(c) Pester Lloyd / 33 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Treffen der "Hun- und Turkvölker" in Ungarn
13.08.2012 · Nachrichten
An diesem Wochenende fand in Bugac wieder der traditionelle Kurultaj, eine Art Phantasy-Spektakel und internationales Treffen hinsichtlich der nomadischen Herkunft der Magyaren und ihrer mutmaßlichen Verwandten statt. Zigtausende Menschen pilgerten dazu in die südungarische Provinz um das Festival zu besuchen oder mitzuwirken
Ein Heiden-Spaß. Sieht lustig aus, ist aber bitterernst gemeint… Geboten werden Zeltstädte, Waffenvorführungen, historisierende Schauspiele, Musik, Tanz, viele Getränke und der Verkauf allerlei pseudo-ethnischen Krams, auch durch Geschäfte und Händler, die Werbung in den einschlägigen neofaschistischen Medien schalten. Früher war die Veranstaltung noch ein echter exotischer Tipp, ja sogar eine Art lässiges bis freakiges Multi-Kulti-Festival heute ist der völkisch-chauvinistische Grundton der ungarischen Macher und die dahinterstehende absurde Rassentheologie für den Europäer kaum mehr erträglich.
Auch die offizielle Politik heißt diese Entwicklung gut, der Vizeparlamentspräsident begrüßte vor einigen Tagen mehr als einhundert ausländische Gäste des diesjährigen „Kurultaj – Versammlung der Nationen mit Hun- und Turkidentitäten“ im Parlament, darunter Gruppen aus Bulgarien, der Türkei, Usbekistan, Tschetschenien, Dagestan, Mongolei, Kirgistan, die der Veranstaltung in erster Linie ethnologische Legitimation geben sollen. Das „Event“, so der „Regierungskommissar“, der für die Organisation verantwortlich ist, „stimmt mit der neuen Regierungspolitik der Ostöffnung überein“ und „erreiche“ mehr als 140 Millionen Menschen in der ganzen Welt. Hier mehr zur neuen „Rassentheologie“ der „Wilden Reiter von Absurdistan“
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Ungarn melden sich immer seltener krank
13.08.2012 · Nachrichten
Deutlich zurückgegangen sind in Ungarn die Krankschreibungen am Arbeitsplatz. Seit 2005 ließen sich die Ungarn rund 30% weniger als gesundheitsbedingt arbeitsunfähig schreiben als 2011. 2005 banspruchten 1,2 Mio. Arbeitnehmer insgesamt 37 Millionen Tage Krankenstand, 2011 waren es nur noch 900.000 mit 22,5 Mio. Tagen. Durchschnittlich waren im letzten Jahr pro Tag 62.000 Arbeitnehmer krank geschrieben, 2005 waren es 102.000. Als Ursache geben Beobachter die Reduzierung der Lohnfortzahlung von 70 auf 60% seit 2011 an, bei Krankenhausaufenthalt sogar von 60 auf 50%. Das Krankengeld wurde zudem auf maximal 5.200 Forint pro Tag (ca. 18 EUR) gedeckelt, was viele “ so schnell wie möglich“ an den Arbeitsplatz zurückbringt. Gewerkschaften warnen davor, dass es viel eher die nackte Angst vor einem Arbeitsplatzverlust ist, der die Leute, zum Teil auch krank, am Arbeitsplatz verweilen lasse. Ein Zustand, der erst recht krank mache. Die Wahrheit dürfte dabei jedoch – wie häufig – in der Mitte liegen. Nachgewiesen ist, dass in Krisenzeiten die Krankenstandsmeldungen zurückgehen, gleichzeititg aber die psychisch (mit)bedingten Erkrankungen zunehmen. red.
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Nach Unfallserie: Verkehrspolizei in Ungarn erhöht Alkoholkontrollen
14.08.2012 · Nachrichten
Bis zum 26. August müssen alle Autofahrer im Land mit schärferen Verkehrskontrollen rechnen. Jeder, der überprüft wird, wird sich dabei einem Alkoholtest unterziehen müssen. Dieser sogenannte „Sicherheitscheck“ wurde vom nationalen Polizeichef József Hatala ins Leben gerufen, nachdem es an den vergangenen drei Wochenenden zu mehreren fatalen Verkehrsunfällen mit mehreren Toten gekommen war. Obwohl die Zahl der alkoholbedingten Autounfälle im Vergleich zum letzten Jahr zurückgegangen ist, ist ihre Zahl im Vergleich zu anderen Unfallursachen doch gestiegen, wie Zsolt Halmosi, der Leiter der Strafverfolgung, am Freitag erklärte. 11% aller Unfälle gingen in diesem Jahr auf Alkoholkonsum zurück, während es im vergangenen Jahr nur 10% gewesen seien. eg
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Polizei in Ungarn verhaftet bei Festival Drogendealer und -konsumenten
14.08.2012 · Nachrichten
Es war ein offenbar berauschendes Fest: Auf einem Festival bei Ozora im Südwesten Ungarns wurden am Donnerstag vier Personen wegen Verdachts auf Drogenmissbrauch verhaftet. 39 weitere wurden vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen, nachdem die Polizei eine große Menge an Rauschmitteln sichergestellt hatte. Ein Sprecher der Polizei erzählte sogar von einer regelrechten Drogenstraße, in der Schilder darauf hinwiesen, welche Drogen in welchem Wohnwagen zu haben seien. Die meisten Besucher dieses Festivals waren Ausländer. Auch die vier verhafteten Personen hatten allesamt eine ausländische Staatsbürgerschaft. Über ihre Nationalität machte die Polizei jedoch keine näheren Angaben. Der Polizeichef von Sárbogárd trat nach diesem Vorfall ohne Angabe von Gründen von seinem Amt zurück. eg
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Banken in Ungarn werden Transaktionssteuer auf Kunden umlegen
17.08.2012 · Nachrichten
Der Vorsitzende der ungarischen Bankvereinigung, Levente Kovács, machte den ungarischen Steuerzahlern in einem Interview am Dienstag wenig Hoffnung auf eine gerechtere Umverteilung der Steuerlast. „Die Banken werden sich entscheiden, wie sie die Last der neues Finanztransaktionssteuer verteilen, aber es ist nun einmal ein Gesetz der Wirtschaft, dass der Kunde am Ende alle Steuern zahlt.“ Die Finanztransaktionssteuer, so erklärte er, sei die dritte zusätzliche Abgabe, die ungarische Banken zu zahlen hätten. Die neue Steuer würde auf alle notwendigen Transaktionen angesetzt und wird diese so vermindern“, prophezeit Kovács eine wirtschaftsschädigende Wirkung der Steuer, die in ihrer Umsetzung weit von der ursprünglichen Idee einer Spekulationssteuer abgekommen ist. Hier mehr dazu. Gleichzeitig wächst das Interesse verzweifelter Schuldner an dem gesetzlich ermöglichten Umtausch ihrer Forex-Kredite zu einem bevorzugten Forintkurs. „Möglicherweise werden mehr als 50% unserer Kunden dieses Modell wahrnehmen“, fügte Kovács hinzu, was den Banken weitere Kosten verursachen wird. Mehr dazu.
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