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Budapest schaltet Beleuchtungen von Wahrzeichen ab – Karácsony ordnet Energieeinsparungen während Paks-Stillstand an

Mehr als 300 angestrahlte Gebäude bleiben bei der Reaktorabschaltung dunkel – Oberbürgermeister ruft Bevölkerung und private Eigentümer zum Stromsparen auf.

Budapest. Nach der geplanten Abschaltung eines Reaktorblocks im Kernkraftwerk Paks wegen des historisch niedrigen Donaupegels zieht nun auch Budapest Konsequenzen. Oberbürgermeister Gergely Karácsony hat die Budapester Kommunalbetriebe angewiesen, während der Stillstandsphase die dekorative Beleuchtung von mehr als 300 öffentlichen Gebäuden und Bauwerken nicht einzuschalten. Die Straßenbeleuchtung sowie andere sicherheitsrelevante Infrastrukturen bleiben davon ausdrücklich unberührt.

Mit der Maßnahme soll der Stromverbrauch in den Abendstunden gesenkt werden, wenn das Netz besonders stark belastet ist. Auf Facebook erklärte Karácsony, Budapest müsse seinen Beitrag zur Energieeinsparung leisten. Die vorübergehende Abschaltung der Fassadenbeleuchtung schaffe zusätzliche Kapazitäten für lebenswichtige Bereiche. Auch Eigentümer privat beleuchteter Gebäude forderte er auf, diesem Beispiel zu folgen.

Im Gespräch mit ATV präzisierte der Oberbürgermeister seine Anordnung: „Wenn Paks abgeschaltet wird, schalten wir auch die dekorative Beleuchtung ab.“ Besonders zwischen 17 und 22 Uhr sollten die Budapester ihren Stromverbrauch nach Möglichkeit reduzieren. Auf die Straßenbeleuchtung oder den öffentlichen Nahverkehr wolle die Stadt dagegen nicht verzichten, da Straßenbahnen und die Pumpensysteme der Wasserwerke auf eine stabile Stromversorgung angewiesen seien.

Die Entscheidung folgt unmittelbar auf die Entwicklungen in Paks. Wie Pester Lloyd bereits berichtete, musste das Kernkraftwerk wegen der anhaltenden Dürre und des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Donau einen Reaktor planmäßig vom Netz nehmen. Die Regierung sieht die nationale Stromversorgung trotz des Ausfalls derzeit als gesichert an, hat jedoch einen operativen Krisenstab eingerichtet und ruft ebenfalls zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Energie auf.

Dürre verändert die energiepolitische Debatte

Karácsony sieht in der aktuellen Lage ein Signal für eine grundlegende Neuorientierung der ungarischen Energiepolitik. Solche Situationen würden künftig häufiger auftreten, erklärte er. Die gegenwärtige Krise müsse genutzt werden, um über andere energie- und klimapolitische Strategien nachzudenken. Mit Blick auf den Ausbau der Kernenergie bemerkte er, dass selbst zusätzliche Reaktoren unter extremen Umweltbedingungen an ihre Grenzen stoßen könnten.

Der Oberbürgermeister bekräftigte zugleich seine langjährige Kritik am staatlichen Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 20. August. Aus seiner Sicht würden dabei Schadstoffe in die Luft freigesetzt, die von der Bevölkerung eingeatmet würden. Die Abschaltung der Fassadenbeleuchtung sende daher auch ein Signal für einen sparsameren und nachhaltigeren Umgang mit Energie.

Wasserversorgung bleibt stabil – Reformen bei Wasserpreisen gefordert

Trotz des extrem niedrigen Donaupegels sieht Karácsony derzeit keine Gefahr für die Trinkwasserversorgung der Hauptstadt. Langfristig könnten ähnliche Wetterlagen jedoch auch diesen Bereich beeinflussen.

In diesem Zusammenhang sprach sich der Oberbürgermeister erneut für eine Reform der Wassergebühren aus. Nach einem Treffen mit Umweltminister László Gajdos erklärte er, die Regierung arbeite an einem neuen Wasserkonzept. Aus seiner Sicht wäre eine landesweite Regelung sinnvoll. Bereits eine moderate Anhebung der Wasserpreise – in der Größenordnung einer Flasche Mineralwasser – könne dazu beitragen, den hohen Wasserverlust im Leitungsnetz zu reduzieren und Investitionen in die Infrastruktur zu finanzieren. Zudem kritisierte er erhebliche Unterschiede beim Wasserverbrauch zwischen einzelnen Budapester Bezirken.

Neben den Energie- und Wasserfragen griff Karácsony auch den anhaltenden Streit über die sogenannte Solidaritätssteuer auf. Nach seiner Auffassung sei die Abgabe in ihrer gegenwärtigen Form rechtswidrig. Er verwies darauf, dass der Staat der Hauptstadt bereits 7,5 Milliarden Forint entzogen habe und weitere Belastungen im Herbst drohten. Budapest werde die beschlossene Solidaritätssteuer in diesem Jahr nach den Vorgaben des verabschiedeten Haushalts nicht entrichten.

Quellen: Telex, Facebook
Photo: AI-Generiert

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