(c) Pester Lloyd / 08 – 2010 NACHRICHTEN 23.02.2010
Aktienhändler in Budapest verhaftet
Fünf Aktienhändler und Manager der „Broker-Firma“ Capital Partners a.s. wurden am Dienstag in der ungarischen Hauptstadt Budapest verhaftet. Die Polizei umstellte das Bürohaus in der Bajcsy Zsilinszky Straße 53, in dem die Firma ihre Büros hat mit einem Großaufgebot und durchsuchte die Arbeitsräume, zahlreiche Computer und Unterlagen wurden beschlagnahmt, darunter auch hunderte Mobiltelefone von Mitarbeitern, die zu Dutzenden als Subunternehmen fungierten, einige Zimmer wurden versiegelt. Bei den Männern handelt es sich um zwei Tschechen, zwei Slowaken und einen Ungarn. Auf rund 3 Milliarden Forint (mehr als 11 Mio EUR) wird von den zuständigen Ermittlern der Finanzaufsicht PSZÁF und der Staatsanwaltschaft der Schaden geschätzt, den die Broker durch falsche Anlageversprechungen und Betrug anderen Unternehmen und Anlegern zugefügt haben sollen.
Das Unternehmen, das in Tschechien registriert ist, verlor außerdem seine Handelszulassung für die Budapester Börse und ist damit auch nicht mehr befugt als Anbieter und Berater von Finanzdienstleistungen aufzutreten.. Bereits im Vorjahr waren Unregelmäßigkeiten bei Capital Groups Gegenstand von Untersuchungen. Die Firma soll ein Netz von nicht qualifizierten, vor allem aber nicht zugelassenen „Brokern“ von 150-160 Personen aufgebaut haben, um mit windigen Versprechen möglichst viele Anlegergelder zu generieren und funktionierte quasi wie ein Pyramiden- oder Schneeballsystem. Dabei wurden lediglich rund 150.000 USD bei Aktientransaktionen rund um den Globus gesendet und über überhöhte Provisionen kräftig abkassiert. Die ungarischen Behörden übergaben ihre Ermittlungsergebnisse auch an die Finanzaufsicht der tschechischen Zentralbank.
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