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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 49/2008

(c) Pester Lloyd / 49 – 2008 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Ungarn will Goldmine in Rumänien verhindern

01.12.2008 · Wirtschaft

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Der ungarische Präsident László Solyóm hat sich nun direkt an die kanadische Politik gewandt, um die Eröffnung einer Goldmine durch die kanadische Firma Rosia Montana in Rumänien zu verhindern.

Er mahnte das Land, nicht seinen guten Ruf auf das Spiel zu setzen. Nach seiner, und der Meinung von Umweltschützern, hätte der Abbau von Edelmetallen in dieser Region katastrophale folgen für das Ökosystem. Das Genehmigungsverfahren für die neue Mine zieht sich nun schon, von ungarischen Protesten begleitet, jahrelang hin. Rosia Montana will in Rumänien Europas größten Tagebau für Edelmetalle errichten. Dabei wird giftiges Cyanid (ein Salz der Blausäure) zur Trennung von Gold und Silber vom Abraummaterial eingesetzt. Im Jahre 2000 sorgte ein Chemieunfall eines Unternehmens in Baia Mare für eine Umweltkatastrophe in der Theiß und ihren Nebenflüssen, bei der Millionen Fische umkamen und weite Landstriche kontaminiert wurden.

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EU genehmigt MÁV Cargo Übernahme

01.12.2008 · Wirtschaft

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EU stimmt MÁV Cargo Übernahme bedingt zu

Die Übernahme der MÁV Cargo durch die ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria (RCA) für insgesamt 100 Mrd HUF (rund 380 Mio EUR) wird von den EU-Wettbewerbsbehörden unter Auflagen genehmigt.

Ursprünglich sollte die RCA 86.5% von der MÁV übernehmen, die regionale nordwestungarische Eisenbahnlinie GYSEV (bei der sowohl ÖBB als MÁV beteiligt sind), sollte 9.5% erhalten, 5% bot man den Mitarbeitern der MáV Cargo an.

Der Deal war mehrfach umstritten. Zuerst kritisierten Brancheninsider den Handel als überteuerten Schrotteinkauf seitens der staatlichen ÖBB, dann gab es Zwist wegen eigenartiger Beraterhonorare in Millionenhöhe an eine Lobbyagentur. Zuletzt hatte die EU erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet. Nun wurde die Auflage erteilt, dass GYSEV das Konsortium zu verlassen hat. Alle Bedingungen sollen innerhalb der nächsten Tag erfüllt sein.

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Rettungspaket für Papai Hús

01.12.2008 · Wirtschaft

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Rettungspaket für Fleischbetrieb

Bis zu 1.000 der rund 1.300 Arbeitsplätze bei einem von Ungarns größten Fleischverarbeitungsbetrieben, Pápai Hús, könnten durch ein Rettungspaket bestehen bleiben. Der Liquidator und die ungarische Regierung einigten sich vergangene Woche auf die Gewährung einer Staatsgarantie für einen Kredit, der an den neuen Käufer ausgereicht wird. Dieser wird demnach 15-25% des offiziellen Kaufpreises von 4 Mrd aus Eigenmitteln bestreiten, der Rest kommt von der Ungarischen Entwicklungsbank, zwar „zu marktüblichen Bedingungen, aber mit staatlicher Garantie“, wie es heißt, auch wenn sich das ja ausschließt. Das letzte „Igen“ der Regierung wird dazu in 2 Wochen erwartet, nach dem der Businessplan des Geschäftsmannes einer tieferen Prüfung unterzogen wurde. Die Beinahepleite des Unternehmens zieht sich nun schon durch gut zwei Jahre.

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Suzuki entläßt in Ungarn jeden fünften Arbeiter

01.12.2008 · Wirtschaft

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Jeder fünfte Arbeiter von Suzuki muss stempeln gehn

Immer mehr „Vorzeigebetriebe“ in Ungarn müssen aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise, die sich naturgemäß zuerst auf dem Automarkt bemerkbar macht, Menschen entlassen.

Die offiziellen Zahlen der letzten Wochen gaben 1.200 – 1.800 Entlassungen im Industriesektor pro Woche an, wobei es jede Woche rund 20% mehr wurden. Dabei sind, wie berichtet, noch nicht einmal die Kündigungen von Leiharbeitsverträgen und anderen subunternehmerischen Kontrakten berücksichtigt. Audi in Györ verlängert seine Weihnachtsferien auf rund 4 Wochen, bis zu 20.000 Automobilbauer in Tschechien und der Slowakei (wir berichteten) dürften in den nächsten drei Monaten „abgebaut“ werden.

Allein Suzuki in Esztergom kündigte nun Ende vergangener Woche die Entlasssung von 1.179 Arbeitern, „wegen dramatischer Absatzeinbrüche“ an. 320 Neueinstellungen wurden rückgängig gemacht, 1.140 Angestellte und Arbeiter erhalten im Januar ihre Kündigung. Diese erfuhren davon aus den Medien, dem Portal Index.hu kam eine entsprechende Empfehlung der Bosse in die Hände. Auch der Autoradiohersteller Videoton wird wohl auf 250 Mitarbeiter verzichten müssen, 60 weitere gehen bei Vibracoustic in Nyíregyháza. Die Gewerkschaften sind wütend, aber machtlos.

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Weinakademie: Keine Schwermetalle in ungarischem Wein

01.12.2008 · Wirtschaft

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Ungarns Weine schwermetallfrei

„Es handelt sich entweder um ein großes Missverständnis oder den Versuch, ungarische Weinproduzenten in Verruf zu bringen“, so reagierte József Sümegi, Präsident der Ungarischen Weinakademie auf im Internet kursierende Gerüchte, ungarische Weine hätten teilweise einen hohen Geahlt an Schwermetallen aufzuweisen. Forscher der britischen Kingston Universität hatten in einem Internetforum geäußert, dass die Weine vieler europäischer Hersteller, darunter Ungarns, „potentiell gefährlich“ seien, da sie nicht unerhebliche Mengen von bis zu sieben verschiedenen Schwermetallen enthielten. Einige Produkte aus Ungarn sollen, so die Forscher, Werte aufweisen, die 300fach über der gesundheitlich vertretbaren Höchstgrenze liegen. Sümegi hielt entgegen, dass weder bei den zahlreichen Zulassungskontrollen der Weine als auch bei Bodenproben, Schwermetalle in relevanten Größenordnungen nachgewiesen werden konnten. Ihm sei nicht klar, wie die Briten zu solchen Ergebnissen kommen könnten und ortet dahinter eine gezielte Kampagne der Konkurrenz.

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40 Mio EUR für Wohnpark in Budapest

01.12.2008 · Wirtschaft

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Dass es Unternehmen in Ungarn derzeit gelingt, größere Kredite für Immobilienprojekte bei regulären Banken locker zu machen, ist schon fast eine Sensation.

So vermeldet die Firma Cordia, ein Tochterunternehmen der Immobiliengruppe Futureal, den Abschluss eines Finanzierungsabkommens mit der MKB (Ungarische Außenhandelsbank), die ihrerseits eine Tochter der Bayerischen Landesbank (die selbst einen harten Sanierungskurs fährt) ist, über 10 Mrd. Forint (ca. 40 Mio EUR) für einen Wohnpark in Budapest. Schon Anfang 2010 sollen die 346 Wohnungen des Cordia „City Garden“ fertig gestellt sein, das vierte Projekt innerhalb der Corvin Promenade, einem 140 Milliarden-HUF-Projekt, dass insgesamt 500.000 Quadratmeter bebaute Fläche umfasst und bis 2012 fast 3.000 neue Wohnungen und etliches Geschäftsumfeld beinhalteen wird. Allerdings gelang die Kreditvergabe nur, weil Cordia bereits 90% der geplanten Wohnungen an den Mann bringen konnte. Für den Wohnpark musste ein Arbeiterquartier der Jahrhundertwende abgerissen werden.

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