(c) Pester Lloyd / 01 – 2011 NACHRICHTEN 04.01.2011
Laut einer aktuellen Studie haben große Teile der ungarischen Bevölkerung Probleme mit der Finanzierung ihrer Haushaltsnebenkosten. So haben über eine Million der 10 Millionen Einwohner in Ungarn Schulden bei öffentlichen Versorgungsunternehmen, ihre Zahl hat sich innerhalb der letzten sechs Jahre verdoppelt. Der Studie zufolge, welche jedoch noch auf Daten des Jahres 2009 basiert, haben insgesamt 11 % der Verbraucher ausstehende Verpflichtungen in Höhe von durchschnittlich 32.407 Forint (ca. 115 Euro) gegenüber Strom-, Gas- oder Fernwärmeanbietern. Laut dem Autor der Studie, Balazs Herpai, entstehen die größten Schuldbeträge bei der Fernwärmenutzung, da die hier erbrachten Leistungen im Gegensatz zu anderen Dienstleistungen nach dreimonatigem Zahlungsausfall nicht einfach vom Anbieter eingestellt werden können.
Eine wesentliche Ursache für die wachsenden Verschuldungen sieht er außerdem in den steigenden Gaspreisen, die sich während des Befragungszeitraums verdreifacht haben. Zu entsprechenden staatlichen Hilfsmaßnahmen in Form einer zentralen Unterstützung bei der Energieversorgung äußerte Herpai, dass sich diese für die bedürftigen Familien inzwischen als generelle Möglichkeit offenbart hat, ihr zu geringes Einkommen aufzustocken und so häufig bereits anderweitig verwendet wurde, bevor es zur Zahlung von Nebenkostenrechnungen kommt.
Die Studie beurteilte außerdem eine von der vorhergehenden Regierung eingeführte, kommunale Maßnahme zur Hilfestellung bei größeren Verschuldungen als ineffizient und darüber hinaus in den meisten Regionen nicht umsetzbar, da es für kleinere Städte kaum möglich ist, einen hierfür extra vorgesehenen Koordinator zu finanzieren. Premierminister Orbán sprach sich im Vorfeld der Kommunalwahlen explizit gegen die Durchführung von Zwangsräumungen aus und kündigte an, dagegen vorzugehen.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




