(c) Pester Lloyd / 25 – 2011 POLITIK 21.06.2011
US-Außenministerin Hillary Cinton wird an der Spitze einer Delegation von Kongressabgeordneten und Senatoren am 29. Juni in Budapest erwartet. Grund der Reise ist die offizielle Einweihung des Tom Lantos Institutes
Das neue Institut ist benannt nach einem ehemaligen amerikanischen Kongressabgeordneten ungarischer Abstammung und soll „zur Stärkung der Menschen- und Minderheitenrechte in Mitteleuropa beitragen“, friedliche Beziehungen zwischen Mehrheitsbevölkerungen und Minderheiten sowie regionale Zusammenarbeit und Stabilität fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung transatlantischer Beziehungen, vor allem zwischen Mitteleuropa und den USA. Das Institut wird diese Ziele primär über Forschungsprojekte, Konferenzen, die Organisation von Studienreisen und die Vergabe von Stipendien verfolgen. Die ungarische Regierung wird zunächst 100 Millionen Forint (ca. 38 Millionen Euro) als Beitrag zur Gründung und der Übernahme der Ausgaben im ersten Jahr zur Verfügung stellen.
Tom Lantos war 1928 in Budapest als Kind einer jüdischen Familie geboren und hatte sich während des Zweiten Weltkriegs in der ungarischen Widerstandsbewegung beteiligt. Mit Hilfe des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg konnte er die letzte Phase des Kriegs überleben und half selbst anderen Verfolgten. 1947 wanderte er in die USA aus, wo er von 1981 bis zu seinem Tod 2008 als Abgeordneter der Demokraten im Repräsentantenhaus arbeitete. Dabei vertrat er auch die Interessen der US-Bürger ungarischer Herkunft und regte die Auseinandersetzungen mit Ungarn und Mitteleuropa betreffenden Fragen an, vor allem bezüglich der Menschenrechte und Situationen der Minderheiten. Auch Clintons Vorgängerin Condoleezza Rice wird zur Eröffnung nach Budapest reisen und zuvor eine neue Statue von Ex-Präsident Ronald Reagan in der ungarischen Hauptstadt einweihen.
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