(c) Pester Lloyd / 6 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Schweinegrippewelle ebbt ab
12.02.2010 · Nachrichten
Schweinegrippewelle in Ungarn ebbt ab
Die Nachfrage nach Impfstoff gegen das H1N1-Virus ist in Ungarn dramatisch abgesackt, offiziell heißt es, dass die Spitze der Epidemie überschritten sei und daher habe das zentrale staatliche Verteilungsamt nur noch etwas mehr als 7.000 auf Vorrat. Der ungarische Entwickler und Hersteller Omninvest hatte im letzten Monat noch 670.000 Ampullen ausgeliefert, blieb aber auf mehr als einer Million sitzen, die man nun hektisch versucht ins Ausland zu verkaufen. Insgesamt hatte die Regierung im Verlaufe der staatlich befeuerten Massenpanik 4 Millionen Impfdosen „für Hochrisikogruppen“ bestellt. Erstaunlich, dass somit rund 40% der ungarischen Bevölkerung als Hochrisikogruppe gelten.
Die Doktoren des Landes verabreichten bisher 3,1 Millionen Nadelstiche, der Rest bleibt auf Lager und wird, wenn nicht benötigt an das Verteilungsmat zurückgeliefert, „für den Fall einer zweiten Welle.“ Nach offiziellen Angaben sind rund 130 Personen in Ungarn an der Schweinegrippe gestorben, es bestehen jedoch erhebliche Zweifel an der Erhebungsmethode dieser Zahlen. Auch der Umstand, dass die Firma Omninvest Gegenstand einer parlamentarischen Untersuchung wegen ungeklärter Eigentümerverhältnisse war, nährt, gemeinsam mit einer unsäglich propagandistischen Informationskampagne, Gerüchte, wonach sich einige im Dunstkreis der Entscheider stehende an der Krankheit gesund gestoßen haben könnten.
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Ungarns Regierungschef wird zum Musketier
12.02.2010 · Nachrichten
Ungarischer Regierungschef wird zum Musketier für Griechenland
„Alle für Einen und Einer für Alle“, zitierte Ungarns Premier Gordon Bajnai gestern in Brüssel die Helden Dumas´, nachdem sich die Vertreter der Visegrád Vier (!), Tschechien, Polen, Slowakei und Ungarn mit der griechischen Regierungsspitze getroffen hatten. Das Meeting fand am Rande der Rettungssitzung statt, in der beratschlagt wurde, ob und wie man die Griechen aus ihrem lange verheimlichten Budgetloch und Defizitsumpf zieht, die mit 12% vom BIP die auch nicht zu verachtenden ungarischen Rekorde auf diesem Gebiet locker pulverisierten. Im Ergebnis stand, dass man hilft, wenn sich Griechenland auf einen rigiden Sparkurs einlässt und es trotzdem nicht anders geht.
Bei der Kürzung von Sozialleistungen und dem Verschieben von Budgetlöchern bis zur Unkenntlichkeit konnte Gordon Bajnai seinen griechischen Kollegen bestimmt wertvolle Tipps geben. Wie darauf die Geknechteten reagieren, brauchte er nicht erläutern, denn die Griechen sind bereits voll der Wut. Bajnai wähnte sich bereits am Ziel seines Kampfes und wünschte den Griechen bei dem ihren viel Glück.
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