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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 43/2008

(c) Pester Lloyd / 43 – 2008 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Bekleidungsunternehmen in Not

24.10.2008 · Wirtschaft

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Aus für Bekleidungsunternehmen

Kanizsa Ruhaipari ist das nächste prominente Opfer des Sterbens von Bekleidungsherstellern in Ungarn. Das Unternehmen kann auf eine fünzigjährige Traditiuon zurückblicken und produzierte Kleidung, die auch in Westeuropa sehr erfolgreich war. Doch die wachsenden Energie- und Personalkosten brachten das Unternehmen zunehmend in Bedrängnis, die mangelnde Kapitalausstattung brach ihm im Zuge der neuen Vorsicht der Finanzininstiute nun vollends das Genick. Die Firma musste Konkurs anmelden, die Summe der Ausstände wurde vom Insolvenzverwalter noch nicht bekannt gegeben.

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Ungarns Fremdwährungskredite sind ein Import aus Österreich

24.10.2008 · Wirtschaft

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Fremdwährungskredite:

Österreich Schuld an Ungarns Problemen?

Zumindest die Fremdwährungskredite sind ein Import aus dem Nachbarland. Nun, da die eigene Währung verfällt, verteuern sich die Devisen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die Länder, die im Laufe der Finanzkrise in Bedrängnis gekommen sind, unterstützen. Vor allem der Verfall der Währung im Verhältnis zur Höhe der Fremdwährungskredite hatte Ungarn in echte Schwierigkeiten gebracht.

Das Geschäftsmodell haben nach Einschätzung von IWF-Experten vor allem die österreichischen Banken nach Ungarn und CEE getragen. „Der Standard“ zitiert IWF-Kreise mit den Worten „Die Fremdwährungskredite seien ein österreichisches Phänomen, das die österreichischen Banken in die CEE-Länder exportiert haben“. Dadurch und den Abfluß von Kapital sei das „Geschäftsmodell der CEE-Staaten“ bedroht.

Die Kriegskasse des IWF ist gut gefüllt, rund 180 Mrd. EUR habe man zur Verfügung um kleineren Industriestaaten und auch Schwellen- und Entwicklungsländern mit Finanzierungen unter die Arme zu greifen.

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Vierter Mobilfunkanbieter in Ungarn

24.10.2008 · Wirtschaft

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Vierter Mobilfunkanbieter

Die ungarische Regulationsbehörde für Telekommunikation kündigt noch für dieses Jahr die Ausschreibung für eine vierte landesweite Mobilfunklizenz an. Der Neueinsteiger soll – bei erfolgreicher Lizenzsierung – bis Ende des Jahres auch Zugang zu den drei Frequenzen erhalten, die bisher schon von Vodafone, T-Mobile und Pannon GSM genutzt werden. Diese zeigen sich „vorbereitet“ auf den neuen Mitbewerber, zweifeln aber an der ernsthaften Möglichkeit, dass auf Ungarns Mobilmarkt noch Platz für einen vierten Mitstreiter wäre. (Anmerkung: in Österreich tummeln sich sechs).

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Slowakei will Gasindustrie verstaatlichen

24.10.2008 · Wirtschaft

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Slowakei will Gasindustrie verstaatlichen

Was zuerst als „Enteignung“ populistisch angedroht wurde, könnte nun als Rückkauf realisiert werden: der Staat will die Anteile an den Energieversorgern wieder. Ministerpräsident Robert Fico kündigte am Freitag an, die Aktionäre würden in den nächsten Tagen einen Brief mit dem Angebot erhalten, ihre Anteile zum ursprünglichen Kaufpreis wieder an den Staat zurückzugeben. Es handelt sich um die Anteile der deutschen E.ON Ruhrgas und der französischen Gaz de France. Dies sei die Konsequenz aus unverhältnismässigen Preiserhöhungen der letzten zwei Jahre. Sollten diese fortgesetzt werden und der Aktienrückkauf scheitern, drohte Fico mit einer Gesetzesänderung, die dem Staat ein Vetorecht im Vorstand der SPP sichern werde. Formell gehören E.ON Ruhrgas und Gaz de France gemeinsam zwar nur 49 Prozent der SPP-Aktien, während sich 51 Prozent noch in staatlicher Hand befinden. Die beiden ausländischen Firmen erhielten aber im 2002 geschlossenen Privatisierungsvertrag trotzdem die Mehrheit im Vorstand zugesichert.

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Wirtschaftswachstum Ungarn: Deutschland zieht nach unten

24.10.2008 · Wirtschaft

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Wirtschaftswachstum

Deutschland zieht Ungarn nach unten

Nachdem verschiedene Wahrsager sich bereits an einer Prognose für das Wirtschaftswachstum Ungarns versucht hatten, legt sich nun auch die Regierung auf konkrete Zahlen fest. Danach dürfte das BIP 2009 nur noch um 1,2% steigen, geplant und erhofft hatte man 3%, schliesslich sollte 2009 das Jahr der Wiedergeburt nach den einschneidenden Reformen der unglücklichen Regierung Gyurcsány werden.

Doch sind es in erster Linie nicht so sehr die Binnenfaktoren oder die derzeitige Finanzkrise, die das Wachstum absenken, sondern die Stagnation in Deutschland. Das rechnet nämlich mit nur noch 0,2% Wachstum, und bremst als wichtigster Handelspartner und einer der wichtigsten Investoren Ungarn automatisch mit ein.

Immerhin wird sich auch die Inflation von 4,3% auf 3,35 abschwächen und das Defizitziel für den Staatshaushalt wurde auch von 3,4% auf 2,9% redigiert, was bedeutet, dass man die sterngen Maastricht-Kriterien nach langer Zeit einmal wieder einhalten würde. Für dieses Jahr wird noch ein Wachstum von rund 2% anvisiert. Regierung und Arbeitgeber empfeheln aufgrund dieser Aussichten einen maximalen Lohn- und Gehaltsanstieg von 4-5% für den Beginn nächsten Jahres, was einen Realkommensverlust bedeuten würde.

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Zalabaromfi sperrt zu

24.10.2008 · Wirtschaft

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Z alabaromfi sperrt zu

Der in Schwierigkeiten geratene Geflügelproduzent und -verarbeiter Zalabromfi stellt die Produktion ein und entlässt alle seine 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Pleite des im süwestungarischen Zalegerszég beheimateten Betriebes bringt auch einen türkischen Zulieferer in Probleme, der gegenüber Zalabraomfi wohl uneinbringliche Forderungen von über 1 Milliarde Forint hat. Kleinere lokale Bauern können indes auf Überbrückungsnothilfen von seiten des ungarischen Landwirtschaftsministeriums hoffen.

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