(c) Pester Lloyd / 14 – 2013 AKTUELL 02.04.2013



Kaum haben sich die Ungarn vom Schock des Schneesturms vor zwei Wochen halbwegs erholt, kommt nun das Hochwasser über das Land. Am Dienstagvormittag waren i nsechs Komitaten bereits zwei Dutzend Straßen wegen Unbefahrbarkeit geschlossen worden, die Theiß im Osten des Landes trat auf hunderten Kilometern über die Ufer, aber auch Donaunebenflüsse und die Donau selbst schwellen bedenklich an.
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Ein Farmer in Orosháza begutachtet das Binnenhochwasser auf seinem Feld. War es im letzten Jahr die Dürre, die die Ernte zu Nicht machte, wird nun zu viel Wasser zum Problem. Foto: MTI 04.04.13, 11:45 Uhr: Am Donnerstagvormittag wurden insgesamt 2.684 Flußkilometer im ganzen Land mit Flutwarnstufen belegt, einige Dämme sind stark bruchgefährdert, einige bereits gebrochen. Derzeit sind allein im Komitat Györ-Moson-Sopron 18.000 Hektar mit Binnenhochwasser überschwemmt. Die höchsten Hochwasserwarnstufen gelten derzeit vor allem entlang der Flüsse Kraszna, Berettyó und Kőrös, auch die Hortobágy Puszta ist als gefährdetes Gebiet ausgewiesen. Teile der Theiß sind über die Ufer getreten, die Donau schwillt langsam, aber bedenklich an. Für die Rába bei Györ wird am Mittag mit einer erneuten Hochwasserwelle gerechnet.
Die Regierung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk haben eine enge Koordination bei der Information der Bevölkerung vereinbart, so bringen seit gestern Nachmittag alle staatlichen Sender stündlich einen aktuellen Lagebericht.
Wichtige Links:
Die genaueste, amtliche Karte mit den Wasserständen und Infos über die verschiedenen Warnstufen samt Prognosen hier beim Wasseramt des Innenministeriums: http://www.vizugy.hu/
Wettervorhersagen: www.met.hu
Infos über gesperrte Straßen: http://internet2.kozut.hu/utinform/Lapok/kezdolap.aspx (gerne mal überlastet)
Hochwasserkarte mit Leser-Fotos: http://www.idokep.hu/arviz
03.04.13, 13:43 Uhr: Dammflickarbeiten bei Nagykanizsa 03.04.13, 10:05 Uhr: Für Westungarn bleibt den gesamten Mittwoch Schneealarm seitens des Nationalen Wetterdienstes aufrecht. Schneestürme und Verwehungen werden für die Komitate Vas und Györ-Moson-Sopron erwartet, extrem starker Regen hingegen in den Komitaten Borsod-Abaúj-Zemplén, Hajdú-Bihar and Szabolcs Szatmár-Bereg im Osten bzw. Nordosten des Landes. Mittwochmorgen waren landesweit 14 Straßen wegen Überflutungen gesperrt. Der Straßendienst warnt vor überfrorenen Straßen und fordert zu sehr vorsichtiger Fahrweise auf. Auch soll der technische Zustand und die wintertaugliche Ausrüstung sowie die Versorgung mit Notfallausstattung (Decken, Getränke, Nahrung, Kommunikationsmittel) bitte vor (!) Fahrtantritt überprüft werden. Die wichtigsten Links finden Sie am Ende des Textes.
Szene aus dem Komitat Zala. Fotos: MTI
Ein Feuerwehrmann auf einsamem Posten an der Deichfront im Komitat Zala 02.04, 12.00 Uhr: Neben der Theiß im Osten bzw. Südosten und vielen kleinen Flüssen im Süden, hat der starke Regen auch in den westlichen Komitaten wie Győr-Moson-Sopron und Veszprém Straßen überschwemmt. Insgesamt werden derzeit 1.790 Flußkilometer als Hochwasserllagen angegeben, hinzu kommen auch ausgedehnte Flächen, wo es das Grundwasser nach oben drückt, sogenanntes Binnenhochwasser. Vor und nach Budapest ist bereits die höchste Flutwarnstufe III zu vermelden, während die Hauptstadt sich noch auf Stufe II befindet.
Im Bereich der Rába bei Körmend ist bereits die höchste Flutwarnstufe ausgelöst worden, im Komitat Zala stieg die Mur zwei Meter über Normallevel. Am Montag erreichte auch die Ipel / Ipoly im Komitat Nógrád eine Flutwelle, in Ipolytarnóc brach ein Damm, Keller und Gärten wurden überspült, teilweise wurden Evakuierungen angeordnet, doch die meisten Familien weigern sich, ihre Häuser zu verlassen.
Das Katastophenamt OKF verwies darauf, dass man die Lage vollständig im Blick habe und alle notwendigen Sicherungsmaßnahmen durchführe. Seit Montag kam es zu über einhundert flutbedingten Notrufen im ganzen Land. Zwar wurden, vor allem an der Donau und der Theiß in den letzten Jahren eine Reihe von Flutschutzmaßnahmen mit EU-Geldern umgesetzt, u.a. die Dämme erneuert, neue gebaut sowie neue Überschwemmungszonen, auch in Kooperation mit der Slowakei, eingerichtet, gegen das Früjhahrshochwasser zusammen mit starkem Regen haben diese aber kaum eine Chance.
Vorhersage bis zum Wochenende
Zu den starken Niederschlägen, auch Schneefällen, Gewittern der letzten Tage kommt auch die Schneeschmelze, auch für die nächsten Tage sind weiterer starker Regen, verbunden mit Stürmen angesagt, an den Rändern der Gebirge, also vor allem des Bakony, ist auch mit Schnee und mit Eisregen zu rechnen. Die Temperaturen werden für Mittwoch bis Freitag mit 4-11 Grad in den kommenden Tagen milder, in der Nacht kann es aber immer noch frieren bei bis zu -4 Grad, weshalb vor allem am Morgen vor überfrorenen Straßen gewarnt wird, vor allem im Westen des Landes. Für Donnestag hat der Westen des Landes eine kleine Regenpause, im Osten schüttet es dafür umso heftiger, am Freitag ziehen die Niederschläge dann gen Westen, erst ab Sonntag wird zumindest himmelseitig Entwarnung gegeben, die Temperaturen steigen auf über 14 Grad. red.
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