(c) Pester Lloyd / 02 – 2011 NACHRICHTEN 10.01.2011
Monstercasino in Ungarn vor dem Aus?
Das Projekt eines gigantischen Casino-, Hotel- und Entertainementprojektes am Velence See, dem kleineren Nachbarn des Balaton, ist längst zu einem Politikum geworden. Den Vorgängerregierungen der Premiers Bajnai und Gyurcsány werden direkte Einflussnahmen zu Gunsten des Investors vorgeworfen, sowohl die Staasanwaltschaft als auch ein von Ministerpräsident Orbán eingesetzter „Regierungskommissar“ untersuchen den Fall auf Amtsmissbrauch, Korruption und Untreue.
Die Beschuldigten sprechen von einer politischen Hexenjagd und verklagten den Regierungskommissar bereits als dieser sie der Falschaussage vor einem Parlamentasausschuss bezichtigte. Der Vorwurf lautet, dass der Staat durch einen unvorteilhaften Tausch von Grundstücken einige Millionen Euro verloren hat und höchste Regierungsstellen die Entscheidungen des Vermögens- resp. Liegenschaftsamtes beeinflusst hätten. Dessen Direktor musste bereits vor längerer Zeit seinen Sessel räumen. Dennoch hielten die Investoren um den israelischen Geschäftsmann Joav Blum weiter an dem überdimensionierten Projekt King´s Casino, das mit einer Investition von fast einer Milliarde Dollar und 3.000 Arbeitsplätzen am weitgehend naturgeschützten Velence See wirbt, fest. Der Regierungsbeauftragte hat nun von Gesrpächen mit dem Rechnungshof berichtet, wonach man das ganze Projekt aufgrund von Vertragsverstößen stoppen könne und sogar „die rechtmäßige Forderung nach Vertragsstrafen von 900 Mio Forint“ (ca. 3,25 Mio EUR) erhebt. Man begründet dies damit, dass die Investorengesellschaft es unterlassen habe, sich rechtzeitig um die erforderlichen Konzessionen zu bemühen.
Anklage gegen Ex-Premier Gyurcsány in Vorbereitung- November 2010 http://www.pesterlloyd.net/2010_44/44gyurcsklage/44gyurcsklage.html
Wie alles begann: Zockertempel mit Seeblick – Aug 2009
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