(c) Pester Lloyd / 32 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Insolvenzverfahren in Ungarn spunghaft angestiegen
05.08.2009 · Wirtschaft
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Insolvenzverfahren in Ungarn sprunghaft angestiegen
Die Zahl der Insolvenzverfahren gegen Firmen in Ungarn erreichte bereits zur Mitte des Jahres 70% der Gesamtzahl für 2008. Von Januar bis Juni wurden, laut Creditreform, Insolvenzverfahren gegen 14.122 Unternehmen eingeleitet. 7.517 davon gingen auf die Initiative von Gläubigern oder Lieferanten der betroffenen Unternehmen zurück, ein Zuwachs um 36%.
Nur 15 Firmen beantragten den auch in Ungarn möglichen Gläubigerschutz, der eine Art Restartoption darstellen sollte. Analysten meinen dazu, dass es in Ungarn noch relativ leicht ist, Firmenwerte in andere Gesellschaften zu übertragen und sich so aus Zahlungsschwierigkeiten zu befreien, weshalb das legale Mittel des Gläubigerschutzes so selten gewählt werden. Das registrierte Stammkapital der insolventen Unternehmen war rund 88% höher als vor einem Jahr. Allein das Finanzamt APEH war im zweiten Quartal hinter 16.000 Firmen wegen Steuerschulden her, im ersten Quartal waren es noch 12.220.
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Ung. Staatsbürgerschaft für Auslandsungarn wird geprüft
06.08.2009 · Politik
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Doppelte Staatsbürgerschaft für Ungarn im Ausland wird geprüft
Das ungarische Aussenministerium prüft derzeit die völkerrechtlichen Voraussetzungen, um den ethnischen Ungarn in den Nachbarländern auf Wunsch die ungarische Staatsbürgerschaft, als Zweitnationalität, zuerkennen zu können. Diese alte Forderung der Konservativen wurde kürzlich von den Sozialisten mehr oder weniger übernommen. Geplant ist eine Art Expertise, die es ermöglichen soll, im Parlament einen entsprechenden Beschluss herbei zu führen. Dabei ginge es erst einmal darum, Einigkeit zwischen den Parlamentsparteien herzustellen, konkrete Gespräche mit den betroffenen Minderheitenvertretern im Ausland habe es, so der stellvertretende Aussenminister, noch nicht gegeben. Von Konsultationen mit den Regierungen der Nachbarstaaten wurde gar nicht erst gesprochen. Während von den Sozialisten auch ein offizieller Status als „Auslandsungar“ ins Auge gefasst wird, will die konservative Opposition nur die vollwertige Doppelstaatsbürgerschaft akzeptieren.
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Bombendrohung legte Südbahnhof lahm
06.08.2009 · Nachrichten
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Bombendrohung legte Südbahnhof von Budapest lahm
Bombendrohungen gehören auch in Ungarn schon fast traditionell zum Repertoire der Frustbewältigung. Entsprechende Anrufe finden zum Beispiel regelmässig vor und während der Prüfungszeiten statt. In letzter Zeit sind die Zweigstellen des Finanzamtes APEH ein häufig gewähltes Ziel für derartige Drohungen, so wurde auch am Mittwoch morgen wieder einer Filiale der Steuerbehörde in Budapest mit einer Explosion gedroht. Ein anderer Anrufer schaffte es für etwa zwei Stunden den Verkehr am Südbahnhof in Budapest still zu legen. Er drohte mit einer Bombe, die um zehn Uhr explodieren sollte. Der Zugverkehr wurde daraufhin unterbrochen und der Gebäudekomplex evakuiert. Vom Südbahnhof starten viele Züge nach Süden und auch an den Balaton. Der Verkehr wurde in der Zwischenzeit über den Bahnhof Kelenföld und Ersatzverkehr abgewickelt. Sondereinheiten fanden keinen Sprengsatz.
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Ermittlungen gegen MSZP-Ex-Bürgermeister
06.08.2009 · Politik
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Ermittlungen gegen MSZP-Ex-Bürgermeister von Dombovár
Gegen den ehemaligen Bürgermeister der südungarischen Stadt Dombovár, Loránd Szabó, hat die Staatsanwaltschaft umfassende Ermittlungen wegen Untreue, Betrug und Amtsmissbrauch eingeleteit. Das teilt das Büro des Generalstaatsanwaltes für das Komitat Tolna mit. 2003 und 2004 soll der damalige MSZP-Bürgermeister insgesamt 260 Mio HUF (heute ungefähr 1 Mio EUR) aus der Stadtkasse an zwei Unternehmen transferiert haben, damit diese an bestimmten Ausschreibungen teilnehmen konnten. Ausserdem wird ihm vorgeworfen, einen Fidesz-Abgeordneten bestechen zu wollen, damit der gegen eine rechtliche Verfolgung stimmt.
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Unwetter fallen über Ungarn her
06.08.2009 · Nachrichten
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Unwetter fallen über Ungarn her
Gewitter, Stürme, Hagel und teilweise sehr ergiebiger Regen zogen in der Nacht zum Mittwoch über Teile Ungarns, das in diesem Jahr massiv von Wetterabnormitäten betroffen ist. Besonders heftig wüteten die Unwetter auf der Szentendrer Insel, unweit von Budapest. Hier waren mehrere Gemeinden von der Strom- und Wasserzufuhr abgeschnitten, massenweise Bäume stürzten um. Im Dorf Tahitótfalu und der Siedlung Pócsmegyer wurden Strassen unpassierbar und etliche Keller liefen voll Wasser. Bereits seit Dienstag warnte der Wetterdienst vor lokalen Unwettern, die Feuerwehren von Budapest, Szentendre und Gödöllő waren in erhöhter Alarmbereitschaft. Für Mittwoch wird ebenfalls noch viel Regen angekündigt, stellenweise Gewitter. Ab Freitag bis kommenden Montag beruhigt sich das Wetter, 27-28 Grad bei Sonne und ein paar Wolken sorgen für Entspannung.
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MOL einigt sich mit Lizenzbehörde in Russland
07.08.2009 · Wirtschaft
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MOL einigt sich mit Lizenzbehörde in Russland
Die MOL beugt sich im Streit um Auflagen für eine Lizenz für ein Ölfeld in Sibirien. Letztlich blieb den Ungarn auch nichts weiter übrig, als den Bedingungen der staatlichen Lizenzbehörde Rosnedra zuzustimmen. Diese hatte vor einigen Wochen angemahnt, dass es nicht erlaubt sei, dass bei der Ölförderung anfallende Erdgas einfach zu verschwenden. 95% davon seien so abzuleiten und weiter zu verarbeiten, dass es für die Energieerzeugung nutzbar wird. Gemeinsam mit dem Joint venture Partner Russneft will die MOL nun die entsprechenden Gastrubinen anschaffen, um diesen Auflagen nachzukommen.
Die MOL erklärte, dass man die erzeugte Energie für den Betrieb der eigenen Anlagen verwenden wolle und die Finanzierung der Investition aus den Erträgen der gemeinsamen Ölfördergesellschaft gelingen könne, also keine weiteren Kapitalzuschüsse nötig seien.
Die Intervention der Lizenbehörde wurde als Retourkutsche auf die abweisende HAltung von MOL gegenüber ihrem neuen Grossaktionär Surgutneftegas gewertet, die sich vor einigen Monaten bei der MOL eingekauft hatten, in dem sie das 21,2%-Paket der OMV übernahmen. Mit einigen Tricks sperrten der MOL-Vorstand und die nationale Energiebehörde Ungarns Surgut von der Hauptversammlung aus, da man das Engagement, der „kremlnahen“ Unternehmung, in der Premier Putin auch persönlich engagiert sein soll, als feindlichen Übernahmeversuch aufnahm.
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