(c) Pester Lloyd / 04 – 2017 NACHRICHTEN& 23.01.2017
nbsp; 26.01.2017
Mit großem Stolz kündigt die ungarische Regierung an, dass der größte Vermögensverwalter der Welt, die BlackRock Inc. in Budapest ein Innovations- und Datenverarbeitungszentrum einrichten und damit 500 Arbeitsplätze schaffen will. Dort sollen neben der Verwaltung von Kundendaten, auch „Produktentwicklung“ und „kreatives Marketing“ stattfinden.
BlackRock habe Budapest gewählt wegen seines „lokalen Bildungssystems, der Qualität der Infrastruktur, Sicherheit, der Lebensqualität und dem Bekenntnis der Regierung zum Unternehmertum“, ließ sich Manager Patrick Olson zitieren. Die ungarische Regierung schießt eine „Ausbildungsbeihilfe“ von knapp 1 Million Euro zu.
Viele internationale Konzerne haben ihre Daten- und Rechenzentren für Osteuropa in Budapest angesiedelt, weil man nirgendwo sonst so billige Mathematiker, IT-Kräfte und Statsitiker findet – und zudem auf so wenig regulative Nachfragen stößt, wenn man die Nomenklatura bei ihren Geschäften unterstützt. Außenminister Szijjártó nannte die Investition von BlackRock „die größte Errungenschaft“ Ungarns „für seinen Wechsel in der Wirtschaftspolitik“, der sich nun auszahle, weil man die „neuen Faktoren“ der Weltwirtschaft beachte.
Bei Lichte repräsentiert die in New York beheimatete BlackRock all das, gegen das die Orbán-Regierung einmal offiziell angetreten ist, nämlich die „Spekulanten der Ostküste“ , die „auf Kosten der Familien Extraprofite aus dem Land schleppen und ganze Währungen und Volkswirtschaften gefährden“ (Orbán).
Das Unternehmen ist – seit den Übernahmen von Merrill Lynch und den Anlagen von Barclays, der größte Vermögensverwalter der Welt und verwaltet rund 6 Billionen (also 6000 mal eine Milliarde) USD. Dabei ist man nicht nur in aktiven und passiven Fonds, Aktien und Firmenbeteiligungen engagiert, sondern massiv auch im sogenannten „Risikomanagement“, was BlackRock zur größten Schattenbank der Welt mit ungeheurem ökonomischen und somit auch politischem Einfluss macht.
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