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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 12/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 12 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

KIA investiert 100 Mio EUR in der Slowakei

23.03.2010 · Wirtschaft

Kia Motors, zweitgrößter Automobilkonzern Südkoreas will weitere 100 Millionen EUR in seine Aktivitäten in der Slowakei investieren. In Ergänzung der bis zu 300.000 Fahrzeuge, die KIA bereits in der Slowakei jährlich herstellen kann, soll ein Motorenwerk entsehen, teilte das Unternehmen letzte Woche mit. Durch den Nachfragepush im Bereich der SUV, soll die Gesamtkapazität bis 2011 auf 450.000 Fahrzeuge ausgebaut werden, das neue Werk soll, ebenfalls ab 2011, jährlich rund 150.000 Motoren produzieren. Der slowakische Ministerpräsident, dem diese Investition im Wahlkampf besonders gelegen kommt, unterstützt KIA mit steuerlichen Wohltaten über rund 15 Mio EUR.

Militärkooperation Serbien – Ungarn

23.03.2010 · Nachrichten

Militärkooperation Serbien – Ungarn

Am Montag unterzeichneten der ungarische und der serbische Verteidigungsminister ein Kooperationsabkommen. Darin werden unter anderem gemeinsame Trainingsprogramme von ungarischen und serbischen Militäreinheiten vereinbart, die gemeinsame militärische Luftraumüberwachung neu geregelt sowie ein Notfallplan abgestimmt. Für den ungarischen Verteidigungsminister Imre Szekeres ist die Kooperation mit der serbischen Armee ein Beitrag zur Stabilisierung des Westbalkans, ebenso wie das ungarische Engagement bei KFOR im Kosovo. Der serbische Amtskollege Dragan Sutanovac erhofft sich, von ungarischen Erfahrungen bei der Transformation seiner Truppe zu profitieren, wobei der materielle Zustand der ungarischen Armee nicht gerade als vorbildlich gilt.

OTP zahlte Staatshilfe zurück

23.03.2010 · Wirtschaft

OTP-Bank Ungarn zahlte Staatshilfe zurück

Die größte ungarische Bank, OTP, hat die zweite und damit letzte Rate ihrer Staatshilfe zurückgezahlt. Insgesamt nahm die OTP im März 2009 1,4 Milliarden EUR Staatshilfen an, allerdings sprach man schon damals von einem eher symbolischen Akt, denn die Bank hatte sich nie wirklich in Geldnot befunden. Allerdings wurde die Staatshilfe auch als ein Zeichen an Zocker und Spekulanten in der Finanzwelt gewertet, die im Herbst 2008 einen massiven Angriff auf den Aktienkurs des Unternehmens ritten. So sollte gezeigt werden, dass die OTP in jedem Fall auf Staatshilfe rechnen kann. Laut Vertrag musste die Bank erst 2011 mit der Rückzahlung in acht Raten beginnen, erledigte das aber bereits jetzt in zwei Schritten zu je 700 Mio EUR. Die Bank bezeichnet ihre eigenen flüssigen Mittel mit „über 6 Milliarden“ EUR. 2009 habe man rund 248 Milliarden Forint (ca. 900 Mio EUR) neue Unternehmenskredite ausgegeben, 2010 sind es bisher 34 Mrd. Forint.

Jahresergebnisse OTP und weitere Hintergründe zum Finanzmarkt

Menschenschmuggler in Ungarn verhaftet

23.03.2010 · Nachrichten

Die ungarische Polizei hat am Wochenende einen Ring von Menschenhändlern ausgehoben und dabei sieben Verdächtige an unterschiedlichen Orten verhaftet. Den sechs Ungarn und einem Serben wird vorgeworfen, systematisch Menschenschmuggel betrieben zu haben. Die „Kundschaft“ bestand vor allem aus Kosovo-Albanern, die über die südlichen Grenzen von Ungarn, durch das Land und weiter in andere Schengenstaaten geschmuggelt worden sind. Die Bande wird auf insgesamt rund 15 Mitglieder geschätzt, weitere Ermittlungen laufen.

Bosch baut Forschung in Ungarn aus

25.03.2010 · Wirtschaft

Bosch, einer der führenden Autozulieferer der Welt wird sein ungarisches Forschungs- und Entwicklungszentrum markant ausbauen. Dazu unterschrieb die Firmenleitung einen Vertrag mit dem Wirtschaftsministerium über eine staatliche Beihilfe von 1 Milliarde Forint (3,78 Mio EUR), die für die Gesamtinvestition von 9 Milliarden Forint (knapp 34 Mio EUR) gewährt wird. Teil des Abkommens ist, dass Bosch bis 2012 200 zusätzliche Studienabsolventen der Ingenieurswissenschaften in sein Budapester Forschungs- und Entwicklungszentrum einstellen wird, mit einer Beschäftigungsgarantie bis 2017. Derzeit arbeiten dort 430 Mitarbeiter. Sollte die wirtschaftliche Situation Mitte 2011 eine Einstellung aller vrogesehenen 200 neuen Absolventen nicht möglich machen, würde man auf einen Teil der Beihilfen verzichten, sagte das Management. Bosch betreibt das Forschungszentrum in Budapest seit 2005. Der Konzern ist seit 1899 in Ungarn aktiv und beschäftigt derzeit fast 7.000 Menschen und hat Werke in Miskolc, Budapest, Hatvan und Eger.

Bis zu 400 Mio EUR EBRD-Kredite für Ungarn 2010

25.03.2010 · Wirtschaft

Ungarn rechnet in diesem Jahr mit Krediten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) von 300 bis 400 Mio EUR, vor allem für Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energie sowie für Verbesserung an den Fernwärmesystemen und eine bessere Wärmedämmung an Plattenbauten. Auch die Außenstände der Staatsbahn MÁV könnten mit Mitteln der EBRD umgeschuldet werden, hofft die Regierung nach einem Treffen von Regierungschef Bajnai mit dem Präsidenten der multinationalen Bank in London am Dienstag. Damit könnten Bedingungen verknüoft werden, welche die längst überfällige Sanierung des defizitären Staatsbetriebes endlich voranbrächten.

Seit 1990 hat die EBRD in Ungarn 108 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden EUR finanziert. Damit wurden, so rechnet man weiter, Investitionen von insgesamt 8 Milliarden EUR angeschoben bzw. ins Land gebracht. Im Krisenjahr konnte Ungarn auf EBRD-Kredite über insgesamt 567 Mio EUR zugreifen, mit denen fünf größere Infrastrukturprojekte finanziert wurden sowie Kreditlinien für Geschäftsbanken zur Stabilisierung des Finanzsystems bereit gestellt wurden. Der ehemalige OTP-Finanzvorstand László Urbán ist im Direktorengremium der EBRD seit kurzem der ungarische Vertreter, er folgte László Andor nach, der als EU-Kommissar für Soziales nach Brüssel wechselte.

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