(c) Pester Lloyd / 18 – 2011 NACHRICHTEN 05.05.2011
Vor dem Hauptstädtischen Gericht in Budapest begann am Dienstag das erste Verfahren um Schadensersatz gegen die Magyar Alumínium Zrt (MAL). Diese lehnt weiter jede Verantwortung ab. Angehörige zweier Todesopfer fordern 67.000 EUR
Initiiert wurde der Prozess von zwei Opferfamilien, die im Oktober 2010 Angehörige in der tödlichen Giftschlammwelle aus den geborstenem Rückhaltebecken der MAL verloren haben. Die Todesopfer waren ein älteres Ehepaar. Der Mann blieb für eine halbe Stunde in zwei Meter hohem Schlamm gefangen und wurde dann mit schweren Verbrennungen in das nächste Spital eingeliefert, wo er wenige Tage danach an den Folgen starb. Die Gattin wurde von der Flut weggerissen, ihr Körper wurde drei Kilometer vom Dorf entfernt gefunden. Ihre Wohnung stürzte ein und alle ihre Güter gingen verloren. Ein Sohn und ein Enkel des Paares fordern von der MAL nun eine Entschädigung von 18 Mio. Forint (ca. 67.000 EUR), der Vertreter der Angeklagten hat die Forderung am ersten Prozesstag umgehend zurückgewiesen. Die MAL habe „alle Sicherheitsvorschriften strikt eingehalten“, man sei an dem „Desaster nicht Schuld“, die Katastrophe sei vermutlich auf die langen und schweren Regenfälle zurückzuführen. Schon unmittelbar nach der Katastrophe sprach das Management der MAL von einer „Naturkatastrophe“, einer der Manager hielt in einem Interview sogar einen gezielten Anschlag für möglich. Die MAL steht seit dem Unfall unter Staatsaufsicht, was Produktion und Geldflüsse betrifft, die rechtliche Vertretung obliegt aber nach wie vor den Eigentümern bzw. deren Vertretern.
Der Staat hatte angekündigt, sich sämtliche Kosten für die Beseitigung der Schäden, inkl. Hausbau und Rekultivierung von der Firma holen zu wollen. Die direkt betroffenen Einwohner erhielten bisher lediglich sehr bescheidene Hilfszahlungen aus einem staatlichen Notfonds, Abschlagszahlungen von Versicherungen sowie Gelder und Sachleistungen aus Spenden. Der Prozess gilt daher als ein Präzedenzfall auch für andere Opfer bzw. deren Hinterbliebene sowie weitere Geschädigte. Der Prozess ist bis Oktober vertagt worden, da das Gericht auf Gutachten wartet.
700.000 Kubikmeter hochtoxischer Rotschlamm aus der Bauxitgewinnung ergossen sich in die Gemeinden Kolontár, Devecser and Somlovásárhely. Die Katastrophe kostete 10 Menschen das Leben, über Hunderte Verletzte, zerstörte Häuser, Flora und Fauna der Gegend und angrenzender Flüsse und machte den Landstrich teilweise unbewohnbar. ALLES WEITERE zum Thema in unserer CHRONOLOGIE
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