(c) Pester Lloyd / 16 – 2013 NACHRICHTEN 16.04.2013
Die ungarische Baubranche kann nach einem jahrelangen Niedergang erste, zaghafte Erholungssignale empfangen. Die aktuellen Februardaten des Statistischen Zentralamtes in Budapest, KSH, belegen einen Anstieg der Bauleistung von 7,2% gegenüber dem Vorjahr sowie ein saison- und kalenderbereinigtes Plus von 3,2% gegenüber dem Januar. Das markante Jahreswachstum ist nach Ansicht von Branchenkennern jedoch mit Vorsicht zu genießen und weist noch längst nicht auf eine Trendumkehr hin. Zum Einen waren die Temperaturen in diesem Februar fast 6 Grad höher als vor einem Jahr, zum anderen war der Wert vor 12 Monaten so niedrig, dass sich das Wachstum entsprechend relativiert
Volumenindex der Bauleistung in Ungarn von 2001-2012, das jeweilige Vorjahr entspr. 100 Daten: KSH, Grafik: MTI Zwar setzt sich die Erholung auch auf den Quartalswert Dezember-Februar berechnet fort, allerdings beträgt der Ausstoß der Bauindustrie, witterungsbedingt, in den Monaten Januar und Februar zusammen nur rund 60% dessen, was im Jahresdurchschnitt in einem Monat gewerkelt wird. Der Wert von +7,2% ist jedoch der beste seit vier Jahren, so dass die Statistiker dennoch von einem Erholungszeichen sprechen mögen, zumal der Zuwachs von 1,6% für Januar und Februar der höchste in sieben Jahren war.
Das Volumen neuer Aufträge ging ein weiteres Mal zurück, um 14,6% gegenüber dem Februar 2012, allerdings genügte im Vojahr schon ein größerer Auftrag um den Basiswert derart zu erhöhen, dass der Vergleich kaum lohnt. Positiv stimmt, dass die Aufträge aus der Privatwirtschaft für gewerbliche und industrielle Bauten um 26,5% anstiegen, allerdings ließen die, meist von der öffentlichen Hand getragenen Aufträge im Bereich civil enineering (also Brücken, Wasserleitungen etc.) um ein Drittel nach, auch, weil gerade vorher eine Runde von Auftragsvergaben abgeschlossen war. Die Gesamtauftragslage Ende Februar lag 17,6% über dem Vorjahreswert, Aufträge für Wohnimmobilien nahmen dabei um weitere 10,7% ab, während der Zivilbau um 31,3% stieg. Die meisten größeren Aufträge stammen aus Verträgen von 2012 und betreffen Transportinfrastruktur sowie kommunale Versorgungseinrichtungen, in die fast immer EU-Gelder involviert sind. red.
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