(c) Pester Lloyd / 45 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarischer Märtyrer-Bischof selig gesprochen
02.11.2009 · Politik
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Ungarischer Märtyrer-Bischof selig gesprochen
Der ehemalige Bischof von Esztergom, Zoltán Meszlenyi, wird selig gesprochen. Das wurde während einer samstäglichen Messe in der Basilika seiner ehemaligen Wirkungsstätte von Erzbischof Angelo Amato, Prefekt der Kongregation für Heiligsprechungen, vor tausenden Gläubigen bekannt gegeben. „Meszlenyi ist der erste Märtyrer der stalinistischen Kirchenverfolgung, der selig gesprochen wird“, würdigte Kardinal Péter Erdö, Oberhaupt der katholischen Kirche in Ungarn, die Entscheidung des Vatikan. Meszlenyi war zuerst Assistent bei Kardinal József Mindszenty, einer Gallionsfigur des kirchlichen Widerstandes gegen den Stalinismus. 1950, als Mindszenty ins Gefängnis musste, übernahm er seine Stelle. Meszlenyi wurde eines nachts dann selbst von der Geheimpolizei abgeholt und in ein Arbeitslager gesteckt, in dem er letztlich zu Tode gefoltert wurde. Drei Jahre hielt man den Tod des Priesters geheim, eine Beerdigung konnte erst 12 Jahre nach seinem Tode, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, von statten gehen. Meszlenyi ist der 28. Ungar, der durch den Vatikan die Seligsprechung erfuhr.
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Forint macht wieder Sorgen
02.11.2009 · Wirtschaft
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Forint macht wieder Sorgen
Die schöne neue Welt der Stabilität, wie sie Ungarns Regierung und die Finanzmanager so gerne beschwören, steht auf sichtbar wackeligen Füßen. Der Forint ist dafür ein besonders illustratives Beispiel. Noch am Nationalfeiertag vor gut einer Woche feierte man ein 6-Monats-Hoch mit um die 261 Forint je Euro, heute, am 2. November liegt man schon wieder bei 275, ein Minus von immerhin 6,5%. Seit vier Monaten bewegt sich der Forint in einem Band zwischen 265-280, relativ unabhängig der Zinssenkungen und Schwankungen auf dem Nachrichten- und Gerüchtemarkt. Die Angst der Währungshüter (nicht der -händler) ist nun ein Durchbrechen dieses Limits, sei es aufgrund von Spekulationen, einem erhöhten Risikoappetit oder der Verdüsterung der konjunkturellen Aussichten. Besonders hart träfe eine weitere Forintabwertung diejenigen, die immer noch in ihren Fremdwährungskrediten festhängen sowie alle Händler und Hersteller, die auf den Import von Waren und Rohstoffen angewiesen sind. Eigentlich sah man den Leitzins bis Frühjhar 2010 bei 4,5-5%. Möglich, dass die Zentralbank nun doch ein wenig auf die Bremse drücken muss.
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Rumänien: Bis zu 15% Kreditausfälle?
02.11.2009 · Osteuropa
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Rumänien: Bis zu 15% Kreditausfälle?
Auch in Rumänien steigt die Zahl der Schuldner, die ihre Kredite nicht mehr bedienen können stetig. Während die treibenden, meist westlichen Banken mittlerweile davon sprechen, dass das schlimmste an faulen Krediten eruiert sei, erwarten unabhängige Beobachter im Winter 2009/10 einen neuen Höchststand. Das Kreditbüro in Bukarest weist eine Steigerung der Zahlungsausfälle bei privaten Bankkrediten um 45% innerhalb eines Jahres aus, insgesamt 650.000 Menschen sind mehr als 90 Tage hinter ihren Zahlungsverpflichtungen zurück, 4,4 Mio Rumänen stehen insgesamt in der Kreide. Rund 15% aller Bankkunden haben mit überzogenen Konten zu kämpfen. Ein besonderes Problem ist, dass etliche Kunden bei mehreren Instituten gleichzeitig verschuldet sind. In der Vorkrisenzeit unterboten sich die Kreditgeber durch günstige Zinsen und Umschuldungsangebote, nur um an Kunden zu kommen. Die Gesamtsumme ausständiger Privatkredite in Rumänien beträgt derzeit umgerechnet fast 15 Milliarden EUR.
Zur Situation in Ungarn und CEE
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Wizz Air zieht von Ungarn in die Schweiz
02.11.2009 · Wirtschaft
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Wizz Air zieht von Ungarn in die Schweiz
Die in Ungarn ansässige Billigfluglinie Wizz Air wird ihren Firmensitz bald in die Schweiz verlegen. Das meldet die Budapester Tageszeitung Magyar Hírlap unter Bezug auf Firmensprecherin Natasa Kázmér mit. Der Grund für den Umzug liegt natürlich in einer günstigeren Besteuerung, bzw. „Steueroptimierung“. Wizz Air wurde 2003 vom ehemaligen Malév-Manager József Váradi gegründet. Das Geld dafür stammte überwiegend aus Venture Capital Fonds. Der Billigflieger ist einer der wenigen, der in der Krise weiter wächst. Wizz Air hat Basen an rund 10 Flughäfen in Europa, Kattowice und Budapest sind die Hauptdrehkreuze und konnte 2008 6 Millionen Passagiere befördern. 2009 sollen es bereits über 7 Millionen sein.
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Ungarische Konsumenten bekommen bessere Laune, KMU leiden
03.11.2009 · Wirtschaft
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Ungarische Konsumenten bekommen bessere Laune, KMU leiden
Was soll man mit Zahlen aus solchen Umfragen anfangen? Während das „Konsumentenvertrauen“ zulegt, verschlechtert sich der „Geschäftsklimaindex“. Beide Erhebungen stammen vom Institut Ecostat. Danach verschlechterte sich das Geschäftsklima, eine Umfrage unter Unternehmen über die Erwartungen der nächsten Zeit, im Oktober um 0,5 Prozentpunke auf 77,6. Wie sich im Oktober die Stimmung der Konsumenten um ganze 5 Prozentpunke aufhellen konnte (auf 96,5) ist ein Wunder der Demoskopie und Statistik. Ein weiterer Umfragewert unter „Ungarns TOP 100“-Unternehmen fiel um 6 Punke auf 67, während die Klein- und Mittelbetriebe ihren Index um 0,7 auf 69,2 nach unten jammerten.
Nur 2 Prozent der Top 100 Unternehmen erwarten eine Absatzsteigerung in den nächsten Monaten, über die Hälfte sieht einen Rückgang, aber ebenfalls etwsa mehr als die Hälfte glaubt, hofft oder behauptet einfach, dass ihre finanzielle Lage gleich bleibt. 77% der Klein- und Mittelunternehmen erklären, dass sie sich geschäftsmäßig in nächster Zeit eher einigeln müssen. Man versucht, mit dem bestehenden Geschäft irgendwie zu überleben, von neuen Geschäftsfeldern oder größeren Investitionen will man derzeit nichts wissen. 62% machen dafür auch die Lage auf dem Kreditmarkt verantwortlich. Für sie ist die Rückzahlung von Verbindlichkeiten der größte Hemmschuh, 42% finden die Steuern zu hoch.
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Bankchef in Ungarn ist jetzt auch Wurstkönig
04.11.2009 · Wirtschaft
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Bankchef in Ungarn ist jetzt auch Wurstkönig
Die Firma Bonafarm hat nach Angaben der staatlichen Wettbewerbsbehörde GVH das höchste Gebot für die Filetstücke der in Insolvenz befindlichen Traditionsfirma Herz Salami abgegeben. Bonafarm gehört überwiegend dem illustren Chef der größten ungarischen Bank OTP, Sándor Csányi. Diesem gehören bereits etliche weitere Beteiligungen im Lebensmittelmarkt (siehe unseren Bericht), darunter auch die zweite edle Salamimarke des Landes, Pick. Das Wirtschaftsportal portfolio.hu rief den Magnaten denn auch sogleich zum Salami-König des Landes aus. Beide Firmen waren ganz früher schon einmal in einer Hand. Fotomontage: Pester Lloyd
Die 120 Jahre alte Traditionsmarke Herz wurde im Oktober für ein Mindestgebot von 12,7 Mio EUR zur Ausrufung gebracht, wobei die Hälfte allein für die patentierten Rezepte und die Marke hingelegt werden müssen. Der Rest geht für Liegenschaften, Anlagen und einen kleinen Restbestand an dauerhafterer Ware drauf. Ohne näher zu bezeichnen, wieviel der Meistbieter zu zahlen bereit war, erklärte die GVH, dass die entsprechenden Kaufverträge binnen der kommenden zwei Wochen ausgefertigt werden sollen.
Ein ungarischer Bankchef rüstet auf Lebensmittel um
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