(c) Pester Lloyd / 17 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
OTP Ungarn will in Rumänien zukaufen
28.04.2010 · Wirtschaft
OTP Ungarn will in Rumänien zukaufen
Die größte Bank in Ungarn, OTP, hat Interesse an der Übernahme eines weiteren Finanzinstitutes in Rumänien bekundet. Das meldet zumindest die rumänische Wirtschaftszeitung Ziraul financiar. Man prüfe derzeit den Erwerb einer Kontrollmehrheit über die Banca Comerciala Carpatica (BCC), eine der wenigen noch in rumänischen Händen verbliebenen Banken des Landes. Konkret geht es bei den Verhandlungen mit dem Oligarchen und Großaktionär der BCC, Ilie Carabulea, um ein 70%-Aktienpaket. Beide Seiten sprechen von Gerüchten, die sie nicht näher kommentieren wollten. Der Wert der Bank ist nach Aktienkapitalisierung derzeit rund 56 Mio EUR, 2009 machte man einen Verlust von ca. 5 Mio EUR, in diesem Jahr werden über 20 Mio Minus erwartet. BCC ist eine recht kleine Bank mit nur rund 1% Marktanteil und in etwa nur halb so groß wie die direkte Tochter der OTP in Rumänien. Für die Bank spricht das günstige Kredit-Einlage-Verhältnis von nur 54%.
PSZÁF schließt MOL-Surgut-Untersuchung ohne Ergebnis ab
28.04.2010 · Wirtschaft
PSZÁF schließt MOL-Surgut-Untersuchung ohne Ergebnis ab
Ein paar Tage vor der Hauptversammlung des MOL-Konzerns, doch einige Tage nach Ablauf der Anmeldefrist für Aktionäre, hat die staatliche ungarische Finanzaufsicht PSZÁF ihre im März 2009 eingeleitete Untersuchung zum Kauf eines 21%-MOL-Aktienpaketes durch die russische Surgutneftegas, ergebnislos eingestellt. Der PSZÁF-Chef konnte in dem 1,4 Mrd. EUR-Deal nun keine Unregelmäßigkeiten erkennen, durch die lange Untersuchungszeit wird Surgut nun aber zum zweiten Mal kein Stimmrecht auf der Aktionärs-Hauptversammlung ausüben können, da erst jetzt der dazu notwendige Eintrag ins Aktionärsregister freigegeben werden kann.
Extremer Rückgang bei Krediten für Wohneigentum in Ungarn
28.04.2010 · Wirtschaft
Extremer Rückgang bei Krediten für Wohneigentum in Ungarn
Die ungarischen Banken genehmigten 2009 nur noch rund 56.000 Kredite für den Erwerb von Wohneigentum. Die Zahl ging damit um 62% gegenüber 2008 zurück, wo Ungarn, vor allem im Bereich von Eigentumswohnungen einen Boom erlebte. Der Gesamtwert der neu ausgereichten Kredite betrug 323 Milliarden Forint (ca. 1,2 Mrd. EUR), ein Rückgang um zwei Drittel. In die Aufstellung des Statistischen Zentralamtes, KSH flossen die Angaben von 22 Banken, drei Hypothekenanstalten sowie von 135 Genossenschaften ein. Der Gesamtstand der Kredite für Wohneigentum in Ungarn erreichte Ende 2009 danach 3.920 Milliarden Forint (ca. 14,5 Milliarden EUR), was rund 15% des Bruttoinlandsproduktes entspricht. Immerhin 63% dieser Kreditsummen lauten immernoch auf Fremdwährungen, was die Kredite während der Währungskrise 2008/09 stark verteuert und viele Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten gebracht hat. Allerdings sank der Anteil von Fremdwährungskrediten im zweiten Halbjahr 2009 auf 57%, während er im 2 Hj. 2008 noch fast 80% betrug. Im Hypothekenbereich gelten rund 8% der Kredite als gefährdet oder faul (+50%), während der Anteil notleidender Kredite insgesamt bei ca. 12% liegt, rund 760.000 Kreditnehmer sind mit ihren Zahlungen ganz oder zum Teil in Verzug.
170.000 verloren seit der Krise in Ungarn ihren Job
30.04.2010 · Nachrichten
170.000 verloren seit der Krise in Ungarn ihren Job
Im ersten Quartal 2010 waren durchschnittlich 11.8% der arbeitsfähigen Bevölkerung in Ungarn arbeitslos gemeldet. Damit steigerte sie sich gegenüber der vorherigen 3-Monats-Periode nochmals um 0,4 Prozentpunkte und erreichte den höchsten Stand seit 1993. Auch die ohnehin schon niedrige Beschäftigungsrate sank weiter und hat jetzt ein 12-Jahres-Tief erreicht. 497.800 offiziell als arbeitslos registrierte Menschen gab es im ersten Quartal 95.000 mehr als vor einem Jahr und 170.000 mehr als vor Beginn der Krise. 3,72 Millionen Menschen in Ungarn gehen noch einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach, rund 200.000 weniger als vor drei Jahren.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit verlief nun zum zeiten Male deutlich schneller als von den meisten Experten vorhergesagt. Zum Teil ist diese dem Auslaufen einiger Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Bajnai-Regierung zuzuschreiben, die zwar schlecht bezahlte und unterqualifizierte Arbeit in öffentlicher Anstellung schaffte, so aber zumindest die Statistik im Zaum hielt. Die meisten Entlassungen in der Privatwirtschaft finden nicht mehr wie zu Anfang in der Großindustrie statt, sondern es ist der Mittelstand, der immer weiter ausblutet. Analysten rechnen mit einem weiteren Anstieg, zumindest für die kommenden sechs Monate.
Gute Jahreszahlen der Budapest Bank
30.04.2010 · Nachrichten
Gute Jahreszahlen der Budapest Bank
Die Budapest Bank, eine Tochter des amerikanischen Konzerns GE, konnte die Verluste aus Kreditgeschäften etwas besser bewältigen als der Marktdurchschnitt in Ungarn, sagte Vorstandschef Sean Morrissey im Anschluss an die jährliche Hauptversammlung. „Dank der guten Liquiditätslage des Institutes konnte die Budapest Bank das Kreditgeschäft für Pirvatpersonen und Kleinunternehmen 2009 fortsetzen, auch wenn es sich deutlich von Fremdwährung auf Forint verschoben hat.“
Die Quote für faule Kredite (mehr als 90 Tage und mindestens um einen Mindestlohn hinter dem Zahlungsziel) beträgt im gesamten Kreditportfolio nur 3%, man habe die Sache im Griff. (Die Erhebung dieser Rate wird von Fachleuten aber kritisiert, man kann als Bank problemlos solche Kredite umwidmen, dann tauchen sie unter gänzlich anderen Benennungen auf). Auch die Budapest Bank folgt dem Weg der meisten ungarischen Banken und parkt ihre Gewinne in einer internen Reserve, womit auch die Eigenkapital- und Cashquote erhöht wird. Der Gewinn nach Steuern betrug 2009 12,9 Milliarden Forint (heute ca. 48 Mio EUR). Die BB hat heute 100 Filialen.
Grüne Gruppen in Ungarn beraten über Politstrategie nach der Wahl
30.04.2010 · Nachrichten
Grüne Gruppen in Ungarn beraten über Politstrategie nach der Wahl
Umweltgruppen und die im Parlament vertretene grüne Partei LMP, wollen möglichst eng kooperieren, um viele ihrer Ziele zu erreichen bzw. wenigstens in der Bevölkerung bekannt zu machen. Dazu trafen sich jetzt Vertreter der LMP („Eine andere Politik ist möglich“), die bei der Parlamentswahl knapp 7,5% der Stimmen erreichte mit sechs Umweltgruppen. Dabei wurden Zielsetzungen in der Landwirtschaftspolitik, beim Klimawandel, bei der Verteilung von EU-Zuschüssen, Steuern, Wasserwirtschaft und der Energiepolitik besprochen, sagte Parteisprecher Benedek Javor. Die Chance, dass es erstmals eine Partei mit gründer Agenda ins ungarische Parlament geschafft hat, dürfe nicht durch Eifersüchteleien untereinander vertan werden. Die Umweltgruppen begrüßten daher den Dialog mit der Parlamentspartei. Zwar seien bei den jetzigen Mehrheitsverhältnissen die Möglichkeiten, grüne Politik umzusetzen, beschränkt und abhängig vom Willen der Mehrheitspartei Fidesz, dennoch wird man wichtige Forderungen hörbarer machen.
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