gefälschte Unterlagen zur Ausschreibung eingereicht hatte. Der Auftrag hatte einen Wert von ca. 3 Millionen Euro.

Das Konsortium unter Führung des Unternehmens EU-Line behauptete, bereits ähnliche Arbeiten erfolgreich abgewickelt zu haben, laut Ausschreibungsgesetz eine Grundvoraussetzung zur Teilnahme am Vergabeverfahren. Dazu reichte das Unternehmen eine Dokumentation über ein ähnliches Projekt in Mittelamerika ein, das sich als Fälschung heraustellte. Zwar gab es das Projekt, allein keines der Unternehmen war daran beteiligt.

Aktivisten erstatteten daraufhin Anzeige, der politisch verantwortliche Bezirksbürgermeister, Máté Kocsis (Fidesz, Foto), behauptet, dass ihn die Sache nichts angehe. „Es liegt nicht in der Verantwortung der Bezirksverwaltung, die Eigentümerstruktur oder Verlässlichkeit von Referenzen von Ausschreibungsteilnehmern zu kontrollieren“, sagte dieser. Mehr noch: als die Urkundenfälschung seitens des Unternehmens bereits bekannt war, erhielt die Firma einen weiteren Auftrag zur Renovierung eines lokalen Kindergartens. Weder die Bezirksverwaltung noch das Unternehmen wollten dazu Stellung nehmen.

"Wir können auch anders": Warnstreik bei Mercedes in Ungarn, Gewerkschafter ausgesperrt

25.11.2016 · Wirtschaft

Arbeiter der Nachtschicht im Kecskeméter Daimler-Werk (Foto: Daimler AG) hielten am frühen Donnerstagmorgen einen zweistündigen Warnstreik ab, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen. Sie fordern, im Verbund mit der Gewerkschaft VASAS eine 15%ige Lohnsteigerung 2017. Im Gegensatz dazu hatte eine andere Gewerkschaftsvereinigung mit der Betriebsleitung bereits eine weitaus geringere, auf zwei Jahre aufgeteilte Lohnanpassung vereinbart. Der Streik wurde bereits vor einiger Zeit angekündigt .

Laut Mitteilung von VASAS verweigerte die Firmenleitung drei Gewerkschaftsfunktionären, die Kontakt mit den Mitarbeitern aufnehmen wollten, den Zutritt zum Werk, ein Schritt, der „der Marke Mercedes unwürdig“ sei, wie es, etwas pathetisch hieß. Das Management erklärte seinerseits seine Gesprächsbereitschaft auch mit VASAS, nannte aber keine Details, zu welchem Entgegenkommen man bereit sei. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass „die Produktion im Kecekeméter Mercedes-Benz-Werk nach Plan“ verlaufe.

VASAS zeigt sich kampfbereit. Man sei bereit „weiter zu streiken“, der Warnstreik habe bisher lediglich die Auslieferung von 50 Fahrzeugen verzögert, man könne aber auch anders. Mercedes beschäftigt in Ungarn 4.000 Mitarbeiter direkt und produzierte im Vorjahr 180.000 Fahrzeuge, bei einem Nachsteuergewinn von 66 Mio. Euro im Vorjahr.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x