(c) Pester Lloyd / 34 – 2013 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Pleite eines Veranstalters: Hunderte Ungarn hängen immer noch in Ägypten fest
23.08.2013 · Nachrichten
Bis Ende dieser Woche sollen alle noch in ägyptischen Badeorten festsitzende ungarische Touristen in die Heimat ausgeflogen werden, teilt eine Sprecherin der Nationalen Vereinigung der Reisebüros (MUISZ) vor wenigen Tagen mit. Damit folge man einer Reisewarnung des Außenministeriums, das selbige kürzlich auf das gesamte Land ausgedehnt habe. Die Verbandsmitglieder haben sämtliche Reiseangebote nach Ägypten derzeit eingefroren und bieten kostenlose Umbuchungen an. Die Rückholaktion hat jedoch nicht nur politische Gründe. Im Zuge der Unruhen in Tunesien und Ägypten ist nämlich vor wenigen Tagen der führende Anbieter für Ägyptenreisen in Ungarn, die Firma Best Reisen Pleite gegangen, weswegen Hunderte Reisende nicht vom Roten Meer zurückkehren konnten. Das Unternehmen beruhigte jedoch, man habe rund 5 Mio. EUR an Notrücklagen, womit man alle Urlauber zurückfliegen lassen könne, der Veranstalterverband übernehme nun die Abwicklung. red.
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Regierung von Ungarn will größten Stahlproduzenten notverstaatlichen
23.08.2013 · Nachrichten
Rund 1.500 der 7.500 Mitarbeiter der ISD Dunaferr, einem traditionsreichen und dem heute größten ungarischen Stahlproduzenten, stehen vor der Entlassung. Die Regierung will die Betroffenen unterstützen und plant sogar eine Verstaatlichung des Unternehmens, sagte Wirtschaftsminister Varga am Montag im Fernsehen, allerdings seien „die Umstände und der Preis“ noch klärungsbedürftig. Man hoffe nun, bis Mitte Oktober eine Lösung zu finden, so Varga bei einem Besuch vor Ort. Sollten die Eigentümer nicht zum Verkauf „bewegt“ werden könne, wolle man die Entlassung der Arbeiter sozial abfedern. Dunaferr wurde 2004 an die ukrainische ISD (Donbass) verkauft und erhielt unter den sozial-liberalen Vorgängerregierungen massive Subventionen. Diese sind nun aufgebraucht (oder abgewandert) ohne, dass das Unternehmen wettbewerbsfähiger geworden ist. Die heutige Regierung nennt die Privatisierung einen Fehler. Auch die Privatisierungen der anderen großen Stahlstandorte endeten letztlich im Niedergang. ISD ließ heute erkennen, dass man kein Interesse an einem Verkauf des Unternehmens habe. red.
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Auch Ungarn überlässt Helfer in Afghanistan ihrem Schicksal
23.08.2013 · Nachrichten
Mit dem Abzug der ungarischen Truppen aus Afghanistan vor wenigen Wochen (bis Ende des Jahres soll er abgeschlossen sein), blieben Dutzende Dolmetscher und andere einheimische Helfer nicht nur arbeitslos zurück, sondern müssen, wegen ihrer Kollaboration mit dem Westen auch die Racheaktionen von Taliban und anderen Warlords fürchten. Verteidigungsminister Hende räumte in einem Interview mit der regierungsnahen Zeitung „Magyar Hírlap“ auch ein, dass viele von denen, „die am Erfolg der ungarischen Aufbaumission beteiligt waren“, um „Asyl in Ungarn“ gebeten hätten. Dazu sieht sich der Minister aber nicht im Stand eund will ihnen stattdessen eine „Abfindung“ zahlen. Hende argumentierte, dass „die ungarischen Autoritäten die Lage eingeschätzt“ hätten, die „vorgefundenen Zeichen“ jedoch nicht als „ausreichender Asylgrund qualifiziert werden“ könnten. Außerdem seien Asylanträge „nur auf ungarischem Territorium möglich“. Er hoffe, die gezahlten Abfindungen „ermöglichen den afghanischen Zivilsten und ihren Familien den Umzug an einen sichereren Ort“, so der Minister. red.
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Wieder eine Parteisoldatin: neue Chefin des Medienrates in Ungarn ernannt
23.08.2013 · Nachrichten
Wieder eine Parteisoldatin: neue Chefin der Medienaufsicht in Ungarn ernannt
Der ungarische Staatspräsident János Áder folgte der Empfehlung des Ministerpräsidenten und ernannte (Foto) Monika Karas zur neuen Chefin des Medienrates sowie der Medienbehörde, NMHH, die als zentrales Aufsichtsorgan über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie sämtliche Frequenzen der Telekommunikation und des Broadcastings fungiert. Karas übernimmt ihren Job für neun Jahre und folgt der im April verstorbenen Annamária Szálai nach. Die Juristin Karás war von 1985 bis 1992 im Verband der Magazinverleger als Rechtsbeistand tätig und später Rechtsberaterin für den TV-Sender Hír TV, für Lánchíd Rádió sowie die Zeitungen Esti Hírlap, Magyar Fórum sowie Magyar Nemzet, allesamt Medien, die der Fidesz-Regierung nahestehen oder treu ergeben sind. Unter der ersten Orbán-Regierung begann auch ihre Karriere beim ORTT, dem Vorgänger der NMHH.
Erwartbar protestierten die Oppositionparteien gegen die Ernennung, Karas sei schlicht ungeeigent für den Posten, sie sei politisch einseitig vorbelastet. Die Regierungspartei wies diese Vorwürfe zurück.
Über die zensorische Tätigkeit des Medienrates mehr in diesem Beitrag. red.
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Regierung von Ungarn will Roma für Morde an Angehörigen "entschädigen"
23.08.2013 · Nachrichten
Nach dem Urteil über die Mörder an sechs ungarischen Roma ( wir berichteten in der Urlaubsvertretung ) möchte der ungarische Staat den Familien der Opfer (im Foto eine Beerdigung eines fünfjärigen Jungen und seines Vaters) eine finanzielle Entschädigung anbieten. Premier Orbán „bat seine Vize und Justizminister Navracsics um die Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage für die Familien, die eines oder mehrere ihrer Familienmitglieder verloren haben“, tut uns MTI kund. Details über die milde Gabe wurden noch nicht bekannt. Mehr zum Thema: http://www.pesterlloyd.net/html/1330urteilromamorde.html
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Sanyo schließt Solarwerk in Ungarn, Regierung will helfen
23.08.2013 · Nachrichten
Wie für die 1.500 vom Rausschmiss gefährdeten Arbeiter bei Dunaferr , will die Regierung auch für die vor der Entlassung stehenden Arbeiter des Sanyo Werkes in Dorog ein Hilfsprogramm auflegen. Die für Mai 2014 beschlossene Schließung der Fabrik für Solarpanele kostet 545 Menschen die Lebensgrundlage, darunter befinden sich auch rund 100 slowakische Staatsbürger. Im Juli kündigte Sanyo Ungarn, Tochter der japanischen Panasonic Gruppe die Schließung an. Die Regierung hat 85 Mio. Forint, ca. 280.000 EUR bzw. rund 500 EUR / Person zur Verfügung gestellt, um die Entlassungen sozial abzufedern.
Die aktuellen Zahlen des Statistischen Zentralamtes belegen, dass die Zahl der Beschäftigten in der freien Wirtschaft seit eineinhalb Jahren auf niedrigem Krisenniveau stagnieren, während die Zahl der in den prekären Kommunalen Beschäftigungsprogrammen Ende Juli mit 155.000 einen neuen Rekordwert erreichten. Die Regierung spricht von stetig steigender Beschäftigung. red.
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