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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 7/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 7 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Westerwelle in der Slowakei und Ungarn

18.02.2010 · Nachrichten

Westerwelle auf Besuch in der Slowakei und Ungarn

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle reiste am Mittwoch zu seinem Antrittsbesuch in die Slowakei. Dort traf er seinen Amtskollegen Miroslav Lajcák sowie Präsident Ivan Gasparovic und Regierungschef Robert Fico. Am Donnerstag geht es weiter nach Ungarn zu einem Treffen mit Außenminister Péter Balasz und Ministerpräsident Gordon Bajnai. Zu den Themen der Gespräche soll auch die Situation in der Ukraine nach den Wahlen gehören, beide besuchten Länder sind Nachbarländer, Ungarn vertritt zudem die Interessen einer ethnischen Minderheit dort. Der FDP-Politiker Westerwelle ist in Deutschland sowohl von Seiten der Koalition wie von der Opposition, aber auch aus der eigenen Partei unter Beschuss, weil er dem deutschen Sozialstaat „spätrömische Dekadenz“ unterstellte und im Verhältnis zwischen niedrigen Einkommen und dem Sozialhilfesatz (Hartz IV) sozialistische Tendenzen ausgemacht hat. Ihm wird weltfremde Arroganz und – angesichts sinkender Umfragewerte – Panik vorgeworfen: auf der einen Seite betreibe die FDP Klientelpolitik für besserverdienende Gruppen, auf der anderen halte er einen Monatssatz von 359.- EUR für zu viel. Im Gegenteil, die niedrigen Einkommen seien das Problem, nicht ein zu hoher Sozialhilfesatz, entgegnen die Opponenten.

Beethoven-Marathon am Sonntag in Budapest

19.02.2010 · Kultur

Am Sonntag (21.2.) hält das Budapester Festival Orchester im Palast der Künste in Budapest seinen dritten „Musikmarathon“ ab. In beiden Sälen des Kunstpalastes werden von 10.30 Uhr bis tief in die Nacht hinein insgesamt 11 Konzerte von dem auch im Ausland erfolgreichen Orchester gegeben. Im Zentrum der Aufführungen steht diesmal des Werk von Ludwig van Beethoven. Als Solisten hat man u.a. die Violonisten Barnabás Kelemen, József Lendvay sowie die Pianistin Klára Würtz engagiert. Den Höhepunkt des Marathons soll eine Aufführung der 7. Sinfonie unter der Leitung des sehr öffentlichkeitsbewußten Chefdirigenten Iván Fischer sein. Zusätzlich werden auf Leinwänden Filme u.a. von Karajan und Bernstein in Aktion gezeigt, aus dem Bonner Beethovenhaus kommen einige Leihgaben, wie z.B. ein Plakat zur Uraufführung der 9. Sinfonie. Zuvor hatte das Festivalorchester solche Marathons bereits zu Ehren Tschaikowskis und Dvoraks abgehalten. Auch die Staatsphilharmonie unter István Kocsis hatte kürzlich, aus Anlaß der renvovierungsbedingten Schließung der Musikakademie alle Sinfonien Beethovens am Stück aufgeführt.

Weitere Infos und Tickets unter: www.mupa.hu

Auch DHL-Manager im Visier der Polizei

19.02.2010 · Nachrichten

Auch ungarischer DHL-Manager im Visier der Polizei

Wie heute bekannt wurde, beantragte das Nationale Ermittlungsbüro (NNI) im Fall der versuchten Erpressung des Logistikunternehmens DHL durch den Rektor der ungarischen Militärakademie nicht nur dessen Verhaftung, sondern auch Untersuchungshaft gegen einen hohen Manager der ungarischen Tochter der DHL Freight. Auch gegen diesen läge ein dringender Tatverdacht auf Mittäterschaft vor, wie die Nachrichtenagentur MTI meldet. Neben dem Rektor der Militärakademie seien derzeit zwei weitere Verdächtige vorläufig festgenommen worden, einer davon ein Manager der DHL in Ungarn, der den Oberst mit Insiderinformationen über sein Unternehmen versorft haben soll. Eine Entscheidung des Gerichtes über Verhängung von U-Haft wird in Kürze erwartet. Der Logistikkonzern DHL gehört zur Deutschen Post.

Fundamenta Bausparkasse Ungarn verdoppelt Gewinn

19.02.2010 · Wirtschaft

Die Fundamenta Bausparkasse konnte ihren Gewinn 2009 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln und erreichte mit 2,52 Mrd. Forint (ca. 9,3 Mio EUR) Vorsteuergewinn einen Zuwachs von fast 107% gegenüber 2008. Dies erreichte man, laut Vorstandschef Károly Gergely vor allem durch Kostensparmaßnahmen. Doch auch die Zinseinnahmen wuchsen mit 33,2% deutlich auf 8,67 Mrd. Forint, die Kosten hingegen nur um 12% auf 4,65 Mrd. Das Gesamtvermögen des Unternehmens erreichte Ende 2009 rund 200 Mrd. Forint, davon waren zu Jahresende 23,5 Mrd. in Aktien veranlagt, ein Plus von 21%, die Zahl der Verträge wuchs auf fast 600.000. Der Marktanteil an der Finanzierung im privaten Immobilienbereich wird mit 10.6% angegeben. 2009 habe man 138.000 neue Verträge abschließen können, 3.000 weniger als 2008.

(Anti)-Hacker mit Diplom in Tschechien

19.02.2010 · Wirtschaft

Studiengang für (gegen) Computer-Hacker in Tschechien

Die Universität von Prag (CVUT) bietet als erste Hochschuleinrichtung in Europa einen speziellen Magisterstudiengang für bzw. gegen Computer-Hacker an. Václav Jirovský vom Institut für Sicherheitstechnologie der Technischen Universität umschreibt den Studiengang: „Wir werden nicht nur die technischen Aspekte lehren. Teil der Lehre werden auch Psychologie und Soziologie sein sowie rechtliche Aspekte und politische Sicherheitsfragen.“ Aus den Absolventen können Sicherheitsexperten in der Wirtschaft werden oder auch Mitarbeiter von polizeilichen Spezialeinheiten, die sich auf den Kampf gegen die elektronische Kriminalität konzentrieren, berichtet Radio Prag in einem Feature. Außerdem bietet der Studiengang eine gute Resozialisierungsmöglichkeit für Hacker, die auf die schiefe Bahn geraten sind. Für die „Sicherheitsstudien für Informations- und Telekommunikationstechnik“ haben die Studenten noch bis Ende März Zeit, sich einzuschreiben. 2012 könnten dann die ersten Magisterabsolventen an die Arbeit gehen. Einen künftigen Job könnte die geplante Nationale Arbeitsstelle für Internetsicherheit bieten. Zur Vorbereitung ist Anfang Februar am Innenministerium eine neue Abteilung für Computersicherheit eingerichtet worden.

Boom bei Luxushotels in Budapest 2010

19.02.2010 · Wirtschaft

Noch in diesem Jahr werden in Budapest Hotels mit insgesamt 900 Zimmern allein in der Premium-Kategorie eröffnen, meldet die Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság. Zu Ostern will das neue Marriott Courtyard Hotel (Foto) am innerstädtischen Blaha Lujza Platz mit 235 Zimmern eröffnen. Im zweiten Halbjahr folgt das 176-Zimmer First Site Eurostarts Budapest, frühestens im Sommer auch das Rácz Spa und Hotel mit 76 Zimmern unweit des gleichnamigen Thermalbades. Im Herbst eröffnet die Mellow Mood Gruppe ein 112-Zimmer-Haus in der Nádor Straße, im Banken- und Parlamentsviertel des V. Bezirkes. Ebenfalls noch 2010 soll das 272-Zimmer-Hotel Continental Zara fertiggestellt werden. Die Budapester Hotellerie hatte, wie anderswo auch, mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen. Der Rückgang von City- und Kongresstourismus, vor allem aus dem englischsprachigen Raum, zog eine Verschiebung zwischen 5- und 4-Sterne-Häusern nach sich, die zu massiven Preisabschlägen in den obersten Segmenten führte. Lediglich die ganz preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten schafften 2009 einen Nettozuwachs an Gästen und Umsatz. Was die Neueröffnungen auf dem Markt bewirken, kann man sich leicht ausrechnen.

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