(c) Pester Lloyd / 05 – 2013 NACHRICHTEN 30.01.2013
Ab morgen, 31. Januar, starten von elf Orten in neun Komitaten Menschen zu "Hungermärschen", um auf ihre prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse unter der Losung "Arbeit und Brot" aufmerksam zu machen. Auftakt ist im Ort Sellye in der Baranya, von wo man den weitesten Weg nach Budapest hat
Die meisten der Teilnehmer sollen Sozialhilfeempfänger und Lanzeitarbeitslose sein, die in den berüchtigten „Kommunalen Beschäftigungsprogrammen“ stecken, bei denen sie, wenn alles glatt läuft, maximal 47.000 Forint brutto verdienen können, womit sie weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn von heute 98.000 HUF / Monat liegen. Die zentrale Forderung: wenigstens 60.000 Forint im Monat (200 EUR) soll der Staat denjenigen Zahlen, die pro Woche 40 Stunden im Dienste der Kommunen zwar einfache, körperlich aber oft umso schwerere Arbeit leisten.
Die Organisatoren sind eine Gewerkschaft der Kommunalbeschäftigten, maßgeblich unterstützt von der Oppositionspartei MSZP (Sozialdemokraten), die erst seit kurzem, nämlich in der Opposition, ihre Empathie für die Schwächsten wieder zu entdecken scheint. Zu der Ambivalenz dieser Hungermärsche und der tatsächlichen Situation im Lande können wir – wegen der Parallelen – auf unseren ausführlichen Bericht über die Hungermärsche im Vorjahr verweisen. Der einzige Unterschied in diesem Jahr: es werden deutlich mehr Teilnehmer erwartet, 5.000 bis 10.000, so hoffen die Organisatoren, machen sich auf den Weg, im Vorjahr waren es nur rund 3.000, doch seither ist auch die Armut größer geworden. Am 11. Februar sollen bis zu 10.000 Menschen vor dem Parlament gegen die eiseskalte und zynishce Sozialpolitik der Regierung demonstrieren, deren Minister Matolcsy der Meinung ist, von “47.000 Forint kann man heute in Ungarn ganz gut leben…” Aufbruch ins Nirgendwo Hungermärsche in Ungarn: reales Elend und realitätsferne Politik
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