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Gay Pride Parade und Kulturfestival in Budapest

(c) Pester Lloyd / 26 – 2010 BUDAPEST 01.07.2010

Gay Pride Parade und Kulturfestival in Budapest

Am 10. Juli findet in Budapest, auf dem Prachtboulveard Andrássy út, die alljährlich Gay Pride Parade statt, ein bunter Umzug von einheimischen und internationalen Homosexuellenverbänden. Damit einher geht vom 3. bis 11. Juli ein einwöchiges Festival, das 15. Budapest Pride, das viele Facetten schwul-lesbischer Lebenskultur abbildet, zu jeder Menge Parties einlädt, gerade hier in Budapest aber auch Aspekte der allgemeinen gesellschaftlichen Diskriminierung und des spezifischen Chauvinismus rechtsradikaler Gruppen umfasst.

Genauso regelmäßig wie die Homosexuellenbewegung marschieren alljährlich im Sommer die Gegendemonstranten auf, vor Jahren waren dies meist Gruppen hasserfüllter Randalierer vom rechten Rand der Gesellschaft, die sich mittlerweile jedoch durch die rechtsextreme Partei Jobbik im Parlament und somit mitten in der Gesellschaft angekommen sehen. In diesem Jahr hat eine Gegeninitiative zu einer „Hetero Pride“ aufgerufen, so dass die homophoben Auswüchse, die in den letzten Jahren zu brutalen Jagdszenen in der Stadt und etlichen Verletzten führten, nun auch einen programmatischen Anstrich erhalten sollen. Einen traurigen Höhepunkt erlebten die Ausschreitungen 2008, im Jahr danach verhinderte nur ein massives Polizeiaufgebot schlimmere Übergriffe. Veranstalter der Gay bzw. Budapest Pride ist die Rainbow Mission Foundation, deren Cheforganisator Sándor Steigler schon seit April mit der Polizei über die Absicherung der zahlreichen Veranstaltungen verhandelt hat. Er forderte die „neue Mitte-Rechts-Regierung“ auf, „Bedingungen zu schaffen, die in der Zukunft sicherstellen, dass ein solcher Marsch in Freiheit absolviert werden kann, statt hinter Metallgittern.“ Damit dürfte er aber gerade beim Fidesz weitgehend ungehört bleiben, hatten ja in den Vorjahren Politiker dieser Partei immer wieder das ihrer Ansicht nach „krankhafte“ an der Neigung betont und gefordert den Marsch wegen „Gefährdung der ungarischen Jugend“ abzusagen.

Steigler rechnet mit rund 2.500 Teilnehmern. Das Festival bietet an verschiedenen Orten, darunter auch in der Britischen Botschaft, die wie andere diplomatische Vertretungen die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen übernahm, Filmvorführungen, Theatervorstellungen, Workshops und Rundtischgespräche.

Weitere Informationen unter: http://budapestpride.hu/en

Hintergründe und Berichte zu den Vorjahren – „Liebe unter Polizeischutz“

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