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Die OTP-Bank bleibt ein Faktor der Stabilität für Ungarn

(c) Pester Lloyd / 20 – 2010 WIRTSCHAFT 19.05.2010

Die OTP-Bank bleibt ein Faktor der Stabilität für Ungarn

Es ist kein neues, aber immer wieder ein erstaunliches Phänomen, dass Banken überall gut gedeihen, auch in Ländern, in denen die Krise besonders hart zugeschlagen hat und die Zahl der in Nöten geratenen Kreditnehmer bald 8% der Gesamtbevölkerung erreicht sowie ein Heer von ächzenden Mittelständlern und Kleinunternehmen nach Luft und Krediten schnappt.

Die größte Bank in Ungarn, OTP, konnte mit ihrem Ergebnis im ersten Quartal 2010 wieder einmal die Erwartungen selbst optimistischer Analysten übertreffen: Das operative Ergebnis (also Gewinn vor Steuern, Rücklagen, Dividenden etc.) für Januar-März lag demnach bei 42,4 Mrd. Forint (ca. 150 Mio EUR) +1% zum Vorjahr. Der Gewinn pro Aktie betrug 157 Forint (-6%), deutlich mehr als die 78 Forint im Q4 2009. Die Risikorücklagen fielen im ersten Quartal 2010 um 31% niedriger aus als noch im Quartal zuvor, was erheblich zu dem guten Ergebnis beitrug. Das Kredit-Einlage-Verhältnis sank binnen Jahresfrist von 130 auf 106%. Bankchef Sándor Csányi hat angesichts der Zahlen gut Lachen und mischt auch in der politischen Debatte in Ungarn kräftig mit .

Die OTP behauptet, „dass die wirtschaftliche Erholung, noch keine wachsende Kreditnachfrage gezeitigt“ habe. Die BIZ-Kernkapitalquote betrug zu Ende März 13.8% (zuvor 10,2%) die Eigenkapitalausstattung 17,5% von 15,2%, womit man die Wettbewerber deutlich überrage. Mit den Problemkindern der Eurozone habe man praktisch nichts zu tun, so betrage das Portfolio an Staatspapieren aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien gerade 10 Mio EUR, davon 1,9 Mio EUR in griechischen Staatsanleihen. Der Anteil von Krediten, die länger als 90 Tage überfällig sind wuchs bei der OTP innerhalb eines Jahres von 9,8 auf 10,7%, wobei völlig abgeschriebene Kredite in dieser Statistik gar nicht erst auftauchen. Landesweit sind derzeit rund 800.000 Menschen in Zahlungsrückstand. Die Gesamtaktiva (Betriebsvernögen) der Bank betrug zum 31. März 9,526 Billionen Forint (ca. 34 Mrd. EUR), 6% weniger als vor einem Jahr.

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