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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 6/2010

(c) Pester Lloyd / 6 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Zwei Ungarn in Afghanistan verletzt

09.02.2010 · Nachrichten

Anschlag auf Ungarn in Afghanistan, zwei Verletzte

Ein Konvoi der in Afghanistan eingesetzten ungarischen Truppen wurde am vergangenen Sonntag Ziel eines Granatenangriffs. Am Vormittag kam es im Andara Tal, an der Grenze zwischen den Regionen Deh-e-Selah und Banu zu einem Angriff mit mindestens zwei Granaten, teilt das Verteidungsministerium in Budapest mit. Eines der Geschosse verfehlte die Fahrzeuge, das zweite traf jedoch das „kugelsichere Glas des rechten Fensters“ des zweiten Fahrzeuges, steht in dem Bericht. Das Glas habe zwar Stand gehalten, doch einige Splitter haben sich abgelöst und verletzten einen Hauptmann schwer, den Fahrer, einen Feldwebel leicht. Die beiden Verletzten wurden mit einem Hubschrauber-Rettungsteam zum Militärhospital der Bundeswehr in Kundus ausgeflogen. Afghanische Kräfte hätten, so der Bericht des ungarischen Verteidigungsministers, zwei Pakistaner verhaftet, die derzeit verhört werden. Foto: Ungarische Truppen unweit von “Camp Pannonia” in Afghanistan in den Fahrzeugen, die jetzt Ziel eines Granatenangriffes wurden. Foto und Karte: Verteidigungsministerium

Ungarn hatte erst im Dezember gegenüber den USA angekündigt, sein Kontingent in Afghanistan von 340 auf 540 Soldaten aufstocken zu wollen. Der Premier hat dafür extra ein Zusatzbudget in der Haushaltsreserve von 2010 reservieren müssen, obwohl das Verteidigungsbudget eines der wenigen ist, das, trotz Krisenhaushalt, auch in diesem Jahr zulegt auf 1,17% des BIP oder ca. 1,2 Mrd. EUR.

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Berater des Bürgermeisters von Budapest im BKV-Fall verhaftet

09.02.2010 · Nachrichten

Berater des Bürgermeisters von Budapest im BKV-Fall verhaftet

Der Skandal um etliche Manager der Budapester Verkehrsbetriebe BKV, die sich gegenseitig unrechtmäßig Lohnfortzahlungen und überhöhte Abfindungen zugeschanzt haben, belastet immer mehr auch den Oberbürgermeister der Stadt, Gábor Demszky. Zuletzt wurde der ehemalige stellvertretende Vorstandschef der BKV Miklós Regoczi unter Hausarrest gestellt, weil er mit Hilfe fingierter Verträge Geld in die eigene Tasche umgeleitet haben soll und sein ehemaliger Kommunikationschef Ernö Mesterházy am Freitag wegen des Verdachts der Mittäterschaft verhaftet und in U-Haft verbracht. Ebenfalls in der Vorwoche wurde Zsolt Fuzik verhaftet, früher IT-Direktor bei der BKV. Er war mehr als zwei Monate auf der Flucht und wurde von einem Spezialkommando in Szeged aufgespürt.

Mesterházy war zuletzt Berater für den Bürgermeister, es liegt ein entsprechender Vertrag vom Juli 2009 vor, der das bestätigt. Demszky dementierte nicht nur, selbst für die Zustände bei seinen Verkehrsbetrieben verantwortlich zu sein, sondern nahm auch seinen Berater in Schutz, in dem er ihn auch von Verwicklungen freisprach, was als sehr ungewöhnlicher Schritt angesehen wird. Die Sozialisten, selbst bis zum Hals in diesem Sumpf steckend, bezeichneten Demszky als mitverantwortlich. Die MSZP verließ vor kurzem die jahrelange Koaltion mit den Liberalen, denen Demszky angehört.

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Ungarn baut Schulen in Haiti wieder auf

09.02.2010 · Nachrichten

Auch Ungarn beteiligt sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten, an den Hilfsaktionen für die Opfer des schweren Erdbebens in Haiti. Gleich nach der Katastrophe schickte man ein Suchteam und übersandte einige Millionen Forint an Hilfen. Nun will sich das Ökumenische Werk am Wiederaufbau von zwei Schulen beteiligen. Die Arbeiten in den Orten Leogan und Darbonne, die besonders nah am Epizentrum des Bebens lagen, werden in den nächsten Tagen beginnen. Man habe sich mit Absicht für diese kleinen Orte entschieden, da sich die meisten Hilfsorganisationen auf die Hauptstadt verlegten und die Randgebiete daher vernachlässigt würden. Die schnelle Wiederaufnahme eines regulären Schulbetriebes könne den oft schwer traumatisierten Kindern durch einen regelmäßigen Tagesablauf wieder Halt und Ziel geben. In Kooperation mit anderen Hilfsgruppen vor Ort, prüfe man auch die Beteiligung an weiteren solchen Projekten, sagte die Hilfsorganisation. Details und Spenenmöglichkeiten finden sich hier: www.segelyszervezet.hu (engl.)

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Kasachstan stoppt Lieferung von Erdöl an Ungarn und Slowakei

09.02.2010 · Wirtschaft

Kasachstan hat am Dienstag die Lieferung von Erdöl an die Slowakei und Ungarn über die Pipeline „Freundschaft“ bis auf weiteres gestoppt. Wie Reuters mitteilt, steckt dahinter ein Streit über die Durchleitungsmodalitäten sowohl mit der Ukraine als auch mit dem russischen Lieferanten Lukoil. Kasachstan reklamiert Einnahmeausfälle, falls Lukoil, wie geplant im Februar 300.000 Tonnen Erdöl, die eigentlich durch die Trasse geleitet werden sollten, an Kasachstan und der Ukraine vorbei über die Ostsee nach Gdansk verschifft und von dort an die Empfängerländer Ungarn und Slowakei weiterleitet. Kasachstan verlangt vom Leitungsbetreiber Transneft die Umleitung dieser Kapazitäten oder eine Kompensation für den Umsatzverlust durch entfallende Durchleitungsgebühren. Die Ukraine hatte ihrererseits Kasachstan durch Kündigung eines Durchliefervertrages abgestraft, weil dieses wiederum die Verschiffung von Erdöl über den ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa storniert hatte.

Mit Engpässen für die Industrien beider Länder wird vorerst nicht gerechnet, es gibt ausreichend Reserven und zudem genügend alternative Lieferrouten.

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In einer Schule in Ungarn sollen Waisenkinder über Tage eingesperrt worden sein

09.02.2010 · Nachrichten

Über Weihnachten weggesperrt

In einer Schule in Ungarn sollen Waisenkinder über Tage eingesperrt worden sein

Die lokale Staatsanwaltschaft in Kecskemét, ca. 80 km südlich von Budapest, hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Leitung einer Schule für schwererziehbare Kinder sowie die zuständige Schulbehörde eingeleitet. Die Ermittler gehen Hinweisen auf systematische „erniedrigende Behandlungen“ nach, meldet eine Tageszeitung. Der Staatsanwaltschaft liegen Aussagen und Berichte vor, wonach es an der Schule üblich sei, „ungezogene Kinder stundenlang allein in einen Raum zu sperren.“ In einigen Fällen wurde diese Isolationshaft sogar über mehrere Tage praktiziert, sagt die Staatsanwaltschaft. Nach den vorliegenden Berichten wurde den jungen Häftlingen sogar der Gang zur Toilette verweigert, besonders dramatisch ist der Bericht über ein kleines Mädchen, dass die ganze Weihnachtszeit über eingesperrt gewesen sein soll. Mittlerweile hätten zahlreiche Mitarbeiter der Schule anonym den Missbrauch eines Raumes als Gefängnis bestätigt. Die meisten der so gefolterten Kinder seien Waisen ohne reguläre Kontakte zu Verwandten. Ihr Verschwinden wäre daher unbemerkt geblieben. Die Direktorin der Schule, Ildikó Kimpian, wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu den Vorwürfen äußern. Anzeigen gegen diese Schule habe es schon 2006 gegeben, heißt es in dem Bericht.

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Finanzaufsicht warnt vor Pyramidensystem

09.02.2010 · Wirtschaft

Ungarische mit Forex – Software

Die staatliche ungarische Finanzaufsichtsbehörde PSZÁF hat sich an die Polizei gewandt, weil sie in der Tätigkeit einer amerikanischen Firma namens Freedom Rocks Inc kriminelle Machenschaften erkennt. Dabei geht es um eine von dem Unternehmen vertriebene Software zum Devisenhandel (Forex Trading), bei dem der Verdacht eines gefährlichen Pyramidensystems bestehe, so die PSZÁF. Die Aufsichtsbehörde will feststellen lassen, dass das Angebotene nicht als Ware oder Dienstleistung im regulären Sinne eingeordnet werden kann und dass dahinter finanzielle Risiken für die Kunden stehen. Freedom Rock sei auch nicht Mitglied des Nationalen Kreditschutzverbandes oder des Investitionsschutzverbandes. Da alle rechtlichen Aktivitäten der Firma im Ausland angesiedelt seien, könne man keine rechtlichen Maßnahmen in Ungarn anwenden.

In der Selbstdarstellung von Freedom Rocks wird u.a. damit geworben, dass man keine Vorkenntnisse im Devisenhandel benötige, keine Marktkentnisse nötig seien, man mit Hebeln von bis zu 1:400 handeln könne, man nur ein paar Minuten pro Woche für die Pflege des Portfolios benötige. Man könne gutes Geld damit verdienen, wenn man die Software Freunden anbietet, „so wie man ihnen von einem guten Film oder einem lohnenswerten Restaurant“ erzähle…

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