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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 12/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 12 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Minimale Erholung im ungarischen Einzelhandel

25.03.2010 · Wirtschaft

Minimale Erholung im ungarischen Einzelhandel

Die Einzelhandelsumsätze in Ungarn gingen im Januar 2010 um 5,6% gegenüber dem Januar 2009 zurück. Damit verringerte sich wenigstens der Rückgang, im Dezember lag das Minus noch bei 7,4%. Von Monat zu Monat gerechnet gab es den ersten Anstieg seit letztem Juni. Kalender und saisonbereinigt betrug das Plus gegenüber Dezember 0,6%. Der Gesamtumsatz im Einzelhandel (inkl. Kraftstoffe für KfZ) betrug im Januar 489 Milliarden Forint, ca. 1,88 Mrd. EUR. Während die Umsätze bei Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs seit drei Monaten in etwa stagnieren, stiegen die Non-Food-Umsätze um rund 2%. Hier war der Rückgang zuvor mit 12,6% im Dezember und 7% im Januar besonders hoch. Kraftstoffe verbuchten ein Umsatzminus von 9,4% zum Vorjahr. Nicht inkludiert in diese Statistik ist der Umsatz bei Autos und Autoteilen, dieser sank 28,3% im Januar, 44,3% im Dezember und 41,3% im Gesamtjahr 2009.

Hühnersuppe ist das Lieblingsgericht der Ungarn

25.03.2010 · Boulevard

Das Cateringunternehmen netpincer.hu hat in einer großangelegten Online-Umfrage das Lieblingsgericht der Ungarn ermittelt. 77.000 Stimmen wurden binnen eines Monats abgegeben, zum Sieger wurde eine Suppe erkoren, die Hühnersuppe Újházy (Újházy tyúkhúsleves), benannt nach dem Schauspieler Ede Újházy. Das Gericht, eine klassische Hühnerbrühe, verfeinert mit Wurzelgemüsen, Champignons, Fadennudeln (Vermicelli) und Rinderbrust, ist auf fast allen Karten ungarischer Restaurants zu finden, wird aber leider häufig nicht durch handwerkliche Fähigkeiten, sondern durch Instanthilfsmittel erzeugt, gilt aber in der gutbürgerlichen Küche als Nagelprobe für die Kochkünste des Chefs. Bei den Hauptgerichten schnitt das Gefüllte Kraut (Töltött Káposzta) ab, ein uraltes Volksgericht, dass es in etlichen Varianten gibt. Die massigste davon ist die „Kolozsvárer“ Art, wo sich auf den mit einer Hackmasse gefüllten Krautwickeln auf gesottenem Kraut noch Speckscheiben (Hahnenkämme), Schweinskoteletts und Würste türmen. Als Dessert wurde Vogelmilch (Madartej) erwählt, eine Milch-Ei-Creme, die es in etlichen Varianten in ganz Osteuropa gibt.

Der meisterhafte Unbekannte: János Szász, Fotografien im CH Wien

25.03.2010 · Kultur

Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres Pécs 2010 veranstaltet das ungarische Kulturinstitut Collegium Hungaricum zwei Fotoausstellungen, die zweite in Zusammenarbeit mit dem Stift Klosterneuburg und dem Ungarischen Tourismusamt. Die Fotoausstellung von János Szász „Der meisterhafte Unbekannte aus der Kulturhauptstadt Europas – Pécs 2010“ ist vom 25. März – 30. April im Collegium Hungaricum, 1020 Wien, Hollandstr. 4. zu sehen. Das Oeuvre des kaum bekannten Pécser Fotografen János Szász gilt als Juwel der ungarischen Lichtbildkunst. Da dem jungen Anwalt in den 50er Jahren wegen seiner bürgerlichen Herkunft Berufsverbot erteilt wurde, machte er sein Hobby, Fotografieren, zum Beruf. 2006 wurde in Pécs eine repräsentative Auswahl aus seinem Lebenswerk ausgestellt. Die Schau löste große Resonanz aus, die Kollektion wurde nach London, Stuttgart, Paris, Neu-Delhi und Berlin eingeladen. János Szász gilt als eine der größten künstlerischen (Wieder-)Entdeckungen der diesjährigen Kulturhauptstadt. Vom 13. April – 30. Mai 2010 findet die Fotoausstellung von Péter Marsalkó „Die grenzenlose Stadt, Pécs – Kulturhauptstadt Europas 2010“ im Café Escorial im Stift Klosterneuburg, 3400 Klosterneuburg, Stiftsplatz 1 statt. www.collegium-hungaricum.at

Israelische Gesterflieger: Abteilungsleiter fliegt

26.03.2010 · Nachrichten

Israelische Geisterflieger über Ungarn: Abteilungsleiter fliegt

Der Fall der zwei israelischen „Geisterflieger“ am 17.3. wurde in dieser Woche vor den Verkehrsausschuss des Parlamentes gebracht. Während die Regierungsvertreter davon sprachen, dass alles im „international üblichen“ Rahmen abgesprochen worden war, konnten bzw. wollten die Verantwortlichen weiter keine Angaben über Sinn und Zweck des Flugmanövers über ungarischem Territorium machen. Die Opposition kritisierte die fehlende Aufklärung und sprach von einer Gefährdung der nationalen Sicherheit. Sie kündigte eine Verschärfung der Abläufe und Kontrollen bei Machtübernahme im Mai an. Obwohl laut Aussagen aus dem Verteidigungs- wie Verkehrsministerium keine Informationslücken bestanden hätten, musste in dieser Woche der Abteilungsleiter Flugwesen der Nationalen Verkehrsaufsicht seinen Hut nehmen, gegen vier weitere Mitarbeiter der Behörde wurden disziplinarrechtliche Verfahren eingeleitet. Das Verteidigungsministerium erklärte, dass die ungarische Luftabwehr jederzeit auf dem Stand der Dinge war und jede Behauptung, es wäre etwas „überraschendes“ passiert, falsch ist. Doch nicht nur die Opposition, auch der Verkehrsminsiter Péter Hónig sagten vor dem Parlamentsausschuss, dass „das Manöver nicht ganz in Übereinstimmung mit ungarischen Gesetzen stand.“

Alles Routine? (19.3.)

Zwei israelische „Geisterflugzeuge“ sorgen für Wirbel in Ungarn

Termin für Holocaust-Entschädigungs-Klage gegen ungarische Bahn angesetzt

26.03.2010 · Nachrichten

Termin für Holocaust-Entschädigungs-Klage gegen ungarische Bahn angesetzt

Das amerikanische Gericht, das sich mit der Sammelklage von rund 100 amerikanischen und einigen ungarischen Bürgern, Überlebende des Holocaust in Ungarn bzw. Nachfahren von Opfern, gegen die Ungarische Staatsbahn MÁV befasst, hat einen ersten Prozesstermin für den 22. April angesetzt. Die Kläger fordern rund 900 Mio EUR Entschädigung für das erlittene Unrecht durch und bei den Deportationen von rund 437.000 ungarischen Juden 1944/45 nach Auschwitz. Der MÁV wird bewußte und systematische Mittäterschaft zur Bereicherung vorgeworfen. Neben der Deportation in den Tod selbst wird auch die Aneignung fremden Eigentums Teil des Prozesses. Die MÁV zeigt sich, wie schon in der Vergangenheit, nicht bereit grundsätzlich über die Frage einer Mitschuld zu verhandeln, der Staat als Eigentümer hält sich aus der Sache verschämt heraus. Die ungarische Staatsbahn hat in einer Ausschreibung unter 13 Anwaltskanzleien der USA einen Rechtsvertreter in der Sache gesucht und hofft, mit Anwaltskonsten von rund 170.000 EUR aus der Sache herauszukommen. Die Sinnhaftigkeit und Legitimität einer Klage gegen die Bahn wird sowohl von ungarischen wie amerikanischen Vertretern der jüdischen Gemeinden – zum Teil – bezweifelt.

„Sie wussten, was sie taten“ (15.02.10)

Mitgemordet: Details der Klage gegen die ungarische Staatsbahn

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