Ungarn prüft den Aufbau eines umfassenden Fahrradwegenetzes, das perspektivisch Győr mit Budapest verbindet. Dieses Vorhaben könnte den regionalen Tourismus beleben und die Mobilität grundlegend verändern.
Győr/Budapest. Die ungarische Regierung prüft ein bedeutendes Vorhaben: Ein zusammenhängendes Fahrradwegenetz könnte Győr und Budapest miteinander verbinden. Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy verwies darauf kürzlich in den Sozialen Medien. Im Rahmen des EuroVelo-6-Netzwerks wird derzeit ein direkter Radweg von Komárom über Esztergom bis in die Donauknie-Region vorbereitet, der die Fahrrad-Infrastruktur in der Region deutlich verbessern soll.
Die Route: Bestehendes und Geplantes
Derzeit fehlt zwischen Győr und Budapest ein durchgehender, eigenständiger Radweg. Einige Abschnitte, wie die Strecke von Győr nach Pannonhalma, sind bereits fertiggestellt; dort wurde ein 18,4 Kilometer langer Radweg bis November 2021 fertiggestellt. Entlang der slowakisch-ungarischen Grenze wurden bereits auf mehreren Abschnitten Radverkehrsinfrastrukturen gebaut, ein zusammenhängendes, modernes Netz ist dort aber noch nicht entstanden. Aus dem Integrált Közlekedésfejlesztési Operatív Program (IKOP) Plusz stehen 2,8 Milliarden Forint zur Verfügung, um eine neue Trasse für den unfallträchtigen Abschnitt zwischen Esztergom und Tát zu planen, dessen Bau ab 2028 beginnen kann.
Die Einbindung in das EuroVelo 6-Netzwerk verbessert nicht nur die touristische Infrastruktur, sondern erleichtert auch das tägliche Leben der Anwohner. In der Beschreibung der EuroVelo-Routen wird hervorgehoben, dass sie vielerorts als „Rückgrat“ fungieren, das nicht nur Touristen und Erholungssuchenden, sondern auch Berufspendlern und Schülern dient.
Erwartete wirtschaftliche Impulse
Die Umsetzung des Fahrradwegenetzes könnte den regionalen Tourismus und die lokale Wirtschaft beleben. Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass eine bessere touristische Infrastruktur mehr Besucher anziehen und so zu einem Anstieg der Übernachtungszahlen sowie zu einer Belebung des örtlichen Handels führen kann. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe entlang der Strecke könnten von steigenden Besucherzahlen profitieren.
Trotz der vielen erwarteten Vorteile gibt es auch finanzielle Fragen. Die Finanzierung ist ein kritischer Punkt, da zwar für den Abschnitt zwischen Esztergom und Tát im Rahmen des Integrált Közlekedésfejlesztési Operatív Program (IKOP) Plusz 2,8 Milliarden Forint vorgesehen sind, bislang aber keine genauen nötigen Investitionssummen für eine komplette direkte Verbindung zwischen Győr und Budapest veröffentlicht wurden. Zudem müssen mögliche Umweltbelastungen und eine Überlastung geschützter Gebiete berücksichtigt werden. Dennoch könnte das Projekt als Vorbild für ähnliche Initiativen im Land dienen.
Quellen: MTI
Photo: Der geplante Radweg soll die Städte Győr und Budapest nachhaltig verbinden, Illustration, PL
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