(c) Pester Lloyd / 22 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Immoeast übernimmt von TriGránit Polus Center in Rumänien
03.06.2010 · Wirtschaft
Immoeast übernimmt von TriGránit Polus Center in Rumänien
Die in Österreich ansässige Immobilienunternehmung Immoeast kauft das von der ungarischen TriGránit entwickelte und gebaute Polus Center in der rumänischen Hafenstadt Constanta. Der Preis für den 85%igen Anteil am 50.000 Quadratmeter großen Einkaufszentrum beträgt 1 Euro, plus die rund 40 Millionen EUR angehäuften Schulden sowie die weiteren Baukosten. Ursprünglich sollten TriGranit dafür mindestens 185 Mio EUR erlösen. Immoeast verwaltet vor allem in Osteuropa zahlreiche solcher Projekte, derzeit in einem Gesamtwert von rund 1 Milliarde Euro. Das Polus Center in Constanta ist derweil immer noch nicht fertiggestellt, die vollständige Eröffnung ist erst für Anfang 2011 anberaumt. Das Polus Center in Cluj, ebenfalls Rumänien, kaufte Immoeast der TriGránit zuvor bereits für 210 Mio EUR ab. TriGránit gehört zum Imperium des ungarischen Oligarchen Sándor Demján, einem der reichsten Ungarn, u.a. auch im Bankgeschäft tätig. Er übernahm kürzlich von der Wallis Gruppe bzw. West LB die Milton Bank und benannte sie heute in Gránit Bank um. Die ehemalige Muttergesellschaft der Imoeast, Immofinanz war bis zur Krise auch Teilhaber bei TriGránit.
Hyperminister stellt sich Parlamentariern vor
03.06.2010 · Nachrichten
Hyperminister stellte sich Parlamentariern vor
Der neue ungarische Minister für „Nationale Ressourcen“, zu denen, neben vielen anderen, auch das Kulturressort gehört, will die Kultur „auf einem höheren Niveau“ präsentieren, als es seiner Meinung nach bisher geschah. Das sagte Minister Miklós Rétheyli am Dienstag bei einer Anhörung vor dem parlamentarischen Ausschuss für Kultur und Medien. Neben der Kultur soll der 71jährige Professor der Semmelweiss Medizinuniversität auch die Ressorts Bildung, Gesundheit, Sport und Soziales bearbeiten, eine Ballung von Zuständigkeiten wie sie in Europa einmalig ist, sieht man einmal vom Vatikan oder diversen anderen Fürstentümern ab, so dass man hier schon von einem Hyperminister sprechen muss. Réthelyi sieht das nicht als Problem, vielmehr als Möglichkeit die vielen gesellschaftlichen Wechselwirkungen zwischen diesen Lebensbereichen besser kenntlich und nutzbar machen zu können. Sein Ministerium plant im kulturellen Bereich „die Entwicklung eines vielseitigen, gut strukturierten Systems von kulturellen Institutionen und ist offen für alle Akteure der Kultur“, sagte Réthelyi, ohne konkretes anzufügen.
Sony verlagert Blu-ray-Werk von Ungarn nach Malaysia
03.06.2010 · Wirtschaft
Der japanische Elektronik- und Unterhaltungskonzern Sony verkündete am Mittwoch in Budapest, dass er sein Werk im unweit von Budapest gelegenen Gödöllö schließen wird und die dortigen Produktionskapazitäten nach Malaysia umzuleiten gedenkt. Als Grund für die Aufgabe des Werkes nennt der Konzern „Profitabilitätsziele“, die in Ungarn so offenbar nicht zu erreichen sind. In Gödöllö werden u.a. Blu-ray CD- und DVD-Player hergestellt, Ende Dezember 2010 soll damit Schluss sein. Das Werk besteht seit 1996 und beschäftigt derzeit 540 Mitarbeiter.
Aufsichtsamt bestraft Kirche wegen Ausschreibung
03.06.2010 · Wirtschaft
Ungarisches
Das Aufsichtsamt für öffentliche Ausschreibungen hat einen Tender der Evangelikalen Kirche von Ungarn für nichtig erklärt und die Glaubensgemeinschaft mit einer Verwaltungsstrafe von 3 Mio. Forint belegt (knapp 11.000 EUR). Die Behörde wies der Kirche nach, dass sie sich nicht an die Regeln für öffentliche Ausschreibungen gehalten habe, weil sie selbst Teilhaber einer Bieterpartei gewesen ist. Konkret ging es um den Um- und Ausbau einer von der Religionsgemeinschaft betriebenen Grundschule und eines Gymnasiums in Debrecen. Der Gewinner des Tenders Alföld Bau 2001 befand sich zum Zeitpunkt der Ausschreibung zu 50% im Eigentum der Kirche. Hinzu kommt, dass der Auftraggeber nur 10% der Kosten für das Projekt von insgesamt 204 Mio Forint (ca. 740.000 EUR) zu tragen hatte, der größte Teil (156 Mio HUF) kam von der EU, 27 Mio vom ungarischen Staat. Die „Faith Church“ will die Entscheidung vor Gericht anfechten, da sie keine Verfehlungen erkennen kann.
Parlamentskommission soll neue Verfassung für Ungarn vorbereiten
03.06.2010 · Nachrichten
Bis 30. Juni, so ein Vorschlag der Regierungspartei Fidesz, soll sich aus dem Parlament eine 45köpfige Kommission bilden, die eine neue ungarische Verfassung vorbereiten soll. Die Gruppe soll aus 30 Parlamentariern von Fdiesz-KDNP, die mehr als zwei Drittel der Mandate stellen, sowie 15 Angehörigen der Oppositionsfraktionen (Sozialisten, Grüne, Rechtsextremisten) bestehen und eine „Überprüfung und Bewertung der derzeitigen Verfassung im Hinblick auf die Übereinstimmung mit den Normen von Bürger- und Menschenrechten“ vornehmen sowie die Wirksamkeit der einzelnen Bestimmungen eruieren. Weiterhin sollen die in der Verfassung benannten Institutionen in ihrer Funktionsweise durchleuchtet werden und ob sie ihrer vornehmlichen Aufgabe, dem Schutz der Grundrechte und der Lebensfähigkeit von Staat und Gesellschaft sowie „den Erwartungen an eine bürgerliche Demokratie im 21. Jahrhundert“ gerecht werden. Fidesz argumentiert, dass die jetzt gültige Verfassung ein Konstrukt des Übergangs von 1990 ist, die zwar in ihren Grundzügen funktionierte, aber nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Die Opposition wirft der Regierungspartei indes vor, durch Verfassungsänderungen ihre Macht zementieren zu wollen. Praktisch könnte Fidesz-KDNP durch die Mehrheitsverhältnisse im Parlament Verfassungsänderungen allein vornehmen, die Einsetzung einer überparteilichen Kommission ist somit als Dialogangebot zu sehen.
Programm für VOLT Festival Ende Juni in Sopron steht
03.06.2010 · Kultur
Billy Idol, Prodigy und Massive Attack
Programm für VOLT Festival Ende Juni in Sopron steht
Das vor allem bei Ungarn und Österreichern sehr beliebte VOLT Festival in Sopron findet in diesem Jahr vom 30. Juni bis 3. Juli statt. Es ist einen Tick härter und einen Hauch mehr indy als die Sziget Festival, wird aber von der gleichen Firma ausgerichtet. Jetzt steht auch die Teilnehmerliste. Am 30.6. geht es mit dem „Kick off“ los, bei dem ungarische „Rocklegenden“ gefeiert werden, darunter Omega, Edda, Tankcsapda und die Deák Blues Band. Hinzu kommen neuere Gruppen wie Kiscsillag und Vad Fruttik. Am Donnerstag dann wird Billy Idol auf die Bühne kommen (ja, den gibts noch), er tritt gemeinsam mit den Alternativ-Poppern Quimby auf. Auf anderen Bühnen wird es noch elektropoppiger mit Air aus Frankreich und der Parov Stelar Band, die in Österreich beheimatet ist. Die ungarische Delegation am 1. Juli besteht aus Zagar, Ossian und Beatrice. Freitag, 2. Juli gibts Ákos aus Ungarn und als Hauptact The Prodigy von der Insel. Weiterhin die Pál Utcai Fiúk, Csík Zenekar und die Hobo Band. Am letzten Tag wärmen Bori Péterfy und ihre Band samt Ladánybene vor, mit Massive Attack wird das Festival beendet.
Weitere Infos (auf dt.): www.sziget.hu/volt_german
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