(c) Pester Lloyd / 28 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
WestLB verabschiedet sich aus Ungarn
09.07.2009 · Wirtschaft
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WestLB verabschiedet sich aus Ungarn
Die Westdeutsche Landesbank WestLB AG will ihre ungarische Tochter, die WestLB Hungaria ZRt., verkaufen. Die Maßnahme sei Teil einer neuen strategischen Ausrichtung, heißt es. Einen Käufer gibt es demnach schon, der Name soll erst bekannt gegeben werden, wenn die Genehmigungen der einschlägigen Behörden vorliegen. Landesbanken, so auch ihre Töchter im Ausland, beschäftigen sich vornehmlich mit der Finanzierung von Infrastrukturprojekten und kommunalen Aktivitäten, aber auch mit Handelsfinanzierungen. Das Geschäftsvolumen der ungarischen WestLB ist, im Vergleich zu anderen Banken, ohnehin ein eher kleines gewesen. Der Gesamtbestand betrug 2008 ca. 200 Mio EUR.
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Große Preisschwankungen im Agrarmarkt Ungarns
11.07.2009 · Wirtschaft
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Große Preisschwankungen im Agrarmarkt Ungarns
Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise gingen in Ungarn binnen Jahresfrist um mehr als ein Fünftel zurück. Um 21,7% niedriger sind die Preise erzeugerseitig im Jahresvergleich, teilt das Statistische Zentralamt in Budapest mit. Im April war es ein Minus von 19,9% (dass nachträglich von vorher -23,5% korrigiert wurde). Getreide, dass den größten Anteil an der landwirtschaftlichen Produktion in Ungarn hat, sackte in 12 Monaten um 38,5% ab. Allein von Januar bis Mai diesen Jahres sanken die Getreidepreise um 46,9%. Ölpflanzen verteuerten sich um 4,8%, sanken aber vorher in vier Monaten um 20%. Kartoffeln verteuerten sich seit Mai 2008 um 13%, Gemüse blieb fast gleich, Obst verbilligte sich hingegen um genau ein Drittel. Schlachtschweine verteuerten sich um fast 10 Prozent, Geflügel wurde um rund 7% billiger. Für Milch erhielten die Bauern nur noch 75% des Preises von vor einem Jahr, Eier wurden übers Jahr zwar nur um 1,4% teurer, allein im April waren es jedoch 10,6%.
Für dieses Jahr rechnet der Verband der Getreidebauern von Einbußen von um die 25% bei der Getreideernte, allein Mais dürfte wegen der Wetterkapriolen rund 30% weniger geerntet werden als sonst.
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100 Mio. Euro an ERSTE Ungarn
11.07.2009 · Wirtschaft
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100 Mio. Euro an ERSTE Ungarn
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat der Erste Bank Ungarn eine Kreditlinie in Höhe von 100 Mio EUR für die Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Betriebe genehmigt. Der Zugang zu diesen Geldern ist auf Unternehmen mit maximal 249 Mitarbeitern und 50 Mio EUR Jahresumsatz beschränkt. Kredite sollen bis jeweils 1,5 Mio EUR an unbahängige Klein- und Mittelbetriebe vergeben werden. Die Gelder der EBRD sind Teil eines 24,5 Mrd. EUR-Investitions- und Hilfsprogramms, dass, gemeinsam mit Weltbank und Europäischer Investitionsbank, den Kreditfluss an KMU verbessern soll.
Die Banken behaupten zwar immer, dass von einer „Kreditklemme“ keine Rede sein könne, doch tatsächlich hat sich gerade für die kleinen Unternehmen, der Zugang zu Krediten erschwert, einfach weil höhere Sicherheitsleistungen und Eigenkapitalanteile für diese kaum zu erbringen sind, von den Banken, die hohe Risikoabschreibungen durch leichtsinnige Kreditvergabe in der Vergangenheit, schultern müssen, aber gefordert werden.
Die EBRD hat nach eigenen Angaben bisher rund 2,6 Mrd. EUR in über hundert Projekte in Ungarn investiert. Die Erste Bank Ungarn hat rund 900.000 Kunden, die in 203 Filialen betreut werden. 2008 erwirtschaftete die ungarische Tochter der ERSTE Group noch einen Nettoprofit von 32,3 Mrd. HUF (nach heutigem Kurs rund 115 Mio EUR).
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Fodor legt auch sein Parlamentsmandat nieder
11.07.2009 · Politik
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Fodor legt auch Parlamentsmandat nieder
Der nach dem Wahldebakel des SZDSZ zurückgetretene Parteichef der Liberalen, der ehemalige Umweltminister Gábor Fodor, wird auch sein Mandat als Abgeordneter des nationalen Parlamentes niederlegen. Am Freitag erklärte er, dass er seinen Parlamentssitz im Herbst räumen werde.
Selbstkritisch gab er zu, dass ihm die Einheit der Partei wichtiger war als die Umsetzung einer klaren inhaltlichen Linie. Es ist der Partei weder gelungen als Oppositions- noch Regierungspartei ein starkes Bild abgegeben. Das SZDSZ hätte am Schluss sogar für Regierungsvorlagen gestimmt, auch wenn diese entgegengesetzt zu Grundansichten der PArtei waren. Das hätten die Wähler bestraft.
Er gab seiner Partei zum Abschied auf den Weg, dass, neben liberalen Werten, vor allem auch die Umwelt als der Basiswert einer Politik des 21. Jahrhunderts zu gelten habe. Umweltpolitik müsse Einzug in jedes Politikfeld halten und nicht mehr nur als Spezialgebiet gelten. Die Freiheit des Unternehmertums müsse eine Koalition mit dem Schutz der Ressourcen eingehen.
Am Sonntag wird / wurde ein neuer Parteichef des SZDSZ gewählt – Hintergrund
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Gesundheitsversicherung in Ungarn fehlen schon 115 Mio EUR
11.07.2009 · Wirtschaft
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Gesundheitsversicherung in Ungarn fehlen schon 115 Mio EUR
Alle paar Monate erreicht die Medien ein Hilferuf über die katastrophale Personalsituation im ungarischen Gesundheitswesen. Diesmal spricht der zuständige Minister, Tamás Székely von rund 4.200 „qualifizierten Fachkräften“, die derzeit fehlen. Beim jährlichen Kongress des Gesundheitswesens in Veszprém ergänzte er, dass in den letzten sieben Jahren im Schnitt 4% der notwendigen Stellen unbesetzt geblieben waren. Der Staat hat ein Sonderprogramm von 2,2 Milliarden Forint (ca. 8 Mio EUR) aufgelegt, dass Fachkräfte ins staatlcihe System locken soll. Székely stellte fest, dass in diesem Jahr bis Mai schon rund 31,1 Mrd. Forint (ca. 114 Mio EUR) weniger in das System der Krankenversicherung eingezahlt worden sind als geplant.
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Chef der Vermögensverwaltung vor Rausschmiss
11.07.2009 · Wirtschaft
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Chef der Vermögensverwaltung in Ungarn vor Rausschmiss
Miklós Tatrai, Chef der Nationalen Vermögensverwaltung in Ungarn (MVN), die auch für die Privatisierungen zuständig ist, steht kurz vor der Ablösung. Wie verschiedene Quellen melden, haben die Parteioberen der in Minderheit regierenden MSZP dem Ministerpräsidenten Gordon Bajnai grünes Licht für die Abberufung Tatrais gegeben. Dieser war in die Kritik wegen mehrerer eigenartiger Privatisierungsprojekte geraten. Letztlicher Auslöser für das Karrierende dürfte eine Affäre um den Tausch von staatlichen gegen private Grundstücke am Velence See sein, einer Naturschutzregion, wo ein Investor ein Casino-Ressort plant. Premier Bajnai hatte daraufhin im Juni persönliche eine Untersuchung der Vorgänge angeordnet. Mit Tatrai ginge innerhalb weniger Wochen bereits die zweite Schlüsselfigur in Ungarns Finanz- und Vermögenspolitik. Zuvor war der Chef der staatlichen Finanzaufsicht PSZÁF wegen inhaltlicher und organisatorischer Meinungsunterschiede, manche nennen es Versagen, gegangen worden. Auch Nationalbankche András Simor steht wegen einer „Off-Shore“-Geschichte am Pranger und auf der Kippe.
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