(c) Pester Lloyd / 08 – 2011 WIRTSCHAFT 24.02.2011
Während die Erste Group für 2010 ein Jahresergebnis von über 278 Mio EUR, nach Steuern, verkünden konnte und damit ihr Ergebnis aus dem Vorjahr (183 Mio) deutlich überbot, drehte die ungarische Tochter der Bank ins Minus. Aus noch gerade 58 Mio EUR Gewinn nach Steuern 2009 wurde 2010 ein Verlust von fast 22 Mio EUR, nur die Tochter der in der Ukraine kommt den Wienern noch teurer zu stehen, diese konnte aber ihren Verlust immerhin halbieren, auf 38 Mio EUR. Sogar die Tochter in Serbien konnte mit einer schwarzen Null abschließen. Die Risikorücklagen für die beschleunigt stark ansteigenden Kreditausfälle und natürlich die Bankensteuer machten das Geschäft in Ungarn für die Erste unrentabel. Da halfen auch die ersten Filalschließungen nichts mehr. 49,8 Mio EUR gingen allein auf die Bankensondersteuer, gegen die sich Erste Group-Chef Andreas Treichl besonders lautstark und auch auf europäischer Ebene gewährt hatte, so als ginge die Bank die private Verschuldung und der Zustand der Ökonomie im Lande nichts weiter an.
Allein die Rücklagen für die Absicherung notleidender Kredite (eine Umschreibung für die baldige Abschreibung von Geld) betrugen 2010 244,3 Mio EUR und damit nochmals 43% mehr als im eigentlichen Krisenjahr 2009. In den meisten anderen Erste-Ländern in Osteuropa konnte man die Risikoprovisionen dagegen schon wieder zurückschrauben. Man ist sich im Klaren darüber, dass sich auch 2011 die Situation bei den Schuldnern der Bank kaum bessern wird. Immerhin konnte man das Betriebsergebnis im Hauptgeschäftsfeld, also bei den Kleinunternehmen und den privaten Bankkunden (retail), wechselkursbereinigt um 7,4% steigern, eingedenk des etwas ruhigeren Forints steigerte man sich dort sogar um 9,5%. Die Betriebskosten konnten um 5,3% gesenkt werden, beim Marketing, der Beratung hat man gespart sowie Personal entlassen. Damit verbesserte sich das Kosten-Umsatz-Verhältnis der Bank von 45,6% auf 39,9%.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





