Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Das dicke Ende kommt noch

(c) Pester Lloyd / 31 – 2010 WIRTSCHAFT 10.08.2010

Das dicke Ende kommt noch

Notleidende Kredite in Ungarn nehmen wieder zu

Die neuesten Zahlen der ungarischen Finanzaufsichtsbehörde PSZÁF bergen beunruhigendes Potential. Entgegen den Angaben vieler in Ungarn tätiger Banken, wonach der „Turn around der Kreditportfolios“, also das Aussortieren fauler Kredite, bereits weit fortgeschritten sei, legen die Zahlen derjenigen, die mit ihren Raten in Rückstand geraten wieder deutlicher zu. Dabei sind die neuesten Forinteinbrüche noch nichtmal eingerechnet.

Um 19,1% stieg der Wert der Kredite an, bei denen Privatkunden mit Zahlungen in Rückstand von mehr als 90 Tagen und in der Höhe von mehr als einem Durchschnittslohn geraten sind. Dieser Anstieg betrug am Ende des Jahres 2009 noch 17,3%. Gemessen am Gesamtportfolio der in Ungarn an Private vergebenen Kredite werden 8,7% als notleidend bzw. überfällig (Bankensprech: non-performing) eingestuft, zuvor 7,8%. Dabei geht es um eine Summe von insgesamt 4.514 Milliarden Forint (heute umgerechnet ca. 16,2 Mrd. EUR oder 1.620 EUR pro Kopf der Bevölkerung). Bei den Konsumkrediten liegt die Rate der Zahlungssäumigen bei 8,8% bzw. 2.334 Mrd. Forint, bei Hypothekendarlehen für Wohneigentum ist jeder Zehnte säumig, 1.409 Mrd. Forint stehen hier auf dem Spiel. Zwar war die Summe der zurückgezahlten Gelder in den letzten Monaten ständig höher als die der neu aufgenommenen, aber viele kommen einfach mit den Altlasten nicht mehr klar. Diese Zahlen sind aus zwei Gründen besonders beängstigend: nicht mehr enthalten sind in ihnen nämlich die ca. 50.000 bis 70.000 Kredite, die mittlerweile vollständig abgeschrieben werden mussten (teilweise mit der Konsequenz der Zwangsräumung bzw. Pfändung), außerdem gab es nach dem Bemessungszeitraum, im Juni und Juli zwei tiefere Enbrüche des Forint (Dank grandioser Kommunikationsleistungen von Politikern), die vor allem auf die immernoch zahlreichen Fremdwährugnskredite kostensteigernd durchschlugen. Deshalb ist davon auszugehen, dass die nächsten Quartalszahlen ein noch traurigeres Bild zeichnen werden, einige Experten schätzen die “Mehrkosten” für die privaten Kreditnehmer durch die Kursturbulenzen auf 300 bis 500 Millariden Forint.

Rückzahlungen aufgefressen – Aug 2010

Forintverfall macht Privaten zu schaffen – Forex-Rückfall bei Firmenkunden http://www.pesterlloyd.net/2010_31/31kreditbericht/31kreditbericht.html

Dispo bis zum Anschlag? – Mai 2010

Der private Kreditmarkt in Ungarn kommt beängstigend in Bewegung http://www.pesterlloyd.net/2010_18/18kreditmarkt/18kreditmarkt.html

Neue Kreditlimits für Bankkunden in Ungarn – Dez 2009

Hypothekendarlehen und KfZ-Leasing werden begrenzt http://www.pesterlloyd.net/2009_52/53kreditlimits/53kreditlimits.html

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x