(c) Pester Lloyd / 38 – 2013 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ausländische Unternehmen realisieren Dreivietel der ungarischen Exporte
16.09.2013 · Politik
Das Daimlerwerk in Kecskemét, fast eine Milliarde haben die Mercedes-Bauer in Unarn investiert. Doch es rumort: womöglich bleiben weitere schon vorgesehene Investitionen an dem ungarischen Standpunkt aus, verlegt man die gesamte CL-Produktion vielleicht nach Mexiko. Kecskemét bliebe dann die B-Klasse.
Das ungarische Zoll- und Finanzamt hat am Freitag Daten vorgelegt, die das Missverhältnis zwischen Multis und Mittelstand, einheimischer und ausländisch dominierter Wirtschaft deutlich machen: die multinationalen Unternehmen in Ungarn stellen 4% aller Unternehmen des Landes, sind aber verantwortlich für 45% der Inlandswertschöpfung und 74% der Exporte, rechnete das NAV anhand der Steuerdaten von 2012 aus, was belegt, dass Premier Orbán mit seiner Äußerung vom „Ende der Kolonialzeit“ womöglich etwas voreilig war. Von den 400.000 vorliegenden Unternehmenssteuererklärungen entfallen 89% auf KMU, die für 18,2% des BIP und 3% der Exporte standen. Die persönlichen Einkommenssteuererklärungen (die man nur macht, wenn man etwas zurückerstattet haben will) ergeben ein monatliches Durchschnittseinkommen von 166.000 Forint, in Budapest 221.400, im armen Osten 129.000. red.
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Gesetz über Profitverbot für Energieversorger in Ungarn noch nicht spruchreif
17.09.2013 · Nachrichten
Bereits mehrfach kündigten Premier Orbán und seine Fraktionspapageien an, dass ein Gesetz hermüsse, dass den Sektor der Energieversorgung für Private ein für alle mal zu einem Non-profit-Sektor mache. „Ausländische Konzerne sollten nicht an ungarischen Familien Geld verdienen“, so die Botschaft. Am Montag bremste Regierungssprecher Giro-Szász etwas, wohl auch im Hinblick auf die wachsende Nervosität der betroffenen Konzerne sowie der Wettbewerbsaufsichtsbehörden der EU. „Ein solches Gesetz liegt noch nicht auf dem Kabinettstisch“, sagte er im Kossuth Radio. Wenn es denn kommt, dann solle es so aussehen, dass die Versorger, die ja auch Geld in den Betrieb und in Investitionen stecken „schon auch Gewinn machen könnten“, aber nur noch „so viel, wie es für die einfachen Menschen tragbar“ sei. – Wie aktuelle KSH-Zahlen zeigen, haben die Energieunternehmen in Ungarn ihre Investitionen bereits gegen Null gefahren. red.
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Oppositionspolitiker verspricht allen Ungarn unter 30 einen Job
19.09.2013 · Wirtschaft
Der Chef der Mitt-Links-Allianz „Gemeinsam 2014 / Dialog für Ungarn“ (E14-PM), Gordon Bajnai, hat am Mittwoch ein ziemlich vollmundiges Wahlversprechen gegeben: er will allen Bürgern bis zum 30. Lebensjahr, die länger als sechs Monate auf Jobsuche sind eine Arbeit oder ein „angemessenes Ausbildungsprogramm garantieren“. Gleichzeitig will er als Regierungschef ein groß angelegtes Rückkehrprogramm initiieren, unter dem Titel: „Komm nach Hause, bleib zu Hause!“. Die Abkehr so vieler, tüchtiger junge Leute, sei eines der Hauptprobleme des Landes.
Die Dimensionen habe Orbán gar nicht auf dem Schirm, der angesichts der offiziellen Zahl von 360.000 Abwanderungen seit 2010 (inoffiziell werden über 500.000 gehandelt) gerade im Parlament von „gar nicht so viele“ sprach. Bajnai will an jeder ungarischen Botschaft „Help Points“ einrichten, die den im Ausland lebenden Ungarn Jobs in der Heimat vermitteln, dazu soll es ein besonderes Förderprogramm für Jungunternehmer bis 35 geben und ein „Wiederansiedlungsprogramm“ für Akademiker aus unterpriviligierten Regionen. Diese würden zwar gerne in die alte Heimat zurückkehren, finden dort aber meist keine adäquat bezahlten und qualifizierten Jobs. Über die Finanzierung seines Programmes sagte Bajnai zunächst wenig Konkretes, auch woher die vielen inländischen Arbeitsplätze bei seiner Wahl kommen sollen, bleibt noch ein Geheimnis des Ex-Premiers. cs.sz. / red.
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Pálinka und Würste bis zum Abwinken auf der Budapester Burg
04.10.2013 · Nachrichten
Noch bis Sonntag, 6. Oktober, läuft auf der Budaer Burg das 7. Pálinka und Wurstfestival, 25 Destillerien sowie ein Dutzend Wurst- und Käsehersteller präsentieren ihre deftigen Genüsse. Die Karibik ist das „Gastthema“ des Fesetivals, d.h. diverse Rumsorten und -variationen können verkostet werden, natürlich gibt es auch die einschläig bekannten Long Drinks und Cocktails. Bei einem Assemblage-Kurse können Laien sich einmal selbst ihren Wunschsch-Pálinka verschneiden, versprechen die Veranstalter. Am Eingang der Veranstaltung erwirbt man eine Tageskarte, die zur Verrechnung dient, damit nicht so viel Bargeld über das Festgelände schwirrt, ein Glas Schnaps ist inklusive. Die Party steigt am Freitag ab 14 Uhr, am Samstag von ab 12.00 Uhr jeweils bis 2 Uhr nachts, am Sonntag ist um 22.00 Uhr Schluss.
Das durch Fonds des Tourismusmarketings und des Landwirtschaftsministerium geförderte Festival wird von vielen kleinen Erzeugern kritisiert, die bemängeln, dass man ohne besonders gute „Beziehungen“ kaum eine Chance bekommt, daran teilzunehmen.
Infos und Rahmenprogramm, auch auf Englisch unter: http://www.palinkaeskolbasz.hu red.
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