(c) Pester Lloyd / 44 – 2012 NACHRICHTEN 29.10.2012
Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, Chef der Partei Demokratische Koalition, nimmt die nächsten Etappen seiner Entdeckungsreise zum einfachen Volk in Angriff. Nachdem er vor einigen Monaten in einen Miskolcer Plattenbau als kurzzeitiger Untermieter einzog und während eines Hungerstreiks aus Protest gegen die Wählerregistrierung sozusagen den Alltag der Ärmsten am eigenen Leibe erfuhr, widmet er sich jetzt dem Studium einzelner Berufsgruppen. Im Komitat Hajdú arbeitete der Self-Made-Milliardär für einen Tag als Florist, an seiner Seite die Blumenkinder Csaba Molnár und Ágnes Vadai, im sonstigen Leben Parteivize und Abgeordnete. Am Freitagmorgen dann tauchte Gyurcsány als Gemüsehändler auf einem Markt im südungarischen Makó auf
Der Ex-Premier und Milliardär als Mann des Volkes verkleidet, verkauft Sauerzeug auf einem Markt in Makó. Saures gab es fürs Volk auch unter seiner Regierung… Foto: delmagyar.hu
Der Parteivorsitzende, so wird verlautbart, will auf diese Weise Einblicke in die reale Lebenssituation der einfachen Menschen in Ungarn gewinnen, so dass man gangbare Alternativen zur jetzigen Politik anbieten kann. In Kommentaren wird schon gefragt, als was Gyurcsány demnächst auftreten wird, vielleicht will er sich sogar noch einmal als Ministerpräsident „verkleiden“, um einmal zu studieren, auf was es in diesem Job ankommt. Auf die Öffentlichkeit wirken diese medial kalkulierten Auftritte des Ex-Premiers nur mehr peinlich. Es herrscht allgemein die Meinung, dass Gyurcsány sich dieses Basiswissen hätte aneignen sollen, als er selbst noch Ministerpräsident war. Heute wirken diese Aktionen unecht und gestellt, die meisten Ungarn wünschen sich alles, nur nicht, dass dieser Mann noch einmal das Land führen möge. red.
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